Sauberhafter Schulweg

Kleine Müllsammler prämiert

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Einen besonderen Ausflug haben die Erlenbachschüler erlebt. Ein paar Tage vor den Sommerferien zogen sie los, um in ihrer Gemeinde Müll aufzusammeln und für „sauberhafte Schulwege“ zu sorgen. Dafür bekamen sie jetzt vom Hessischen Umweltministerium 200 Euro.

Papiertüten, Zigarettenstummel, ein angekokeltes T-Shirt, Glasflaschen, Kronkorken, Joghurtbecher, sogar eine Radkappe hatten die Kinder der Erlenbachschule am Ende ihres Rundgangs in Elz aufgesammelt. Mehr als 40 Tüten voll Müll seien ihr Ergebnis der Umweltkampagne „Sauberhafter Schulweg“, die das Hessische Umweltministerium in diesem Jahr zum 16. Mal initiiert hatte und an der sich die Grundschüler beteiligten, berichtet die stellvertretende Schulleiterin Beate Kallenbach.

Warum sie die Hinterlassenschaften anderer aufklaubten? Ein Viertklässler hat die Antwort: Man müsse mit gutem Beispiel vorangehen und die Umwelt sauber halten. Immerhin habe man Arbeitshandschuhe angehabt. Und außerdem sei es ein sommerlicher Schulmorgen mit ein wenig Wandertag-Atmosphäre gewesen.

Eklig war es trotzdem auch. Besonders auf den Wegen bei den Schrebergärten, nahe der Reithalle, berichten die Kinder. Weshalb gerade dort, wo die Natur mit großer Hingabe gepflegt wird, Unrat auf die Schotter- und Feldwege geworfen wird, bleibt unverständlich. Fest steht lediglich, dass dort keine Mülleimer aufgestellt sind, weshalb manche Spaziergänger möglicherweise leichter in Versuchung kommen, ihren Müll fallen zu lassen.

Die Erlenbach-Kinder nicht. Sie haben gelernt, wie man sich verhält, wenn man sich zum Picknick niederlässt und anschließend nicht weiß, wohin mit dem Abfall. „Entweder in die Hosentasche oder in den Rucksack stecken“, sagt ein Mädchen. Tatsächlich gehe es darum, hat Lehrerin Diana Zadrus in einem Brief an die Eltern geschrieben, „das Bewusstsein für eine intakte Umwelt, den Wert von Ressourcen und die Wichtigkeit von Abfallvermeidung zu sensibilisieren und zu schärfen. Die Schüler und Schülerinnen können sich als Vorbilder für den Umweltschutz engagieren und treten somit auch mit gesellschaftlicher Verantwortung in die Öffentlichkeit.“ Wichtig sei freilich, dass diese Müll-Sammelaktion keine einmalige Angelegenheit bleibt, teilt das Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in der Projektankündigung mit. Engagement und Verantwortung für die eigene Umgebung sollen dauerhaft übernommen werden.

Für die Kinder aus Elz ist das keine Herausforderung. Klar, sagt ein Schüler, habe er schon Menschen beobachtet, die ihren Abfall in die Landschaft werfen. Sie anzusprechen traute er sich aber nicht, gibt er zu. Handeln wollte er aber trotzdem. Deshalb räumte er dann den fremden Müll weg. Das sei schließlich auch eine Lösung, sagt er.

Im Sinne der Umweltkampagne des Hessischen Ministeriums ist das jedenfalls eine Lösung, die honoriert wurde. Aus Wiesbaden kam nämlich jetzt die Nachricht: „Eure Schule gehört zu den Gewinnern der diesjährigen Aktion. Ihr erhaltet als Würdigung Eures besonderen Engagements für den Umweltschutz 200 Euro.“ Und weiter heißt es: „Es ist eindrucksvoll, mit wie viel Begeisterung wieder über 20 000 Schülerinnen und Schüler aus ganz Hessen mitgemacht haben.“ Was die Erlenbachschule mit dem Geld anfangen wird, ist für die stellvertretende Schulleiterin Beate Kallenbach klar. „Wir wollen unseren

Schulgarten erweitern

.“ Gemüse, statt Müll sozusagen.

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