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Kein Freund von Bäumen und Förstern: der Borkenkäfer.

Umwelt

Der fiese Borkenkäfer: Probleme der heimischen Förster

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Der Borkenkäfer, der sich massenhaft an den Fichten zu schaffen macht und fallende Nadelholzpreise bundesweit: Förster Volker Müller konnte beim alljährlichen Waldbegang von aktuellen Problemen berichten.

Der Ortsgemeinderat von Hahnstätten war dieser Tage unter der Führung von Bürgermeister Joachim Egert und Förster Volker Müller im Hohlenfelsbachtal, am Heideberg und im Silberfeld unterwegs. Beim alljährlichen Waldbegang verschafften sich die Ratsmitglieder einen aktuellen Überblick über die Gesamtsituation des Waldes. Zielsetzung war die sich anschließende Beratung und Beschlussfassung über den Wirtschaftsplan für das Haushaltsjahr 2019.

Förster Müller informierte die Anwesenden in der Abteilung 32 über den immensen Borkenkäferbefall im Fichtenbestand. Durch den warmen, trockenen Sommer hat sich die Käferpopulation derart vermehrt, dass es nicht möglich ist, durch forstwirtschaftliche Maßnahmen die Vermehrung einzudämmen. „Da sich dieses Bild in großen Teilen Deutschlands wiederfindet, sind die Nadelholzpreise zusammengebrochen“, so Müller. Fichtenholz – selbst gesund geschlagenes – sei momentan nicht zu vermarkten. Daher stelle sich die Frage, ob man die befallenen Fichten mit den entsprechenden Kosten erntet oder sie im Bestand stehen lässt. Seiner Auffassung nach werde es in absehbarer Zeit keine Fichten im Hahnstätter Wald (379 Hektar) mehr geben. Alternativen könnten Douglasie und Weißtanne sein. Zukünftig werde es immer wichtiger sein, stabile Mischbestände zu erhalten beziehungsweise aufzubauen.

Rainer Bach (SPD) hält es für sinnvoll, die im Forstrevier anfallenden Mengen in der Hackschnitzelheizung zu verwerten. Eines der Ziele des Nahwärmenetzes bei der Planung sei es gewesen, die Wertschöpfung in der Region zu halten. Jetzt sei eine Möglichkeit gekommen, dies auch umzusetzen. Auch soll die Verbandsgemeinde prüfen, ob es Förderungen oder Beihilfen für betroffene Gemeinden gibt oder geplant sind.

Im weiteren Verlauf der Begehung erläuterte Müller verschiedene Anbauverfahren und Pflanzungen. So wurde im Hirschel, im Hang Richtung Domäne, eine Fläche mit Ahorn und Eschen gepflanzt. Ziel war es, Eschenwertholz zu bekommen. Durch einen Pilz, der nur Eschen befällt, wird der Bestand komplett absterben, so dass nur noch Ahorn übrig bleiben wird.

Am Pferdehof Krön wurden die Wildschadenssituation und die gemeinsam mit Landesforsten geplante Maßnahme, die Grünlandflächen einzuzäunen, erläutert. Um dies umsetzen zu können, müssen die Eichen am Waldrand bis ins Hohlenfelsbachtal gefällt und der Waldrand zurückgenommen werden. Hier hat man einen Unternehmer an der Hand, der das Holz kostenneutral aufarbeiten würde. Da die Umgestaltung des Waldrands bereits in Teilen umgestaltet wurde, sprach sich der Rat für die Maßnahme aus.

Die Einzelgatter in diesem Bereich zeigen, wie wichtig ein angepasster Wildbestand für die Naturverjüngung für den Eichenbestand ist. Während innerhalb der Gatter, welche vor drei Jahren angelegt wurden, ein dichter, fast zwei Meter hoher Bestand steht, sind außerhalb lediglich einzelne kleine Pflanzen zu sehen.

Auf dem Heideberg wurden ebenfalls befallene Fichtenbestände angesehen. Die entstehenden Freiflächen sollen punktuell mit Weißtannen (Setzlingen aus eigenem Bestand) bepflanzt werden.

Der Holzeinschlag wird in den Abteilungen 10 und 12 auf dem Heideberg stattfinden. Eine weitere Maßnahme wird die Verkehrssicherungspflicht entlang der Auffahrt Heideberg und der Wanderwege sein. Hier sind einzelne Bäume zu fällen. Der Rat sprach sich dafür aus, die Preise für gerücktes Holz bei 37 Euro pro Raummeter und für Holz im Schlag bei 25 Euro je Raummeter zu belassen.

(rpk)

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