RSV Weyer

RSV feiert 100-jähriges Bestehen mit einer Festwoche

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Der RSV Weyer feiert in dieser Woche sein 100-jähriges Bestehen im Festzelt „Auf dem Weilersberg“. Nach dem Festkommers am Mittwoch, 30. Mai, gibt es am Fronleichnamstag, 31. Mai, einen Frühschoppen und am Samstag, 2. Juni, ein Abendkonzert.

Die Musik, die anlässlich des 100-jährigen Bestehens des RSV Weyer von „Dicke Backe Attacke“ am Donnerstag und „Die Bamberger“ am Samstag erklingt, dürfte ganz im Sinne der Gründungsväter des Vereins sein. Denn anfangs ging es nicht wie heute um guten Amateurfußball, sondern um leichte Unterhaltung. Die Gründungsväter waren Kriegsheimkehrer, die nach dem Leid des Ersten Weltkriegs wieder schönere Momente genießen wollten. So erweckten sie den Unterhaltungsverein in Weyer zum Leben, der den Alltag der Bürger mit Musik und Laienspiel verschönern wollte.

Die Gründer waren August Dielmann, August Erbe, Albert Hartmann, Adam Hepp, Otto Klum, Albert, Albert-Peter und Karl Laux, Hermann Ludwig und Albert Müller, Albert Nickel und Albert Schmidt. Dabei war auch Otto Müller, der von seinen Kameraden zum Vorsitzenden und später auch zum Vorsitzenden des RSV gewählt wurde. Zu dieser Zeit gab es auch schon Vereinssport in Weyer: einen Turn- und einen Radfahrerverein. Im Unterhaltungsverein wurde eher die Geselligkeit gepflegt.

Mit dem Gewinn aus Veranstaltungen wurden notleidende Familien unterstützt. Fußball war damals noch kein Volkssport wie heute. So scheiterte in Weyer ein erster Versuch, Fußball als Wettkampfsport zu etablieren. Die Mitglieder des Turnvereins Jahn lehnten die Gründung einer Fußballabteilung ab, weil ihnen der Kampf ums runde Leder zu brutal und roh war. Die Fußballer im Dorf ließen sich die Freude an ihrem Sport aber nicht verderben. Sie schnappten sich eine Blechdose und kickten nach der Ernte in den Wiesen unterhalb des Ortes. Wenn sie mal wieder vom Polizeidiener erwischt und verjagt worden waren, wechselten sie zum Kicken aufs Grundstück von „Schmalze Christians“ nahe dem Judenfriedhof.

1918 fand der erste Lederfußball seinen Weg nach Weyer. August Ludwig hatte ihn besorgt. Der Ball war so hart, dass Spieler nach Kopftreffern teilweise benommen zu Boden gingen. Die Fußballkritiker in Weyer wurden dadurch in ihrer Haltung bestärkt, dass das weder Sport noch gesund ist. Wegen des angespannten Verhältnisses zu den Verantwortlichen im Turnverein initiierten Otto Böcher, Ewald Georg, Eduard Langendorf, Willi Lehr, Albert Lohr, August Ludwig, Gustav Schneider und Adam Thorn den Arbeiter-Sportverein, den Albert Zanner führte. Es fehlte aber an Mitgliedern und somit Geld, um einen ordentlichen Spielbetrieb durchziehen und einen Fußballplatz schaffen zu können.

Zum Glück wurde im Unterhaltungsverein ein interessierter Partner für den Fußball gefunden. Der Rasensportverein wurde von beiden Gruppen zusammen ins Leben gerufen. 1925 pachteten die Mitglieder eine Wiese, die als Sportplatz diente. Bis 1934 wurde auf dem ehemaligen Schulacker am Zimberg gespielt.

Anfangs gab es im RSV auch eine rege Leichtathletik-Abteilung und später eine Handball-Abteilung. Doch immer mehr übernahmen die Fußballer das Ruder, nachdem im Kreis eine Liga gegründet worden war. 1930 errang Weyer die B-Klassen-Meisterschaft. 1946 kamen die Fußballbegeisterten wieder zusammen. Weyer stieg auf Anhieb in die A-Klasse auf, wurde später A-Liga-Meister und spielt nach heutiger Ligeneinteilung noch zwei Klassen höher in der Bezirksoberliga. In den 80er Jahren war Weyer auch einer der ersten Sportvereine in der Region, der erfolgreich Damenfußball anbot.

Die Festwoche

Am Mittwoch, 31. Mai, 19.18 Uhr, beginnt ein Festkommers mit Unterhaltungsprogramm im Festzelt auf dem Sportgelände am „Weilersberg“. Am Donnerstag, 31. Mai, 11 Uhr, ist Festgottesdienst mit Pfarrer Ulrich Finger und anschließend Frühschoppen mit der Band „Dicke Backe Attacke“. Am Samstag, 2. Juni, 20.30 Uhr, spielen „Die Bamberger“ im Festzelt unter dem Motto „Von 0 auf Party in 10 Sekunden“ Stimmungsmusik, Schlager und Rock-Klassiker.

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