Dieser Entwurf zur Tank- und Rastanlage an der Autobahn am "Elzer Berg" wurde 2013 vorgestellt. Links ist der Waldsaum zu erkennen, der die Raststätte zur Gemarkung Görgeshausen abtrennt. Die rote Linie zeigt die Landesgrenze.
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Dieser Entwurf zur Tank- und Rastanlage an der Autobahn am "Elzer Berg" wurde 2013 vorgestellt. Links ist der Waldsaum zu erkennen, der die Raststätte zur Gemarkung Görgeshausen abtrennt. Die rote Linie zeigt die Landesgrenze.

Wird die geplante Tank- und Rastanlage am Elzer Berg gebaut oder nicht?

Pause für die Planer, nicht für die Fahrer

Der Elzer Bürgermeister Horst Kaiser (CDU) sagt, die Sache sei "sehr kompliziert". Nach einer raschen Entscheidung klingt das nicht.

Elz -Die A 3 gehört zu den bundesweit am meisten befahrenen Autobahnen. Tausende von Lkw donnern jeden Tag zwischen Frankfurt und Köln über den Elzer Berg, transportieren Waren und beliefern den Groß- und Einzelhandel. Nur eine Pause einlegen sollen die Brummis nicht, jedenfalls nicht an einer Rastanlage, die vor rund zehn Jahren auf Elzer Gemarkung geplant wurde. Dagegen laufen die Bürger der angrenzenden Gemeinde Görgeshausen Sturm.

Ob und wie der Ärger der Rheinland-Pfälzer und das Unverständnis der Elzer kanalisiert werden kann, ist ungewiss. Bürgermeister Horst Kaiser (CDU) sagt, eine Lösung sei "sehr kompliziert". Denn die Rastanlage soll zwar auf Elzer Gebiet errichtet werden. Die Zufahrt aber müsste über Görgeshausener Grund führen. Um ein paar hundert Meter geht es, sagt Kaiser. Aber die sind entscheidend.

ändert sich

Entschieden wird allerdings derzeit nicht. Hessen Mobil warte ab, teilte Kaiser auf der Bürgerversammlung mit. Denn bereits in wenigen Monaten ist die hessische Verkehrsbehörde nicht mehr für die Autobahn zuständig. Am 1. Januar soll die 2018 gegründete Autobahn GmbH des Bundes die Verantwortung für Planung, Bau, Betrieb, Erhaltung, Finanzierung und vermögensmäßige Verwaltung der Autobahnen und Fernstraßen in Deutschland übernehmen. Wie schnell die sich mit dem Parkplatzproblem am Elzer Berg befassen werde, könne er nicht abschätzen, sagt Kaiser. Mandy Burlaga, Sprecherin der Autobahn GmbH, erklärt auf Anfrage: "Aktuell ist Hessen Mobil zuständig, so dass wir hierzu keine Aussagen tätigen können."

Fest steht, die Rheinland-Pfälzer haben sich bereits vor Jahren vehement gegen eine Rastanlage gestemmt und ihre Position seither nicht geräumt. Zum Ärger der Gemeinde Elz und deren Bürgermeister. Der ist noch immer hörbar verärgert, wenn er an ein Bürgergespräch zu diesem Thema in Görgeshausen zurückdenkt. "Was mir sauer aufstößt, ist dass die Lkw-Fahrer kriminalisiert wurden", sagt Kaiser. Die Argumente damals waren, die Straßenprostitution würde florieren und das Gebiet nahe der Autobahn zum "größten Puff Europas" machen. Kinder könnten nicht mehr allein auf die Straße gelassen werden, war eine Befürchtung. Außerdem würde der kleine Ort aus der Verbandsgemeinde Montabaur von Motoren-Dauerlärm betäubt.

wegfallen

Alles falsch, hält Bürgermeister Kaiser dagegen. Dass parkende Fahrzeuge Lärm verursachen würden, sei falsch, und Lkw mit brummenden Kühlaggregaten könnten schließlich auf den entlegensten Plätzen abgestellt werden. Zudem hatte Hessen Mobil der Görgeshauser Bevölkerung vor Jahren angeboten, die Lärmschutzwand an der A 3 zu verlängern. Diese Zusage wird aus Kaisers Sicht wegfallen, wenn das Projekt aus der Zuständigkeit von Hessen Mobil herausgenommen wird. Görgeshausen hätte "eine Chance gehabt" und diese vertan.

Und auch das Argument der um sich greifenden Straßenprostitution weist der Elzer Rathauschef zurück. Seine Gemeinde habe die eigene Gemarkung zum Sperrbezirk erklären lassen. Weshalb der rheinland-pfälzische Ort dies nicht auch vorangetrieben habe, begreift er nicht. Es bleibt, wie Horst Kaiser in der Bürgerversammlung ankündigte, "sehr kompliziert".

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