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Fünf der sechs Anlagen des Elzer Windparkes sind vom Offheimer Weg im Wald Richtung Görgeshausen schon deutlich zu sehen. Im Juni sollen sie nach einigen Verzögerungen endlich offiziell in Betrieb gehen.

Windpark Elzer Berg läuft im Testbetrieb

Im Juni soll Strom fließen

Ab Juni soll der neue Windpark Elz Strom liefern. Noch drehen sich die Rotoren nur zu Testzwecken.

Der Bau des Windparks Elz geht in die entscheidende Phase. Nur noch eine der insgesamt sechs Anlagen ist zu montieren. Insgesamt hat die Enertrag AG aus Dauerthal in Brandenburg 22,297 Millionen Euro in das Projekt gesteckt.

Durch einige Probleme in der Genehmigungsphase haben sich die Planungskosten auf 390 000 Euro und somit um das Dreifache wie ursprünglich geplant erhöht. Wie Projektleiterin Jane Benavides von der Planungsgemeinschaft Erneuerbare Energien Linden (Hessen) erklärte, könne der Park voraussichtlich im Juni komplett ans Netz gehen. Die bereits stehenden Anlagen befinden sich aber längst im Testlauf.

Als Sondertransporte sind die Flügel und Turmkomponenten für die Anlagen von mehreren Standorten in Deutschland nachts mit Polizeibegleitung Richtung Westerwald gerollt. Die Transporter fahren mit der riesigen, tonnenschweren Ladung nur zwischen 30 und 50 km/h. Zunächst wurden 25 000 Tonnen Boden für Baugruben, Wege und Kranstellflächen vor Ort ausgehoben. Für Wege, Kranstellflächen und Baugrundverbesserungsmaßnahmen wurden auch circa

60 000 Tonnen Schotter

herbeigeschafft. Für die Anlieferung der zwei Windkraftanlagen nördlich der A3 wurde eine eigene Autobahnabfahrt hergestellt. Die anderen vier Anlagen südlich der Autobahn kamen über die Autobahnabfahrt Görgeshausen und die Landstraße in den Elzer Wald. Das Material für den Windpark wurde mit zirka 4000 Lkw-Ladungen transportiert. Alleine das Fundament einer solchen Windkraftanlage wiegt laut Benavides 1395 Tonnen.

Der Turm darauf für die Anlagen ist ein Betonhybridturm und besteht aus einem etwa 80 Meter langen Betonschalenturm und zwei Stahlsektionen, die zusammen 58 Meter lang sind und 100 Tonnen wiegen. Die Maschine der Anlagen, Gondel, Nabe und Flügel, wiegt insgesamt 147 Tonnen.

Um die Anlagen aufzustellen, was nur bei Windstille geht, wurde ein 170 Meter hoher Kran benötigt. Jede Anlage des Typs Nordex N177 hat eine Gesamthöhe von 198,5 Metern.

Die Projektleiterin betonte, dass die Windenergieanlagen am Elzer Berg künftig mehr Strom produzieren werden, als die Gemeinde verbrauche. Pro Jahr produziere der Park circa 35 000 Kilowattstunden, was das 1,5-fache des Eigenbedarfs für Elz bedeute. Jede der Anlagen hat eine Nennleistung von 2,4 Megawatt. Die Einspeisung des Stromes ins Netz wird über das Umspannwerk Staffel erfolgen.

Die Gemeinde erhält pro Windkraftanlage eine garantierte Jahrespacht von 30 000 Euro. Benavides ist überzeugt davon, dass sich der Park am Standort Elz nach wie vor betriebswirtschaftlich rechnet. Windmessungen hätten 6,0 bis 6,2 Meter die Sekunde in 140 Meter über dem Grund ergeben.

Konkrete Zahlen wollte sie nicht nennen, gab aber zu, dass die Verzögerung der Inbetriebnahme durch verschiedene Faktoren und zwischenzeitlich gesunkene Einspeisevergütungen natürlich dazu beigetragen hätten, dass der Gewinn der Anlagen nicht so hoch ausfalle, wie ursprünglich berechnet. 2010 sei bereits mit der Vorbereitung des Projektes begonnen worden, 2013 sind dann die Planungen für die Anlagen eingereicht worden. Den Standort sahen die Beteiligten wegen der bereits vorhandenen Baubelastungen durch Autobahn und ICE-Trasse als unproblematisch an. Doch die Genehmigung des Projektes verzögerte sich laut Projektleiterin um ein Dreivierteljahr: Zum einen, weil die zuständigen Mitarbeiter des Regierungspräsidiums Gießen in dieser Phase zu viele Anträge auf dem Tisch gehabt hätten und nicht alle zeitnah hätten bearbeiten können. Zudem hätten sich laut der Projektleiterin die naturschutzrechtlichen Bestimmungen verschärft, was neue Gutachten erforderte. Damals sei es auch schwer gewesen, einen geeigneten Brandschutzgutachter zu finden. Folglich kam die Genehmigung erst im Frühsommer 2014. Nach Fertigstellung der letzten Anlage erfolgt eine Wiederaufforstung des Waldes, die auch den Verkehrslärm und die Staubimmissionen für die Bürger vermindern soll. rok

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