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Der Prozess in Frankfurt um Steinwürfe auf Kinder endet mit einem Freispruch.

Prozess

Urteil in Frankfurt: Spielende Kinder mit Pflastersteinen beworfen

  • Carolin Eberth
    VonCarolin Eberth
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Einer Rentnerin in Frankfurt wird vorgeworfen, spielende Kinder mit Steinen beworfen zu haben. Im Prozess wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung streitet sie alles ab.

Frankfurt – Eine 79 Jahre alte Angeklagte wurde vor dem Amtsgericht in Frankfurt am Donnerstag (29.07.2021) freigesprochen. Die Anklage lautete auf versuchte, gefährliche Körperverletzung. Das Gericht konnte nicht nachweisen, dass die Pflastersteine tatsächlich vom Balkon der Rentnerin kamen

Der Prozess drehte sich um einen Vorfall im Oktober 2019 bei dem Steine auf spielende Kinder in der Horteinrichtung in Frankfurt-Eschersheim geworfen wurden. Alle Kinder blieben dabei unverletzt. Das Gericht konnte es der angeklagten Nachbarin nicht nachweisen, dass die Steine von ihrem Balkon aus auf ein Vordach der Einrichtung fielen, unter dem drei Kinder spielten.

Schwerbehinderung der Angeklagten spricht gegen Täterschaft

Keiner der Zeugen hatte den Steinwurf in Frankfurt direkt beobachten können. Ebenso spricht die hundertprozentige Schwerbehinderung gegen die Täterschaft der Rentnerin, da die schweren Steine fast 15 Meter weit geworfen wurden. Die Angeklagte hatte den Vorwurf der versuchten gefährlichen Körperverletzung ebenfalls bestritten. Eine solche Tat verböte ihr nicht nur der Anstand, sondern auch ihre körperlichen Gebrechen.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft hatte neun Monate Bewährungsstrafe beantragt. (Carolin Eberth)

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