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468 000-Euro-Projekt

Der Erbach wird renaturiert

Bei einem regionalen Erfahrungsaustausch zum Thema Gewässernachbarschaften der Gemeinnützigen Fortbildungsgesellschaft für Wasserwirtschaft und Landschaftsentwicklung wurde das Renaturierungsprojekt des Erbachs in Elz vorgestellt. Im Frühjahr sollen die Arbeiten beginnen.

Um einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch zwischen Kommunen, Naturschutzverbänden und auch Landwirtschaft zu ermöglichen, lädt die Gemeinnützige Fortbildungsgesellschaft für Wasserwirtschaft und Landschaftsentwicklung ein. Am Dienstag fand diese Veranstaltung in Elz statt und so war das Renaturierungsprojekt des Erbachs auch großes Thema. Einmal wurde es in einem Vortrag vorgestellt und später in einer Exkursion noch an Ort und Stelle betrachtet.

Bürger mitnehmen

Daneben zeigten Redner, wie sie Projekte innerstädtisch entwickelt haben und was wichtig ist, wenn Renaturierungen in Angriff genommen werden. Dabei klang immer wieder durch, die Bürger rechtzeitig mitzunehmen, um Unterstützung zu erhalten. Auch nach dem Abschluss einer Maßnahme könnten die Bürger weiterhin informiert werden, etwa durch Informationstafeln oder Aktionen am Gewässer. Bei der Renaturierungsmaßnahme des Erbachs wartet die Gemeinde Elz nur noch auf die Bewilligung der Fördergelder. Das Projekt kostet insgesamt 468 000 Euro und 85 Prozent davon werden gefördert. Daher geht der Planer Bernd Rudolph davon aus, dass es im Frühjahr losgehen kann. Den Auftrag für das Projekt erhielt sein Ingenieurbüro im März 2016. Bis März 2017 wurde die Planung erarbeitet. Die Genehmigung erhielt die Gemeinde im November 2017 und der Antrag für die Finanzierungshilfe wurde im April 2018 gestellt.

Wehr umgestalten

 Die Maßnahme ist notwendig, weil der Erbach in seiner Struktur als schlecht bewertet wurde. In zwei Bereichen soll ein Eingriff entstehen. Am ehemaligen Kieswerk befindet sich ein Wehr mit einem Höhenunterschied von zwei Metern, der einen Abstieg für Fische nur bedingt möglich und einen Aufstieg gar nicht möglich macht. Auf 30 Metern soll dieses Wehr umgestaltet werden, so dass es nicht mehr so extreme Höhenunterschiede gibt. Zudem soll eine raue Sohle mit ortstypischen Gesteinen geschaffen werden.

Im Mündungsbereich von der Eisenbahnbrücke bis zur Einmündung in den Elbbach soll der bisher eingemauerte und begradigte Bach so verändert werden, dass eine eigendynamische Entwicklung stattfinden kann. Dafür sollen die Betonsteine entfernt werden, so dass sich der Bach seinen Weg selbst suchen kann.

Natürlicher Lauf

Durch den Erwerb einiger Gartengrundstücke kann der Bach zudem umgelegt werden, um einen natürlicheren Lauf zu erhalten. Das Gewässer soll am Ende eine Tiefe zwischen 25 und 40 Zentimetern und keine befestigte Sohle mehr haben. Die Betonsteine sollen komplett entfernt und durch ein Hartsubstrat ersetzt werden. Damit dieses mit der Zeit nicht weggespült wird, werden Sohlesperren eingefügt. Mit diesem Projekt soll insgesamt die Struktur sowie die Durchgängigkeit verbessert werden und der Bach wieder ein natürliches Erscheinungsbild erhalten. Bei der Exkursion vor Ort konnte Bernd Rudolph den Teilnehmern der Veranstaltung anschaulich die Problematik des Bachs aufzeigen.

von Heike Lachnit

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