+
85 Studenten schauten sich die Gemeinde an und werden der Verwaltung Tipps zur städtebaulichen Gestaltung geben.

Stärken und Schwächen

Studenten der TU Darmstadt nehmen Elz unter die Lupe

Zwei Tage lang nahmen 85 Studenten der TU Darmstadt die 8400-Seelen-Gemeinde Elz genau unter die Lupe, um die Stärken und Schwächen aus städtebaulicher Sicht herauszufinden. Stadtführer zeigten verschiedene Bereiche in der Gemarkung und erzählten etwas zur Geschichte des Ortes.

„Auf den ersten Blick wirkt Elz nicht sehr einladend“, so eine Studentin noch relativ zu Beginn des Rundgangs in Elz. Sie sei aus Richtung Staffel über die B 8 nach Elz hineingekommen, und es wirke alles sehr zusammengewürfelt. Ob einem das als Einheimischen gar nicht mehr so auffalle, fragte sie. Doch nach rund zweieinhalb Stunden Rundgang durch verschiedene Bereiche des Ortes, begonnen im historischen Ortsteil bis vor zur Hauptstraße gab sie zu, dass der Ort doch auch einige Stärken aufzuweisen habe.

Insgesamt 85 Studenten der TU Darmstadt warfen am Donnerstag und Freitag einen sehr genauen Blick auf Elz und nahmen verschiedene Bereiche unter die Lupe. Zu den besonders betrachteten Bereichen zählte die „Neue Mitte“ mit dem Gebäudekomplex um das Hotel Schäfer sowie die Hauptstraße, ein südliches Gebiet zwischen A3 und B8, das historische Zentrum, der nördliche Ortsteil Richtung Ortsausgang nach Hadamar sowie der östliche Bereich zwischen Bahnschienen und Fleckenberg. Zum einen erliefen die Studenten diese Bereiche, bewerteten sie jedoch auch anhand von vorliegendem Kartenmaterial.

Die Zusammenarbeit entstand daher, dass die Gemeinde ein Areal von etwa 2300 Quadratmeter erworben hat. Dieses besteht aus dem ehemaligen Hotel Schäfer, einer ehemaligen Drogerie an der Hauptstraße sowie einer ehemaligen Gaststätte an der Weberstraße. Eine Sanierung dieses Gebäudekomplexes wäre sehr aufwendig und teuer.

Daher entstand die Idee, diese Fläche zu einem Gesamtprojekt zusammenzufassen und in exponierter Lage eine „Neue Mitte“ entstehen zu lassen. Der Bürgermeister Horst Kaiser (CDU) erhofft sich von dieser Aktion, dass mit diesem Blick von außen neue Ideen für die städtebauliche Entwicklung entstehen.

Dabei schauten sich die Studenten nicht nur den Ist-Zustand an. Sie stellten Fragen zur Geschichte des Ortes wie das Vorhandensein von Kneipen oder Bäckereien. Auch interessierten sie sich neben den Gebäuden für die örtliche Infrastruktur. Wie viele Schulen sind in Elz? Wie viele Kindergärten? Wie sind das Vereinsangebot und das Miteinander? Gibt es genügend Platz für die Vereine, bei der großen Anzahl? Wie viele Pendler gibt es in Elz, und pendeln die alle nur aus Elz raus oder auch rein? Recht schnell wurde den Studenten klar, dass es vor allem das soziale Gefüge ist, welches einen hohen Stellenwert in Elz besitzt. Das rege Vereins- und Gemeinschaftsleben sei ein sehr großer Pluspunkt der Gemeinde, stellten sie fest.

Die zehn Stadtführer freuten sich sehr über das rege Interesse der Studenten. Am Freitagabend zeigten die Studenten dem Bürgermeister erste Eindrücke. Sie hätten vor allem Mutmach-Slogans entwickelt, welche Elz bezeichnen würden, so Kaiser auf Nachfrage. Besonders eindrücklich blieb ihm der Slogan „Elz – wo jeder zählt“ in Erinnerung. Aber ihm ist auch bewusst, dass die Gemeinde durch dieses Projekt viele Anregungen erhält, aber keine fertigen Lösungen. Im Frühjahr ist eine Präsentation der Eindrücke geplant.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare