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Gelungene Gemeinschaftsproduktion für die Johanneskapelle: das neue schmiedeeiserne Tor. Von links Reinhold Schmitt (Geschichtsverein), Thomas Schmitt (Gemeinde) und Josef Schmitt (Vorsitzender Geschichtsverein), Bürgermeister Horst Kaiser, Marion Jeuck, Michael Jeuck, Werner Kulbach mit seinen Enkelkindern sowie Schwiegertochter Sybille und Sohn Andreas Kulbach, Uwe Müller und Sohn Philliph Müller.

Schmuckstück für die Elzer Johanneskapelle

Das neue schmiedeeiserne Tor

Einst schmückte das schöne Tor das Amtsgericht in Diez, jetzt ziert und schützt es die Elzer Johanneskapelle am Ortsausgang Richtung Hadamar.

Von ANETTE IN CONCAS

Immer wieder ärgerlich: Die einen halten die Dinge sorgsam in Ordnung, die anderen beschädigen sie mutwillig. Das ist auch häufig bei der Elzer Johanneskapelle am Ortsausgang Richtung Hadamar der Fall. Der Elzer Geschichts- und Museumsverein hat es sich schon vor längerer zum Ziel gesetzt, hier einen Riegel vorzuschieben und hat – dank eines glücklichen Zufalls – den Entschluss fast wörtlich umgesetzt: Ein schmuckes schmiedeeisernes Tor schützt jetzt die Vorhalle der Kapelle vor Schmierereien und ähnlichen Beschädigungen.

Das schöne Tor verschloss im 19. Jahrhundert den Zugang zum Diezer Amtsgericht und bekam, als es dort nicht mehr gebraucht wurde, ein neues Zuhause am Diezer Schlossberg 5. Der Besitzer und Elzer Meister im SHK-Handwerk, Andreas Kulbach, hat das Haus saniert und das Tor, das nicht mehr gebraucht wurde, abgebaut und mit nach Elz genommen. Da stand es nun einige Zeit – bis sein Vater Werner Kulbach hörte, dass der Geschichtsverein für ein neues Tor an der Kapelle sorgen wolle. Sein Vorschlag zu probieren, ob dieses Tor genutzt werden könne, wurde gerne aufgegriffen. Und siehe da: Das gute Stück passte haargenau, nicht nur in der Größe, sondern auch vom Erscheinungsbild, musste aber noch renoviert werden.

Die Instandsetzung geschah in schöner Elzer

Gemeinschaftsarbeit

: Michael Jeuck vom gleichnamigen Metallbaubetrieb übernahm die Schmiedearbeiten und baute das Tor zu guter Letzt ein, Malermeister Uwe Müller sorgte für den Farbanstrich des Tors und den Mineralputz drumherum.

In einer kleinen Feierstunde bedankte sich der Vorsitzende des Elzer Geschichts- und Museumsvereins, Josef Schmitt, bei allen Sponsoren und Thomas Schmitt (Bauamt), der für die Koordination sorgte, für das gelungene Werk. Auch Bürgermeister Horst Kaiser (CDU) freute sich über diese vorbildliche Lösung und dankte allen Beteiligten, insbesondere auch dem Elzer Geschichtsverein für seine große Initiative zum Erhalt dieses Kleinods am Ortsausgang nach Hadamar. Die Kapelle gehört nämlich der Gemeinde, gehütet und erhalten wird sie aber durch den Elzer Geschichtsverein.

Josef Schmitt erwähnte die langjährige ehrenamtliche Betreuung der Kapelle durch das Vereinsmitglied Josef Weimer, der in den 1970ern eine umfangreiche Renovierung veranlasste. Auch in den vergangenen Jahren hat der Verein große

Investitionen

an der Kapelle ausgeführt, beginnend mit der Elektrifizierung bis hin zu dem Einbau eines Glockenstuhls mit einer historischen Glocke. Sorge bereite den Besuchern noch der alte Fliesenbelag, der durch die vielen Klebespuren des Teppichbodens an der Oberfläche gelitten hat und hässliche Spuren aufzeigt. Hier ist dringend eine Lösung erforderlich.

Die Johanneskapelle wurde im Jahr 1891 durch den Diözesanbaumeister Max Meckel erbaut. Auch das Elzer Pfarrhaus stammt aus seinen Planungen. Meckel entwarf mehr als 50 Kirchen, meist im neugotischen Stil. Gestiftet wurde die Kapelle seinerzeit durch das Ehepaar Johann Faust aus Elz.

Die Kapelle steht unter Denkmalschutz. Sie wird traditionell zweimal im Jahr für den Gottesdienst genutzt: Am Vorabend vor Christi Himmelfahrt beginnt hier die Bittprozession, die durch die Felder führt und schließlich mit einem Gottesdienst in der Kapelle endet. Und am Johannestag, am 24. Juni, wird hier zum Patronatsfest der Elzer der Gottesdienst abgehalten. „Für die Elzer ist die Kapelle, die ihrem Patron gewidmet ist, ein ganz besonderer Ort“, betont auch Pfarrer Franz-Josef Kremer, „auch wenn der Standort manchmal nicht so ideal ist.“ Der große Verkehr auf der Hauptstraße ist der Erhaltung der Kapelle nicht unbedingt förderlich, und beim Gottesdienst hupen die Autofahrer leider oft beim Vorbeifahren.

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