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Eschhöfer Hartplatz soll zu Kunstrasengelände werden

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Bei einer außerordentlichen Versammlung des VfL Grün-Weiß Eschhofen haben die Mitglieder am Wochenende im Clubhaus beschlossen, die Weichen für die Umwandlung des Eschhöfer Hartplatzes in einen Kunstrasen zu stellen. Der soll möglichst ab der Saison 2019/20 für den Spielbetrieb nutzbar sein. 2018 soll bereits für die Leichtathletikabteilung des Turnvereins Eschhofen eine Tartanbahn auf dem Naturrasenplatz nebenan verwirklicht werden.

Die Vorstände des Turnvereins und des VfL Eschhofen waren sich schon länger einig, dass für die Fußballer aus dem alten Hartplatz ein neuer Kunstrasen gemacht werden soll. Außerdem soll bereits in diesem Jahr, möglichst in der Sommerpause der Fußballer, eine neue Tartanbahn auf dem benachbarten Naturrasenplatz für die Aktiven des Leichtathletikzentrum Limburg entstehen.

Für die Tartanbahn schießt die Stadt Limburg 450 000 Euro zu. Denn ohne die neue Bahn sind keine größeren Wettkämpfe im Limburger Stadtgebiet realisierbar. Und die Fußballer haben auch schon lange keine Lust mehr, auf einem für sie unattraktiven Hartplatz zu spielen und zu trainieren – mit der Unsicherheit der Unbespielbarkeit im Winter. Folglich stimmte bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung des VfL Eschhofen niemand gegen die Pläne. Durch Erbbaurechtsverträge soll ermöglicht werden, dass der VfL auf dem Gelände des Turnvereins (TV) bauen darf, der TV umgekehrt auf dem Boden des VfL und der Stadt. Die Laufzeit – zwischen 50 und 99 Jahre – ist noch nicht festgelegt.

Ausgeklammert von der Regelung wird beim Naturrasengelände nur der vom MGV Fidelio genutzte Bereich, den weiterhin die örtlichen Sänger behalten sollen. Durch die gegenseitigen Verträge ist es auch möglich, dass die beiden Vereine beim Land, Kreis und Landessportbund die für die Projekte nötigen Zuschüsse beantragen können.

VfL-Vorstandsmitglied Christoph Staat erklärte, dass sein Verein, wenn die Mitglieder den Kunstrasen wollten, jetzt entscheiden müsse. Denn die Stadt Limburg habe für das laufende Jahr zwei Millionen Euro in den städtischen Haushalt für die flächendeckende Schaffung von Kunstrasenplätzen in den Stadtteilen eingestellt. Solch eine große Chance komme in den nächsten Jahren nicht wieder.

Staat machte auch deutlich, dass der VfL die bestehende Sportanlage komplett abbezahlt und ein gutes finanzielles Polster auf dem Konto habe. Folglich mache er sich über die Finanzierung des Projektes keine Sorgen. Christoph Staat sagte: „Sportlich bringt das Projekt uns einen erheblichen Mehrwert für unsere Aktiven.“

Kostenvoranschläge haben Angebote in Höhe von 300 000 bzw. 350 000 Euro für den Bau des Kunstrasens ergeben. Ab der Saison 2019/20 soll er von den VfL-Fußballern genutzt werden können. Was noch wichtiger ist: Der Anteil des VfL wird überschaubar bleiben. Der Stadtverordnetenvorsteher Michael Köberle (CDU) sagte, dass der TuS Ahlbach für seinen neuen Kunstrasen beispielsweise nur zwölf Prozent Eigenanteil aufbringen müsse.

Aus der Versammlung wurde gefragt, warum der Kunstrasen nicht schon in diesem Jahr umgesetzt werden könne. Stadtverordneter Achim Waldherr (CDU) erläuterte, dass andere Vereine früher dran gewesen seien und eben erst öffentliche Zuschüsse beantragt werden könnten, wenn die entsprechenden Beschlüsse in den Mitgliederversammlungen der beiden beteiligten Eschhöfer Sportvereine gefasst seien.

Kritisch wurde von Mitgliedern gefragt, ob denn das Leichtathletikzentrum Limburg für alle Limburger Leichtathletikvereine offenstehe und ob Trainingszeiten für die Fußballer wegfielen. Doch Vorstandsmitglied Gerd Stillger erklärte, dass es außer dem TV Eschhofen aktuell keine leichtathletiktreibenden Vereine in der Kreisstadt gebe. Und wenn es sie geben würde, würden diese zu denselben Zeiten wie der TV Eschhofen trainieren. Das Miteinander zwischen VfL und TV laufe aber völlig problemlos, seit 1995 der Vertrag über die gemeinsame Nutzung des Eschhöfer Sportgeländes abgeschlossen worden sei.

Staat räumte auch mit dem Gerücht auf, der Hartplatz habe nicht die Mindestmaße für ein offizielles Fußballfeld und nur eine Ausnahmegenehmigung für den Fußballspielbetrieb. Laut Staat erreicht der Platz die Mindestgröße und wird sie auch nach der Umwandlung in einen Kunstrasenplatz behalten.

VfL-Mitglied Georg Horz konnte an seine Kameraden nur appellieren, die Rahmenbedingungen für eine Umwandlung des Naturrasens in einen Kunstrasen zu schaffen. Er sei als Schiedsrichter viel auf anderen Plätzen unterwegs und in der heutigen Zeit spiele kaum noch jemand auf einem Hartplatz.

Stillger sagte, wenn Tartanbahn und Kunstrasen umgesetzt seien, sei die Eschhöfer Sportanlage wieder auf dem modernsten Stand. Es kam aus der Versammlung auch der Hinweis, dass es Sinn mache, auf dem Gelände eine zusätzliche Unterstellmöglichkeit für Sportmaterial zu schaffen. Anwohner baten die Mitglieder, an den Wochenenden den Bahnparkplatz zu verwenden und nicht weiter das Wohngebiet mit Autos zuzustellen.

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