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Der 14-jährige Georg Müller im Jahr 1948.

Ausstellung zum Jubiläum

Georg Müller hat über fünf Jahrzehnte beim Turnverein Elz fotografiert

Am Sonntag gewährt der Turnverein Elz einmalige Einblicke in die Vereinsgeschichte in einer Fotoausstellung im Bürgerhaus. Diese basiert auf „50 Jahre Turnverein“ des verstorbenen Mitglieds Georg Müller. Seine Frau Veronika öffnete das Fotoalbum für uns vorab.

Das Fotoalbum beginnt mit dem Bild des 14-jährigen Georg Müller in der Standwaage, auf einem Bein balancierend, das andere Bein gen Himmel gestreckt von 1948. Darunter steht in feiner Schrift, fast wie gemalt: „Soll Sport Freude sein, dann muss er Spiel bleiben, Spiel der Kräfte des Körpers und des Geistes, ein edles frohes Spiel.“

Und so geht es im Album „50 Jahre Turnverein“ von Georg Müller weiter. Es sind Bilder von Wettkämpfen zu sehen, Turnerfesten bis hin zum großen Empfang von Georg Müller nach dem Deutschen Turnfest 1994. Fünf Jahre später verstarb er im Alter von 65 Jahren. Zeit seines Lebens war Sport für das Mitglied des Turnvereins (TV) Elz wichtig. Er war selbst aktiv und trainierte die Jungen. Und alles hielt er auf Fotos fest.

„Die 116 Seiten sind erhaltenswert und ein geschichtliches Dokument für den Turnverein“, sagt TV-Vorsitzender Heinz Hendel. Alle Fotos wurden jetzt abfotografiert und digitalisiert. Einen großen Teil gibt es bei der Fotoausstellung zum 120-jährigen Bestehen des Turnvereins Elz vom kommenden Sonntag an zu sehen.

Am 9. September 1898 gründete einige Männer den Turnverein. Erst nach 1945 kamen auch Mädchen und Frauen dazu. Zu der Disziplin Turnen gesellte sich die Leichtathletik. Heute hat der Verein sieben verschiedene Sparten. Tanzen, Gymnastik und Ballsportarten sind dazugekommen. Inzwischen zählt der Verein auch mehr weibliche Sportler als männliche. „Das sportliche Angebot für Jungs ist einfach größer“, sagt Hendel.

Georg Müller war immer beim Turnen zu finden. „Ich war ja manchmal eifersüchtig auf den Turnverein“, erinnert sich seine Frau Veronika Müller, „aber ich habe meinen Mann den Rücken freigehalten.“ Auf dem Schnatzenberg, wo sich der heutige Sportplatz sowie die Turnhalle des TV Elz befinden, gab es früher viele kleine Parzellen. Um einen eigenen Turnplatz zu erhalten, kauften Mitglieder diese Stück für Stück auf, bis sie den Platz ihr Eigen nennen konnten.

Dann musste auch eine Halle her. Leider fehlte das Geld, um diese fertigzubauen und die Gemeinde wollte nichts mehr dazugeben. Also verkaufte der Verein den Sportplatz an die Gemeinde und stellte mit dem Geld die Turnhalle fertig. „Das gab Ärger und war oftmals Thema bei uns am Tisch“, erinnert sich Veronika Müller. Es würde doch niemand ein Haus bauen und das Grundstück drumherum verkaufen, so dass er beim Heraustreten fremden Boden betrete, sei das Argument ihres Mannes gewesen.

Aber sie erinnert sich auch an viele lustige Momente. Ihr Mann ist mit den Jungs zu vielen Wettkämpfen gefahren. Damals hatte nicht jeder ein Auto. „Wenn ich ihn fragte, ob ich mitfahren darf, dann hat er immer zu mir gesagt, für mich kann er fünf Sportler mitnehmen“, berichtet sie. Und so saß sie oft zu Hause, wenn ihr Mann unterwegs war. Sie holt zwei Hände voll Medaillen hervor: „So oft saß ich alleine zu Hause“, lacht sie.

Heinz Hendel weiß, dass es noch mehr Fotos vom Verein gibt, auch aus der Gründerzeit. „Aber die liegen irgendwo in Kartons bunt durcheinander und wir kommen nicht dran.“ Daher sei das Fotoalbum von Georg Müller ein bemerkenswertes Zeitdokument.

Die Ausstellung im Bürgerhaus kann am Sonntag, 4. November, von 13 bis 20 Uhr besucht werden. Außerdem ist kommende Woche von Dienstag bis Donnerstag jeweils von 17 bis 20 Uhr geöffnet.

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