Die heimischen Musikfans waren heiß auf coole Mucke und unbeschwertes Feiern beim Wutzkopp-Festival in Elz.
+
Die heimischen Musikfans waren heiß auf coole Mucke und unbeschwertes Feiern beim Wutzkopp-Festival in Elz.

Musikparty in Elz

Endlich wieder ein richtiges "Wutzkopp"-Festival

  • VonRobin Klöppel
    schließen

Um das Pandemie bedingt reduzierte Publikum besser zu verteilen, gab es zwei Veranstaltungstage mit je 500 Gästen

Elz -Eine richtig tolle Musikparty wurde das "Wutzkopp-Festival" in Elz an erstmalig zwei Abenden am Freitag und Samstag. Jeweils 500 Gäste feierten im Elzer Schwimmbad mit den Bands aus unterschiedlichen Genres trotz einiger Wolken am Himmel zum Glück trocken bis in den Sonntagmorgen hinein. Und das Corona-konform, denn wer bei der Veranstaltung unter der Schirmherrschaft des heimischen CDU-Bundestagabgeordneten Klaus-Peter Willsch rein wollte, musste nachweisen, dass sie oder er aktuell getestet, genesen oder bereits geimpft ist.

Mit wem man auch sprach: Die überwiegend aus Elz stammenden Gäste freuten sich, dass sie nach den Corona-Lockdowns endlich mal wieder in größerer Runde zusammen feiern und einfach bei toller Musik und ein paar Bierchen den Abend genießen konnten. Ausgelassen stimmte zwischendurch der Kirmesburschenjahrgang 2021 sogar den Kirmesschrei an. Die Jungs und Mädchen hoffen, dass am dritten September-Wochenende die Elzer Kirmes in ähnlicher Form gefeiert werden kann.

Vergangenes Jahr nur

Live-Stream-Konzerte

Zur Organisation des "Wutzkopp-Festivals" sagte einer der Hauptorganisatoren, Jürgen Wilhelm: "Wir hätten noch mehr Geimpfte reinlassen, pro Abend sicher je 300 Karten mehr verkaufen können, aber wir wollten kein Risiko eingehen". Eigentlich hatten die Elzer Ortsgruppen des Deutschen Roten Kreuzes, der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft, des Musikvereins "Elzer Musikanten" sowie die Freiwillige Feuerwehr als Gastgeber dieses Jahr mit den Besuchern das zehnjährige Bestehen von "Wutzkopp" feiern wollen, "aber letztes Jahr hatten wir", sagte Wilhelm, "nur ein Live-Stream-Konzert und das zählen wir nicht".

Dem Orga-Team war aber schon zum Jahreswechsel klar, dass in diesem Jahr unbedingt wieder ein "Wutzkopp-Festival" stattfinden sollte, damit die Veranstaltungsreihe nicht langsam in Vergessenheit gerät. Aufgrund der Zuschauerbegrenzung pro Abend entschied man sich, so Wilhelm, das Festival erstmals auf zwei Abende auszudehnen. Natürlich verursache das mehr Kosten, auch wenn durch die vier beteiligten Vereinen 140 Dienste mit Ehrenamtlern besetzt werden konnten. Wilhelm dankte, dass die Bands den Organisatoren preislich sehr entgegenkamen, die Elzer Musiker sogar in der Regel kostenlos auftreten. Schon zwei Wochen, nachdem die Eintrittskarten online in den Verkauf gegangen seien, seien die zusammen 1000 Tickets verkauft gewesen. Kein Wunder, da sonst sogar 1500 Menschen an einem Tag zum Festival strömen.

Auf der diesjährigen "Wutzkopp"-Bühne durften die Lokalmatadoren der "Mooderlabbe" und der "Elzkrainer" nicht fehlen. Eine der bekanntesten Bands der Region, "Hanne Kah", genoss es, nach eineinhalb Jahren mal wieder live in der alten Heimat spielen zu dürfen. Die aus Freiendiez stammende und in Mainz lebende Hanne Kah berichtete euphorisch: "Neun Monate konnten wir jetzt nicht spielen. Das heute war wie ein Befreiungsschlag. Ich habe mich gefühlt wie auf dem Abstellgleis, als das ganze Leben plötzlich nicht mehr planbar war." Live-Streams im Internet seien, so Kah, zwar auch schön, aber sie brauche die intime Atmosphäre mit dem Publikum. Die direkte Reaktion unter anderem auf ihre neue Single "Tell me who I am" war ihr wichtig.

Gelungene Auswahl

der Organisatoren

Auch Mirko Santocono, der Songwriter aus dem Westerwald, stand mit strahlenden Augen im Backstage-Bereich: "Endlich kann man wieder live auf der Bühne stehen, das erste Mal bei ,Wutzkopp', nachdem ich mehrfach angefragt und es immer wieder verschoben wurde." Santocono will jetzt groß durchstarten, nachdem seine Single "Tanzen" über Wochen in den Charts war, er große Konzerte als Support von Giovanni Zarrella und Nico Santos vor sich hat.

Auch "Rio" Brückner, der Sänger der Rock-Cover-Band "Inside Out" aus Seelbach, erklärte, dass es für einen Vollblutmusiker eine doofe Situation sei, über Monate nicht proben und auftreten zu dürfen. Das Gefühl für die Musik sei aber in den ersten Bandproben gleich wieder da gewesen. Auf der Bühne zu stehen, die Begeisterung der Zuschauer zu spüren, das sei für ihn wie "Wasser und Brot".

Oliver Martin, Sänger der Gruppe "Die Band" aus Weyer, genoss das "Wutzkopp-Festival" in vollen Zügen, saß schon nachmittags mit Freunden im Publikum, auch wenn er selbst als Künstler in der Nacht zum Sonntag erst als Letzter dran war. "Das ist mein zweites Mal als Musiker bei ,Wutzkopp' und das erste Mal seit Corona auf der Bühne", sagte er. "Ich freue mich schon seit Wochen drauf." Mit dem Proben sei es sehr knapp gewesen, aber zum Glück habe er ganz schnell wieder reingefunden.

Die Organisatoren haben mit der Wahl der musikalisch sehr unterschiedlichen Auftritte voll ins Schwarze getroffen. Für jeden war etwas dabei. "Deep Zeppelin" beispielsweise kamen richtig klasse an mit ihren Klassikern von "Deep Purple" und "Led Zeppelin". Mit den rockigen "Dohlemer Boube" sowie dem Weilburger Peter Grün und seinen Evergreens waren weitere Lokalgrößen am Start.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare