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Ein kleiner Jahrgang ? aber immerhin. Die Elzer Kirmesburschen können feiern.

Elzer Kirmes

Die Kirchweih ist mehr als ein großes Volksfest

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Wenn die Elzer Kirmes feiern, ist das ganze Dorf auf den Beinen - und nicht nur das. Die Menschen kommen von überall her, um mit den Elzern Spaß zu haben und die Kirchweih zu würdigen.

Die Elzer Kirmes hat den Ruf, eines der besten Volksfeste der Region zu sein, für die Elzer ist es natürlich das allerbeste. Am vergangenen Wochenende nutzten wieder Menschen aus nah und fern und natürlich auch aus Elz die Gelegenheit, zu überprüfen, ob das noch stimmt.

Am Samstagabend waren die Straßen und der Hirtenplatz sowie später die Kneipen und das Bürgerhaus voller feierfreudiger Menschen, die mit alten Freunden bei einem kühlen Bier oder auch ein paar mehr einen netten Abend verbringen wollten. Sehen und gesehen werden war das Motto.

Natürlich verfolgten viele erst einmal das traditionelle Baumstellen an der Ecke zur Lehrgasse. In Elz ist das immer ein besonderes Spektakel, denn hier wird noch jedes Jahr der höchste Baum im Wald gestellt. Die Elzer haben übrigens jedes Jahr einen Rekordbaum, weil er, wie Bürgermeister Horst Kaiser verriet, in den vergangenen Jahren mit Spitze stets 24 Meter hoch war. „Sonst kämen die Kirmesburschen beim Tragen nicht um die Kurven“, sagt Kaiser.

In Elz tragen immer die folgenden Jahrgänge den Baum von der Pfortenstraße aus einmal ums Karree zum Loch. Dieses Mal hatten die Jungs Glück mit dem Wetter. Anders als im vergangenen Jahr, als es in Strömen regnete. So hatten sie es schon nach zweieinviertel Stunden geschafft: Die Spitze stand, der Baum war ordnungsgemäß gestellt. Dass des Aufstellen eines zweieinhalb Tonnen schweren Kirmesbaumes nur mit reiner Handkraft eine besondere Herausforderung ist, kann man sich denken. Und die Gemeinde ist zu Recht stolz darauf.

Was der Gemeinde aber stinkt, sind die Jahrgangs-Aufkleber, die mittlerweile jeder Jahrgang in Elz hat. Die Kirmesburschen verschenken die Aufkleber offenbar gerne an Unbekannte. Und die kleben die Aufkleber dann gerne an Verkehrsschilder. Die Folgen für die Gemeinde sind groß: Das Säubern der Schilder kostete die Gemeinde schon mehrere tausend Euro.

Folgenlos blieb es, dass dunkle Gestalten den Kirmesburschen zwölf Kästen Bier aus dem Getränkewagen bei der Baumwache an der Reithalle stahlen. Denn ein örtlicher Getränkemarkt lieferte den Kirmesburschen kostenlos die fehlenden Getränke wieder nach.

Immerhin hat Elz noch Kirmesburschen. Aber auch hier werden es weniger. In diesem Jahr waren es nur 14 Kirmesburschen und -mädchen. „Natürlich sind Jahrgänge insgesamt kleiner als früher“, weiß Bürgermeister Kaiser. Und in diesem Jahr hätten viele Jahrgangsmitglieder ihre Freunde in anderen Jahrgängen – und kämen dann ein Jahr früher oder später als üblich zur Kirmesgesellschaft. Nächstes Jahr werde es wieder doppelt so viele Kirmesburschen geben, kündigte Kaiser an.

Aber Kirmes besteht auch in Elz nicht nur aus Spaß haben und feiern, es geht um die Weihe der Pfarrkirche St. Johannes der Täufer. Pfarrer Gedeon Rehberg sagte: „Die Kirche wird zu recht geweiht, denn sie ist nicht einfach ein Gebäude wie jedes andere. Sie ist öffentliches Bekenntnis unserer Glaubens.“ Eine Kirche solle aber nicht nur Bauwerk sein, sondern müsse auch mit Leben erfüllt werden. Über der Sorge, ein Kirchengebäude zu erhalten, stehe die Sorge um seinen Auftrag. Pfarrer Rehberg sagte zu den Gläubigen: „Ihr seid Träger der Heilsbotschaft für alle Menschen.“ Gott stärke die Menschen und sende sie hinaus zum Dienst an den Nächsten in der Welt.

Und das auch zur Kirchweih: Am heutigen Montag beginnt in der Pfarrkirche um 10 Uhr ein ökumenischer Gottesdienst mit anschließendem Tanz der Kirmesburschen und -mädchen um den Baum. Am Montag lohnt es sich auch, zur Elzer Kirmes zu gehen, weil das Dorf für seinen riesigen Frühschoppen bekannt ist. Gefeiert wird im ganzen Ortskern – bis in den Abend hinein. Auf den Straßen und in allen Kneipen kann gefeiert werden. Die Ehemaligen-Jahrgänge treffen sich und holen für den großen Tag wieder mal die alten Kirmeshemden raus. Wer um 21 Uhr noch fit ist, kann sich am Einzug der Ehemaligen ins Bürgerhaus beteiligen. Der Dienstag steht im Zeichen des Krammarktes in der Rathausstraße. Um 16.30 Uhr startet in Baumnähe die Hammelverlosung, anschließend vor dem Rathaus die Kirmesübergabe. Abends im Bürgerhaus warten zum Abschluss Tombola, Rausschmiss der Kirmesburschen und Aftershow-Party mit Diamond Media.

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