+
Symbolbild zur Wahl

Stichwahl

Endspurt im Rennen um den Landrats-Posten

  • schließen

Gut eine Woche vor der Stichwahl haben die Landratskandidaten Michael Köberle (CDU) und Jörg Sauer (SPD) am Samstag den Endspurt eingeläutet. Auf dem Limburger Neumarkt präsentierten sich beide zuversichtlich und kämpferisch.

Im ersten Wahlgang lag Michael Köberle zwar deutlich mit 41,6 Prozent zu 29,5 Prozent vorne, doch beide Bewerber sind sich einig, dass das Rennen um den Landrats-Posten noch nicht entschieden ist. Bis zuletzt wollen sie mit verschiedenen Aktivitäten um jede Stimme kämpfen.

Am Samstag standen sie mit ihren Info-Ständen in der Limburger Fußgängerzone nur wenige Meter auseinander. Während die CDU Popcorn an die Passanten verteilte, servierte die SPD heiße Waffeln. Sonst läuft die letzten Tage vor der Stichwahl bei beiden vieles ähnlich. Köberle und Sauer wollen so viele Veranstaltungen wie möglich in der Region besuchen, nebenbei noch an Bahnhöfen Werbung verteilen und im einen oder anderen Stimmbezirk noch Hausbesuche machen. Auffällig ist nur, dass Sauer und Köberle die Schwerpunkte auf unterschiedliche Orte legen – wo sie noch besonders viel zusätzliches Wählerpotenzial für sich sehen. Bei Köberle sind das Limburg und die schwarzen Hochburgen bis in den Westerwald nach Waldbrunn und Mengerskirchen hinein. Sauer will unter anderem in Hünfelden, Runkel, Villmar und Weilmünster stärker zulegen. Bad Camberg ist von beiden Teams hart umkämpft. Dort, wohin es die Kandidaten in dieser Woche nicht noch einmal schaffen, müssen Prospekte und Internetvideos bei facebook und Instagram reichen.

Köberle sagt: „Ich sehe die Chancen jetzt bei 50:50“. Die Frage sei, wer wie viele Menschen an die Wahlurne bringen könne und was die Wähler der ausgeschiedenen Kandidaten machten.

Die möchte der 52-Jährige auch umgarnen. Er versichert: „Ich bin nicht der zweite Manfred Michel. Wer mich von meiner Amtsführung als Limburger Stadtverordnetenvorsteher kennt, weiß, dass ich alle Fraktionen im Kreistag gleich fair behandeln werde“. Auch wenn er nicht Michel 2.0 ist, sieht er keinen Anlass, in erfolgreichen Bereichen wie den modernen Schulen und dem schnell gewordenen Internet Dinge zu verändern. Bei Feldern wie dem Straßenausbau oder der medizinischen Versorgung, wo viele Bürger am Stand Sorgen geschildert hätten, da werde er auch mehr tun, betont Köberle. Er bedauert, dass die SPD versuche, durch eine „Wir sind Oberlahner“-Kampagne für Sauer den Kreis zu spalten.

Jörg Sauer erläutert, dass er sich trotz seines deutlichen Rückstands für Sonntag einen Sieg ausrechnet. „Ich bin fest überzeugt, dass noch etwas geh“, so der 55-Jährige. Denn im Gegensatz zum ersten Wahlgang, der mit der Landtagswahl zusammenfiel, würden bei der Stichwahl nur die zur Wahl gehen, die sich für die Kreispolitik interessierten.

Viele von denen wünschten sich frischen Wind im Kreishaus und dass verkrustete Strukturen mal aufgebrochen würden. Der Löhnberger glaubt, im zweiten Wahlgang Stimmen seiner schon ausgeschiedenen Mitbewerber „einsammeln“ zu können.

Ein brennendes Thema für viele am Stand sei bezahlbarer Wohnraum, ein anderes die Verkehrsproblematik in Limburg und Umgebung. Das könne aber eine Stadt wie Limburg nicht alleine lösen, sagt Sauer. Da müsse man die Verkehre im Umkreis von 40 bis 50 Kilometer um die Region herum gezielt lenken.

(rok)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare