+
Ein 32 Meter hohes Hochregallager würde die ICE-Trasse und die Autobahn (links) deutlich überragen.

Regallager

Firma aus Villmar will an der Autobahn bauen, die Gemeinde Elz kündigt Widerstand an

  • schließen

Im Norden von Staffel, neben ICE-Trasse und Autobahn, soll ein neues Hochregallager entstehen. Während die Limburger Verwaltung keine Hindernisse sieht, hält sich die Begeisterung in Staffel in Grenzen, und die benachbarten Elzer kündigen Widerstand an.

Das Hochregallager soll 32 Meter hoch, rund 100 Meter lang und circa 30 Meter breit werden. Durch die hohen Wälle von ICE-Trasse und Autobahn sowie die bestehenden Bäume gebe es „keine erhebliche Fernwirkung“, glaubt die Limburger Stadtverwaltung. Aber möglicherweise gibt es eine „Lärmwirkung“: In Elz ist die Sorge groß, das wuchtige Gebäude werde den Lärm von ICE und Autobahn verstärken. „So, wie es jetzt geplant ist, kann es nicht bleiben“, sagt der Elzer Bürgermeister Horst Kaiser (CDU). Und auch in Staffel ist das geplante Vorhaben nicht unumstritten.

Die Stadt Limburg kann allerdings erst mal mit den Planungen für das Hochregallager beginnen. Ein in Villmar ansässiges Verpackungsunternehmen will neben dem Hochregallager auch ein Büro- und Verwaltungsgebäude bauen.

Verkauf von Verpackungen

Mit großer Mehrheit stimmten die Stadtverordneten dem Aufstellungsbeschluss zu, mit dem die Planungen offiziell beginnen können. Dieser Beschluss ist zwar noch keine Zustimmung zum Vorhaben selbst, macht eine Realisierung aber auch nicht unwahrscheinlicher.

Nach Angaben des Magistrats umfasst die vom Unternehmen ins Auge gefasste Fläche im Norden von Staffel rund 43 000 Quadratmeter. Der größere Teil des Geländes ist laut Magistrat überwiegend geschottert und war in der Vergangenheit von der Stadt als Flüchtlingsunterkunft genutzt worden.

Das Villmarer Unternehmen Blenk plant nach Angaben des Magistrats mit dem Hochregallager, sein Unternehmen zu vergrößern und logistisch neu zu ordnen. Die Firma wird von ihrem Mutterkonzern in Baden-Württemberg mit Verpackungen und von anderen Wellpappen-Herstellern beliefert und verkauft diese nach Angaben des Magistrats „an Verpackungshändler und Internetversandhändler in Deutschland und Europa.“

Unumstritten ist die geplante Ansiedlung in Staffel nicht: In der Ortsbeiratssitzung gab es nur eine knappe Mehrheit. „Das wird in Staffel kontrovers diskutiert“, sagt Ortsvorsteher Dr. Matthias Schellhorn (SPD). Er habe dem Aufstellungsbeschluss im Ortsbeirat zwar zugestimmt, sehe aber noch nicht, dass das Hochregallager eines Tages auch tatsächlich gebaut wird.

Die Bedenken der Linken

Trotzdem muss laut Schellhorn Folgendes festgestellt werden: Das Gelände solle und werde eines Tages verkauft. In der Vergangenheit seien jedoch Vorschläge für die Nutzung dieses Geländes gemacht worden, wie zum Beispiel die Ansiedlung eines Baumarkts, die Staffel deutlich mehr mit Verkehr belastet hätten als der jetzige Plan, ein Hochregallager zu bauen.

Das Unternehmen werde mit seinem Hochregallager weiteren Verkehr anziehen, kritisierte der Fraktionsvorsitzende der Linken, Kai-Hagen Maiwald in der Stadtverordnetenversammlung. Der Magistrat sieht das gleichwohl anders: Die Lkw-Frequenz mit täglich zehn Lkw sei „sehr gering“, heißt es in der Vorlage, so dass es keine besondere Belastung für die stark befahrene B 8 gebe.

In der Stadtverordnetenversammlung stimmten allerdings nicht nur die Linken gegen den Aufstellungsbeschluss: Auch der SPD-Stadtverordnete Jens Fluck sagte Nein; er wohnt in Staffel.

Die Grünen enthielten sich zwar der Stimme, aber ob daraus ein ja wird, darf bezweifelt werden. Die Grünen hatten die Ansiedlung des Hochregallagers der Blechwarenfabrik im Offheimer Gewerbegebiet stark kritisiert, weil dadurch die zum Luftaustausch dringend benötigte Zufuhr von Kaltluft behindert werde. Von einem „weiteren Klotz, der die Luft abschneidet“, sprach der Linken-Fraktionschef.

Mit dem Aufstellungsbeschluss können nun die Öffentlichkeit und Behörden Stellung beziehen. Das gilt auch für die Gemeinde Elz. Die geplante Höhe von 32 Metern sei immens, sagt der Elzer Bürgermeister Kaiser. Er gehe davon aus, das Hochregallager werde damit doppelt so hoch sein wie die ICE-Trasse inklusive Lärmschutzwand. Staffel werde damit vom ICE- und Autobahn-Lärm zwar abgeschirmt, aber Elz nicht. Kaiser befürchtet Schallreflexionen, unter denen dann Elzer zu leiden hätten. „Muss es wirklich diese Höhe sein?“, fragt Kaiser. Grundsätzlich sei nichts gegen eine Firmenansiedlung auf diesem Gelände einzuwenden, aber diese müsse für die Elzer verträglich sein.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare