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Es ist nicht mehr das, was es einmal war

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Von: Sabine Rauch

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Die Pandemie hat unser Leben weiter im Griff. Auch für das nächste Jahr ist noch nicht absehbar, wann Kommunion- oder Konfirmationsfeiern in den Kirchen- und Pfarrgemeinden stattfinden können.
Die Pandemie hat unser Leben weiter im Griff. Auch für das nächste Jahr ist noch nicht absehbar, wann Kommunion- oder Konfirmationsfeiern in den Kirchen- und Pfarrgemeinden stattfinden können. © picture alliance / Godong/robert

Die Pandemie hat nicht nur Einfluss auf die Vorbereitung der Gläubigen und auf die Gottesdienste, sondern auch auf die Termine

Gottesdienste nach 3G-Regel oder ganz online, Singen nur mit Maske, Kirmes entfällt. Das Coronavirus bestimmt noch immer unser Leben, auch das kirchliche. Sogar die Sakramente müssen unter Corona-Bedingungen gefeiert werden: Taufe im kleinen Kreis, Hochzeit verschoben, Erste heilige Kommunion nur mit den Paten. Auch die Konfirmation ist nicht mehr das, was sie mal war, jedenfalls nicht die Vorbereitung und das Fest danach. Die Termine haben sich ebenfalls geändert: In Weilburg zum Beispiel wurde die Konfirmation in diesem und im vergangenen Jahr im Herbst gefeiert, nicht im Frühjahr. Nicht einmal in Kriegszeiten seien Konfirmationen in so großem Stile verschoben worden wie in Pandemiezeiten, berichtete Ulrich Finger, der Pfarrer von Münster und Weyer. Corona mache die traditionelle Form des Konfirmandenunterrichts noch immer unmöglich, im vergangenen Jahr seien sogar die Gottesdienste dem Virus zum Opfer gefallen. Das wird vermutlich nicht mehr passieren, aber von einer einheitlichen Regelung und der Rückkehr zu Konfirmationsterminen rund um Ostern sind die Gemeinden noch weit entfernt.

In Hadamar

erst im Sommer

Das gilt auch für die katholischen Gemeinden. Die Pfarrgemeinde Hadamar zum Beispiel will die zukünftigen Kommunionkinder auch im kommenden Jahr erst im Sommer in die Kirchengemeinschaft aufnehmen und nicht kurz nach Ostern. Das war schon im vergangenen Jahr so und sei von allen Beteiligten als sehr positiv erlebt worden, schreibt Gemeindereferent Michael Duchscherer in seiner Einladung zur Vorbereitung auf die Erstkommunion. Ob sich aus diesen beiden Jahren eine grundsätzliche Verschiebung der Erstkommunion-Feiern ergibt, werde sich zeigen, sagt Pfarrer Andreas Fuchs. Ausschließen will er das jedenfalls nicht. "Es muss schon lange nicht mehr der Weiße Sonntag sein." Auch wenn der Weiße Sonntag, der Sonntag nach Ostern, traditionell als Tag der Erstkommunion gilt. Was aber eher Tradition als Vorgabe ist: Seinen Namen habe der Weiße Sonntag nicht von den weißen Kleidern der Mädchen, sondern von den weißen Taufkleidern der ersten Christen, erklärt Pfarrer Fuchs. Die ersten Christen gaben bei ihrer Taufe (in der Osternacht) mit ihren alten Kleidern auch ihre Sünden ab. Später entwickelte sich der Brauch, dass die weißen Kleider die gesamte Osteroktav getragen und erst am 1. Sonntag nach Ostern wieder abgelegt wurden. Irgendwann wurde der 1. Sonntag nach Ostern in allen Pfarreien zum Tag der Erstkommunion. "Aber inzwischen gibt es in jeder Pfarrei einen anderen Rhythmus", sagt Pfarrer Andreas Fuchs. Das hat auch mit den logistischen Herausforderungen zu tun, die die Pfarreien neues Typs mit sich bringen. Es sei "eine pastorale Wirklichkeit in der Diözese", dass nicht wenige Kinder die Erstkommunion nicht am Weißen Sonntag empfangen, sagt Stephan Schnelle, der Sprecher des Bistums Limburg. "In den Pfarreien neuen Typs ist es nicht möglich die Erstkommunion an nur einem Sonntag zu feiern." Trotzdem habe der Weiße Sonntag nicht ausgedient. "Es ist traditionell der Sonntag, an dem hunderte Mädchen und Jungen die erste heilige Kommunion empfangen."

Keine Vorgaben

des Bistums

In welchen Pfarreien der Weiße Sonntag 2022 der große Tag für Mädchen und Jungen sein wird, kann Stephan Schnelle nicht sagen. Das Bistum mache keine Vorgaben, "die Termine und die Konzepte für die Erstkommunionvorbereitung liegen bei den Pastoralteams in den Pfarreien". Das Hadamarer Pastoralteam hat sich für Juni und Juli entschieden, und der Pfarrgemeinderat hat zugestimmt. Das liegt nicht so sehr daran, dass es sich im Sommer besser feiern lässt, sondern daran, dass bis dahin genug Zeit ist, die Mädchen und Jungen auf die Kommunion vorzubereiten. Die nächsten Gruppen beginnen erst jetzt mit dem Kommunionunterricht. Unter Pandemiebedingungen: Gruppentreffen in Präsenz waren lange verboten, also musste der Unterricht eine Zeitlang ausschließlich online stattfinden. Glücklich war damit niemand. "Denn die Gemeinschaftserfahrung gehört dazu." Also habe man auf die Familien gesetzt, "weil dort die Glaubensweitergabe passieren sollte", und auf digitale Elternabende und digitale Gottesdienstangebote. Wie genau die Vorbereitung des nächsten Jahrgang aussieht, wisse noch niemand, sagt Pfarrer Fuchs. "Wir wissen nicht, wie der Winter wird." Aber eines steht fest: "Wir haben ganz viel gelernt" - auch in Sachen moderne Kommunikationsmittel.

Die erleichtern natürlich auch den Konfirmanden den Unterricht, ersetzen aber auch bei ihnen nicht das gemeinsame Erleben. Und nicht das Fest, mit dem die Bekräftigung des Glaubens gefeiert wird. Die meisten Gemeinden wollen ihre Konfirmanden wieder im Frühjahr feiern, rund um Himmelfahrt und Pfingsten - so wie früher, berichtet Peter Wagner, Sprecher der Dekanate Runkel und Weilburg.. In Dauborn wird nach Pfingsten konfirmiert, in Steeden, Schadeck, Merenberg, Heringen, Neesbach, Nauheim und Runkel eine Woche vor, an und eine Woche nach Christi Himmelfahrt konfirmiert. "Wenn alles gut geht." sabine Rauch

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