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Der Kreis investierte in Photovoltaikanlagen. Im Bild von links Erster Kreisbeigeordneter Helmut Jung, Georg Hohmann vom Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) und Betriebsleiter AWB Bernd Caliari auf dem Dach des Kompostwerks in Beselich, Niederstein-Nord.

Verabschiedung

Erster Kreisbeigeordnete Helmut Jung wird in den Ruhestand verabschiedet

Helmut Jung hatte spannende Herausforderung in seiner Amtszeit als Erster Kreisbeigeordneter zu bewältigen. Beispielsweise das PCB im Trinkwasser und die drohende Vogelgrippe aus Asien. Besonders interessant war für ihn jedoch das Thema erneuerbare Energien.

Herausforderungen hat Helmut Jung geliebt. Ob als selbstständiger Architekt, als ehrenamtlicher Kommunalpolitiker der SPD oder als hauptamtlicher Erster Kreisbeigeordneter im Landkreis Limburg-Weilburg. Jung hat sie nicht nur angenommen, sondern auch bravourös gemeistert und allein in den 34 Jahren seiner politischen Tätigkeit öffentliche Anerkennung gefunden. Am morgigen Freitag tritt Helmut Jung nach zwölfjähriger Tätigkeit als Erster Kreisbeigeordneter in den Ruhestand und wird am Freitag um 15 Uhr vom Kreistag in einer Veranstaltung im Bürgerhaus in Weilmünster-Laubuseschbach offiziell verabschiedet.

Der Sozialdemokrat Helmut Jung ist 67 Jahre alt und stammt auch aus Laubuseschbach, wo er heute mit seiner Familie wohnt. Mit zwölf Amtsjahren ist Jung der am längsten amtierende Erste Kreisbeigeordnete im Landkreis Limburg-Weilburg. Verantwortlich für das Amt für Öffentliche Ordnung, das Gesundheitsamt und das Amt für den Ländlichen Raum, Umwelt, Veterinärwesen und Verbraucherschutz sowie für den kreiseigenen Abfallwirtschaftsbetrieb hat Helmut Jung maßgeblich die Geschicke des Landkreises Limburg-Weilburg mitbestimmt. Besonders am Herzen lagen ihm dabei die Themen „Erneuerbare Energien“ und „Abfallwirtschaft“.

Drohende Pandemie

Das sind eine Menge Zuständigkeiten. Zum Bereich „Öffentliche Ordnung“ zählten auch Aufgabengebiete von der Bauaufsicht über Führerscheinstelle bis zur Kfz-Zulassung . Als besonders wichtig empfand Jung den Brand-, Zivil- und Katastrophenschutz mitsamt der Aufsicht über die Zentrale Leitstelle sowie Feuerwehren und Rettungsdienste. Doch auch im Gesundheitsamt habe er mit spannenden Themen zu tun gehabt oder außergewöhnliche Herausforderungen zu bewältigen, meint Helmut Jung und erinnert sich an das Beispiel Vogelgrippe. Vor einigen Jahren drohte ein Überspringen der Vogelgrippe von Asien auf Menschen in Europa. Das Land stellte sich bereits auf das Eintreffen einer solchen Pandemie ein: Der Kreis habe alle Ärzte mobilisiert und sich auf eine große Impfaktion vorbereitet. Zahlreiche Einsatzkräfte, vor allem Feuerwehrleute, seien im Kreis vorsorglich geimpft worden. Zum Glück sei der Ernstfall aber dann doch nicht eingetreten.

Als eine ebenfalls große Herausforderung bezeichnete Jung die Qualitätssicherung des Trinkwassers, wofür im Gesundheitsamt zwei Fachingenieure ständig mit Überprüfungen beschäftigt seien. Vor einigen Jahren seien in Proben Spuren der krebserregenden Chlorverbindung PCB festgestellt worden. In zahlreichen Hochbehältern waren PCB-haltige Anstriche verwendet worden. PCB könne zwar nicht direkt vom Wasser aufgenommen werden, es lagere sich aber an mikroskopisch kleine Schwebstoffe im Wasser an. „Wir waren bundesweit die Ersten, denen das aufgefallen ist“, sagt Helmut Jung. Solche Anstriche dürfen heute in Deutschland nirgendwo mehr in Verbindung mit Lebensmitteln verwendet werden.

42 Windräder

Jungs politisches Steckenpferd waren „Erneuerbare Energien“. Kaum im Amt als Erster Kreisbeigeordneter rief Jung als Verantwortlicher für den Ländlichen Raum die Arbeitsgruppe „Erneuerbare Energien“ ins Leben. Für die Summe von etwa einer halben Million Euro sei im Kreis Energie verbraucht worden. Da sei es auch ökonomisch sinnvoll gewesen, einen größeren Teil davon auch hier selbst zu erzeugen.

Das sei eine klare Aufforderung zur Förderung von Energieerzeugung mit Photovoltaik, Windkraft und Biogasanlagen an Ort und Stelle gewesen. Es wurden Infoveranstaltungen für Landwirte zur Biogaserzeugung organisiert und die meisten der dafür geeigneten Schulgebäude mit Photovoltaikanlagen bestückt. Der Kreis habe auch für die Nutzung von Windkraft geworben. Im Kreisgebiet stünden heute 42 Windräder und weitere 19 Anlagen seien im Genehmigungsverfahren.

VON BERND LORMANN

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