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Die Kinder und Jugendlichen nutzen die neue "Pumptrack" gerne - die Mountainbike-Bahn aus Erdhügeln, Wällen und Steilwänden liegt im hinteren Teil des Geländes.

Kinder und Jugendliche strömen in Scharen auf das ehemalige Westa-Gelände in Elz

Freizeitanlage wird begeistert genutzt

Lob für den "Pumptrack"

Am Wochenende war im Freizeitgebiet zwischen Reithalle und Fleckenberg in Elz wieder die Hölle los. Die Sonne wärmte, der Wind wirbelte die goldenen Blätter durch die Luft, Radler und Spaziergänger trafen sich, hielten Schwätzchen und genossen den Tag. Am meisten los war aber zweifellos auf dem großen, noch jungen Freizeitpark, also dem ehemaligen Westa-Gelände, unterhalb der Reithalle. Kinder und Jugendliche drängten sich an den Rampen und zeigten ihr sportliches Können.

Gerade die vor einigen Monaten erst errichtete Fahrradstrecke, auch "Pumptrack" genannt, wurde begeistert frequentiert. "Cool", "prima", "scharf" und "geht klar", so die Kommentare der Jugendlichen, die auf den Erdhügeln mit dem Rad (und Helm) enorme Sprünge zeigen. Beim Elzer "Pumptrack" handelt es sich um einen Rundkurs aus Erde, mit Wellen, Steilkurven und Sprüngen. Geschwindigkeit durch Gewichtsverlagerung und aktives Drücken und Ziehen ist angesagt.

"Die beste Bahn hier in der Gegend", kommentierte einer der Radler, sauste die Strecke entlang und fuhr dann gleich noch auf die danebenliegenden, noch höheren Erdhügel, die wegen des Ausbaus der Breitband-Infrastruktur momentan noch an dieser Stelle gelagert sind und von den Kindern und Jugendlichen gleich mitbenutzt werden. Wenn der Platz nicht mehr als Erdlager gebraucht wird, soll dort als letztes Glied in der Kette ein Bolzplatz entstehen.

Käfig wie

in der Bronx

Chillen, quatschen und Pizza essen, heißt es im überdachten kleinen Pavillon am Eingang des Platzes. Dort stehen auch die Bein- und Bauchtrainer, die häufig von Erwachsenen bewegt werden. Zahlreiche Abfallbehälter wurden aufgebaut, Parkplätze angelegt und ein Zaun mit Eingängen, der den vorderen Bereich abtrennt. Dann folgt der Käfig mit dem Basketball-Platz. Ein Käfig musste sein, "die Kinder wollen sich wie in der Bronx fühlen", argumentiert der Elzer Jugendarbeiter Helder Machado, der das Projekt "Freizeitpark" mit seiner Initiative stark vorantrieb. Vor vier Jahren veranstaltete er zunächst eine Zufriedenheits-Umfrage mit den Jahrgängen 8,9, und 10 der Erlenbachschule. Anschließend lud er, gemeinsam mit dem Limburger Kollegen und Kursleiter Tobias Kurt, zwölf Jugendliche aus dem Jugendhaus zur Zukunftswerkstatt ein und erarbeitete mit ihnen ein Konzept für die Freizeitanlage. "Ein Street-Soccer-Platz mit weichem Boden und kleinen Toren steht noch auf dem Plan", berichtet er heute und betont, dass aber unbedingt genügend Platz für die Ferienspiele bleiben müsse. Er selbst wünscht sich noch ein Zelt und einen Container - am liebsten würde er dort ein kleines Jugendzentrum aufbauen. Auf alle Fälle wird noch die alte Bushaltestelle, die schon an der Seite liegt, aufgestellt.

Ein echtes Highlight ist die Skaterbahn mit ihren fünf Elementen aus Beton. "Ich bin fast jeden Tag hier, die Bahn ist die größte und beste, die ich kenne", berichtet der 14-jährige Marvin. Er trainiert seit anderthalb Jahren mit dem Stunt Scooter und wird von den Mitstreitern oft bewundert. Ob Tailwhip, Barspin, Nofoot, Heelwhip oder Bunny Hop - er beherrscht die Tricks auf dem Roller mit links, arbeitet aber ständig noch an der Perfektion.

Auch die Nachbarn

kommen zum Sport

Die Freizeitanlage ist ganz sicher ein Gewinn für die jungen Leute, die auch aus vielen Nachbarorten kommen. Allerdings ist auch diese Welt nicht immer rosarot. Die Abstandsregeln, die wegen der Corona-Krise ausgesprochen werden mussten, werden im Eifer des Gefechts häufig nicht eingehalten, Bürgermeister Horst Kaiser (CDU) kündigte deswegen nun Kontrollen an. Ein Problem sind auch die spätabendlichen und nächtlichen Besucher, die leider oft sichtbare Spuren hinterlassen - vom Flaschenarsenal bis zur Spritzenverpackungen.

Insgesamt hat die Neugestaltung des Platzes bisher 165 000 Euro gekostet, hinzu kommen etwa 15 000 Euro an Eigenleistung durch den Bauhof. Die noch anstehenden Arbeiten werden etwa noch 5000 Euro verbrauchen. Die CDU hatte bereits vor sechs Jahren einen Antrag an die Gemeindevertretung gestellt, an dieser Stelle einen Freizeitpark anzulegen.

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