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Die Rotjacken Elz haben die Entscheidung getroffen, dass es künftig keinen Hexenkessel mehr geben wird.

Karneval

Nach 25 Auflagen: Aus für den Elzer Hexenkessel

2019 wird es nach 25 Auflagen keinen Elzer Hexenkessel mehr geben. Und auch auf die Frauenfastnacht müssen die Elzer im nächsten Jahr verzichten. Damit fallen zwei Höhepunkte der Fastnacht weg.

Eine kurze Meldung am Wochenende auf Facebook verkündete das Aus. Nach 25 Jahren wird es nächstes Jahr keinen Elzer Hexenkessel mehr geben, wie der Hexenmeister Gerd Hammrich mitteilt. Die Durchführung sei durch steigende Auflagen immer schwieriger geworden und das Interesse habe abgenommen. Daher hätten sich die Rotjacken des Kulturkreises Elz zu diesem Schritt entschlossen.

Erst in diesem Jahr feierte der Hexenkessel ein kleines Jubiläum, da er sich zum 25. Mal durch die Gassen schlängelte. Die Idee, an Altweiberfasching eine Straßenfastnacht in Elz zu organisieren, stammte von Karl Schäfer. Von Anfang an setzte Gerd Hammrich als Hexenmeister diese Idee um und war bis zuletzt für die Organisation zuständig. Aber auch er kündigte innerhalb des Kulturkreises schon an, dass er diese Aufgabe gerne in jüngere Hände übergeben möchte.

Bis zu 66 Gruppen

Der Höhepunkt war die Teilnahme von 66 Gruppen, Tausende Besucher aus der ganzen Region säumten dabei die Straßen. In den vergangenen Jahren war es ein kleinerer aber feiner Umzug. Die Gruppen wurden weniger, die Kostüme dafür immer phantasievoller. Die Rotjacken versuchten auch immer wieder gegenzulenken, damit die Attraktivität erhalten bleibt. Endete der Zug viele Jahre auf dem Rathausplatz mit einem Hexenfeuer, ging es die vergangenen beiden Jahre ins Bürgerhaus. Dort konnten die Narren wetterunabhängig weiterfeiern.

„Der Hexenkessel ist ausgelutscht“, sagt der Hexenmeister auf Nachfrage. Seit Jahren renne er den Gruppen hinterher, es würden dennoch immer weniger. Die Gaststätten hätten kein Interesse mehr und manche Straßenabschnitte seien leer und ohne Zuschauer. „20 Teilnehmer war immer die rote Linie“, sagt Hammrich. Es habe zum Jubiläum zwar noch mal einen kleinen Aufschwung gegeben, aber schlussendlich sei es vorbei.

Sein Dank gilt vor allem der Elzer Feuerwehr, dem Roten Kreuz und dem Bauhof, die die Veranstaltung immer tatkräftig unterstützt haben. Hammrich macht auch klar, dass es eine Nachfolgeveranstaltung in der Form nicht geben werde.

Kreative Pause

Ganz so endgültig scheint es mit der Elzer Frauenfastnacht nicht zu sein. Zwar nehmen sich die Organisatorinnen eine Auszeit, um sich neu aufzustellen und neue Ideen zu sammeln. Aber sie möchten gerne weitermachen. Nur nicht 2019. „Wir nehmen uns die Zeit, uns zu sortieren“, sagt Bettina Wilhelm aus dem Organisationsteam. Zwei Gründe spielen mit rein. Bisher fand die Frauenfastnacht unter dem Dach der Katholischen Frauengemeinschaft (KFD) statt. Doch diese schrumpfe und habe es über Jahre versäumt, Nachwuchs zu finden. „Ich möchte die Fastnacht, die einen katholischen Ursprung hat, weiterleben, aber auch Menschen außerhalb der Kirche für die Fastnacht begeistern“, sagt Bettina Wilhelm.

Das war mit ein Grund, weshalb sich das Orga-Team von der KFD getrennt hat. Außerdem seien, als es losging, viele Frauen nicht berufstätig gewesen, doch inzwischen gehen alle Arbeiten und so sei es für alle Beteiligten viel Stress gewesen, so Wilhelm weiter. Auch wenn sich die Frauen jetzt sortieren müssen, neue Ideen sammeln wollen und Konzepte für die Zukunft entwickeln möchten, ist sich Bettina Wilhelm sicher: „Wir machen weiter!“

von HEIKE LACHNIT

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