Dr. Georg Fröhlich impfte in Elz die 83-jährige Seniorin Marianne Schele.
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Dr. Georg Fröhlich impfte in Elz die 83-jährige Seniorin Marianne Schele.

Gute Nachrichten aus Elz

Wenn das Impfteam schnell anrückt

  • vonRobin Klöppel
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Elf Tage nach der Information gibt es in Seniorenwohnanlage den schützenden Pieks

Elz -Der Landkreis Limburg-Weilburg war die vergangenen Wochen in Sachen Corona-Schutzimpfungen nicht immer positiv in den Schlagzeilen. Dass es auch schnell und unbürokratisch gehen kann, ältere Menschen durch eine Impfung zu schützen, zeigt hingegen ein Beispiel aus Elz. Dort hatte die Tochter einer Bewohnerin der Seniorenwohnanlage in der Rathausstraße, die namentlich nicht genannt werden will, am 13. März Landrat Michael Köberle (CDU) darum gebeten, ein Impfteam vorbeizuschicken. Am Mittwochnachmittag war es bereits da.

Dr. Georg Fröhlich nahm im Gemeinschaftsraum des Hauses bei neun impfwilligen Bewohnern die erste Schutzimpfung vor. Drei weitere Bewohner hatten bereits eine Schutzimpfung. Dass die Impfteams nichts dafür können, dass es mit den Impfungen in der Region nicht so zügig wie von vielen Bürgern erhofft vorangeht, berichtet einer der Notfallsanitäter, Carsten Fruhner vom Deutschen Roten Kreuz ist seit Wochen jedenfalls Tag für Tag mit dem mobilen Impfteam unterwegs und braucht sich sicherlich nicht vorwerfen lassen, seine Arbeit nicht mit Herzblut zu machen. "Wir wollen auch, dass es schneller vorangeht, aber wir brauchen einfach mehr Impfstoff", sagt der Elzer.

Seniorengerechte

Eigentumswohnungen

Warum die überwiegend alleine lebenden Bewohner der 17 Wohnungen in der Seniorenanlage in der Rathausstraße bisher im Gegensatz zu den Bewohnern der beiden Elzer Seniorenheime nicht geimpft waren, hat laut der Tochter der 74-jährigen Bewohnerin Ursula Kloft damit zu tun, dass die Senioren im Hause als Mieter oder Besitzer der dortigen seniorengerechten Eigentumswohnungen für Menschen über 60 Jahre auf sich alleine gestellt seien. Dies sei so, seit die Caritas aus dem Projekt ausgestiegen sei und keine wöchentliche Beratung mehr anbiete.

Sie habe bereits auf eigene Faust versucht, für ihre Mutter einen Impftermin zu bekommen, erzählt die Tochter. Doch bisher habe sie keinen festen Termin erhalten. Die Angehörige sieht aber eine hohe Ansteckungsgefahr in der Anlage, da Bewohner im Dorf unterwegs seien und sich teilweise auch in Coronazeiten weiter gegenseitig in den Wohnungen besuchten. Im Haus achte auch niemand darauf, ob die älteren Menschen eine Maske tragen. Zum Teil würden die betagten Bewohner die Masken einfach vergessen. Nicht jeder habe Angehörige wie ihre Mutter, die sich kümmerten.

Gefahr ist nicht mehr

allen zu vermitteln

Ebenfalls kämen Besucher der Bewohner ohne vorherigen Schnelltest täglich ins Haus. Beispielsweise im Aufzug des Hauses komme es aber zu engen Begegnungen. Gerade demenzkranken älteren Menschen sei die von Corona ausgehende Gefahr für alle in dem Haus nicht mehr zu vermitteln. Die Tochter ist überzeugt: "Wenn sich hier einer ansteckt, haben sich schnell alle angesteckt". Und es gebe Bewohner, die über 90 Jahre alt seien, unter Vorerkrankungen der Lunge oder Krebs litten und für die eine Corona-Ansteckung schlimme Folgen haben könne.

Von daher ist die Frau sehr dankbar dafür, dass der Landkreis auf ihre Bitte so zügig reagierte. Sie sagt: "Die dritte Corona-Welle rollt gerade auf uns zu. Da ist es jetzt wichtig, besonders gefährdete Menschen wie eben ältere Leute so schnell wie möglich zu impfen". Darum habe sie den Kreis angesprochen und ihn darauf hingewiesen, dass hier unbedingt schnell etwas passieren müsse.

Froh über den raschen besuch des mobilen Impfteams zeigt sich Bewohnerin Marianne Scheler. Sie sagt: "Corona ist da und ich bin vorsichtig, ziehe immer eine Maske auf." Dennoch sei es schön, endlich die erste Impfung zu erhalten. Die 83-Jährige sagt: "Ich will mich auch nicht ganz zurückziehen. Wenn man nur noch in der Wohnung sitzt, hat man ja gar nichts mehr vom Leben." Ursula Kloft gibt zu: "Die Angst vor der Impfung ist schon da, aber die Angst, sich mit Corona anzustecken, ist größer." Den Piecks von Georg Fröhlich hat sie dann aber kaum gespürt. Gerhard Blättel sagt: "Wenn man sich vor Corona schützen will, sollte man sich so schnell wie möglich impfen lassen". Dem 83-Jährigen hatte sein Sohn früh einen Impftermin in Wiesbaden besorgt. Die zweite Impfung habe er mittlerweile bekommen. Robin Klöppel

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