„Fleisch der Armen“ eignet sich für Brot und Suppen, Aufläufe und Bratenfüllungen

Es gibt verschiedene Arten von Kastanienbäumen. Zum einen die Rosskastanien, die langsam schon blühen. Ihre Früchte, die in festen, grünen Kapseln mit Stacheln sitzen und gerne zum Basteln verwendet

Es gibt verschiedene Arten von Kastanienbäumen. Zum einen die Rosskastanien, die langsam schon blühen. Ihre Früchte, die in festen, grünen Kapseln mit Stacheln sitzen und gerne zum Basteln verwendet werden, sind nicht essbar und sogar leicht giftig. Die Früchte der Edelkastanie dagegen, bei uns auch als Marone oder Esskastanie bekannt, sind essbar. Sie stecken in einer gelb-bräunlichen Kapsel, die viele lange Stacheln hat. Maronen sind fettarm, stärkereich und zudem ein gesundes Vergnügen. Sie werden in Suppen, Bratenfüllungen, Süßspeisen, Torten und im Brot verwendet. Früher übrigens mehr als heute – in den armen ländlichen Bergregionen Südeuropas, wo der Anbau von Getreide unergiebig oder unmöglich war, war die Esskastanie bis ins 19. Jahrhundert hinein ein Hauptnahrungsmittel. Aus dem „Fleisch der Armen“ wurde zudem haltbares Kastanienmehl hergestellt, das sich fast zwei Jahre lang hielt.

Wer Esskastanien auf die traditionelle Art im Backofen zubereiten möchte, sollte die Früchte zunächst eine Stunde im kalten Wasser lagern und dann an der spitz zulaufenden Seite kreuzweise einritzen. Danach kommen sie (mit eingeritzter Seite nach oben) auf ein Backblech und werden im vorgeheizten Backofen etwa 15 Minuten bei 175 Grad Umluft geröstet. Wenn sich die Schale an den eingeritzten Stellen hebt, können die Schale und die darunter liegende pelzige Samenhaut entfernt werden. Bei einer kleineren Menge können die Maronen auch in einer gusseisernen Pfanne zubereitet werden. Eine weitere Möglichkeit der Zubereitung ist das Kochen in Salzwasser. Die Kochzeit beträgt etwa zehn Minuten. Anschließend werden die Esskastanien wieder geschält. Allerdings eignet sich diese Zubereitung eher für Suppen oder Maronen-Püree, denn beim Kochen fehlt das typische Röstaroma. Gegessen werden Maronen meist im Herbst und Winter. Denn die süßlichen, nussig schmeckenden Früchte werden erst ab September (bis Dezember) gepflückt. In gut sortierten Lebensmittelgeschäften kann man sie aber über das ganze Jahr „ernten“. In Dosen, in Gläsern und manchmal auch vakuumiert. Hier ein schnelles Rezept, das man auch im Frühling genießen kann.

  Nudelauflauf mit Maronen:

Eine klein gewürfelte Zwiebel in Olivenöl anbraten, mit einem Esslöffel Tomatenmark, Petersilie, 100 Milliliter Rotwein und zwei Dosen gehackte Tomaten dazugeben. Gewürzt wird mit Salz, Chili und einer Spur Zucker. Etwa 25 Minuten kochen lassen. In dieser Zeit ein Päckchen Nudeln bissfest kochen, die frischen, kurz vorgebackenen Maronen schälen, halbieren und mit den Nudeln, der Tomatensoße und der gewünschten Menge Parmesankäse oder Provolone mischen Den Backofen auf 180 Grad Umluft vorheizen. Die Nudelmischung in eine Auflaufform geben. Den restlichen Käse darüberstreuen. Im vorgeheizten Backofen etwa 20 Minuten überbacken, bis eine knusprige, bräunliche Kruste entsteht. abv

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