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Die Bärte sind falsch, die Musik ist echt: Benli und machte beim Wutzkopp-Festival auf ZZ Top.

Oldtimer

Das 7. Wutzkopp-Festival begeisterte Oldtimer-Freunde und Rock-Fans

Jede Menge Oldtimer auf der Straße und Musik aus den vergangenen 50 Jahren auf der Bühne im Freibad: Das 7. Wutzkopp-Festival begeisterte junge und jung gebliebene Besucher. Bis tief in die Nacht tanzten die Gäste zu rockigen Klängen.

Dass das Wutzkopp-Festival als Familien-Festival bezeichnet wird, liegt nicht nur daran, dass dort Alt und Jung zusammenkommen, um bei guter Musik gemeinsam zu feiern. Es liegt auch daran, dass die vier Vereinsfamilien von DRK, DLRG, Musikanten und Feuerwehr hier Hand in Hand arbeiten, um zum Gelingen beizutragen. Und es zeigt sich auch darin, dass ganz spontan ein Sparschwein herumgegeben wird, weil die Dohlemer Boube, die letzte Band des Abends, neues Equipment brauchen, nachdem in der vergangenen Woche in ihren Bandraum in Thalheim eingebrochen worden war – und die Einbrecher die gesamte Band-Technik mitgenommen haben. Und jeder der Besucher tat etwas ins Sparschwein, um die fünf jungen Musiker zu unterstützen. Allein dieser Zusammenhalt macht das Wutzkopp-Festival auch im 7. Jahr zu etwas Besonderem.

Am Samstagmittag ging es auf dem Rathausplatz in Elz los, wo sich 127 Teilnehmer mit ihren Oldtimern einfanden, um auf große Fahrt durch den Westerwald zu gehen. Musik gab es da natürlich auch: The Boosters spielten Rock-

Coversongs

aus den 60er- und 70er-Jahren. Damals war Ernst Müller aus Elz ein junger Mann. Der Elzer ist heute 81 Jahre alt, genauso wie sein Motorrad der Marke „Wanderer“. Beide sind Baujahr 1937, Ernst Müller war damit der älteste Teilnehmer der Oldtimerfahrt. Im Jahr 1987 hatte er „den alten Schrotthaufen“ in einer Scheune gefunden und ihn zwei Jahre lang restauriert. „Mit ihren zwei PS ist sie nicht die Schnellste, aber sie fährt sich gut und ist absolut zuverlässig“, schwärmt er vom Motorrad. Er sei fasziniert von diesem alten Fahrzeug, weil es diese Technik heute gar nicht mehr gibt, sagt Ernst Müller. Und diese Faszination ist auch den anderen Fahrern anzumerken. Sie schwärmen vom selbst am Auto herumschrauben, vom Restaurieren und von dem Fahrgefühl, das bei den modernen Autos fehlt. Und natürlich der Klang der Motoren: Es tönt ein Röhren über den Rathausplatz, als es zur großen Fahrt losgeht. Das älteste Auto bei der Oldtimerfahrt war ein Bentley aus 1949, das älteste Motorrad stammt aus dem Jahr 1936. Das Publikum wählte einen Lamborghini zum Champion.

Auch der Oldtimerbus der Firma Schermuly ging wieder auf Tour – Elfriede Schlag nutzte wieder diese Gelegenheit, an der Oldtimerfahrt teilzunehmen. Und natürlich blieb sie im Anschluss noch ein Weilchen beim Festival – mit ihren 91 Jahren war sie die älteste Festivalbesucherin. Die Musik sei zwar ein wenig laut, aber richtig gut, sagte sie.

Auf der Wutzkopp-Bühne gaben sich insgesamt sechs Bands ein Stelldichein. Diego’s Bluesband hatte wundervollem Chicago Blues dabei. Eine Mischung aus gecoverten Liedern von Jimi Hendrix, ZZ Top und eigenen Liedern hatte das Familientrio Benli im Gepäck. Da kam auch der Spaß nicht zu kurz, als sich die beiden Gitarristen für die ZZ-Top-Performance Bärte anlegten.

Ruhiger wurde es beim Auftritt von The Powe. Mit sanften Tönen, Akustikgitarren und Cajon verpasste die Band Songs wie „Pokerface“ von Lady Gaga oder „Wonderwall“ von Oasis ein sanftes Gewand und begeisterte mit eher leisen Tönen. Danach gab es einen Ausflug in Rock der 70er-Jahre mit Radio ’69. David Barfuss und Sohn Marlon sowie Willi Wingenbach und Sohn Anton entführten die Zuhörer in die goldene Zeit des Rock. Auf keinen Fall dürfen die Elzer Musiker von Mooderlabbe bei einem Festival fehlen, sind sie doch Mitbegründer dieser Veranstaltung. Schnell hoben sich die Hände in die Luft, um im Rhythmus mit zu klatschen. Sie stimmten das Publikum sehr gut ein auf den Hauptakt danach, Beakers Mom. Für die nächsten 90 Minuten entführten diese mit Dr. Alban, East Seventeen und Backstreet Boys in die Ära der 90er-Jahre, ließen die Besucher zu „Jump“ mitspringen und brachten das Freibad zum Brodeln. Und auch die Dohlemer Boube, die zum Abschluss die Bühne rockten, sorgten für gute Unterhaltung mit ihren

Coversongs

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Und am Ende waren sich alle einig, dass sich die ganze Arbeit gelohnt hat und dass das Festival im kommenden Jahr in die achte Runde gehen wird.

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