Mittels Zweiwegebagger konnten im Rahmen von Ausbildungen verschiedene Abschnitte der Draisinenstrecke mechanisch von Wurzeln und Pflanzen befreit werden. Im Schwellenbereich funktioniert dies jedoch nicht.
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Mittels Zweiwegebagger konnten im Rahmen von Ausbildungen verschiedene Abschnitte der Draisinenstrecke mechanisch von Wurzeln und Pflanzen befreit werden. Im Schwellenbereich funktioniert dies jedoch nicht.

„Interessengemeinschaft Westerwald-Querbahn“

Freie Fahrt für Handhebel-Draisinen

Mit zahlreichen Anzeigen, Beschwerden und Eingaben versuchen einige Anlieger, den touristischen Betrieb mit Handhebel-Draisinen auf dem Streckenabschnitt zwischen Rennerod und Fehl-Ritzhausen an ihren Grundstücken vorbei zu unterbinden.

In freier Abwandlung eines Schiller-Zitates könnten die rund 50 Mitglieder des Vereins „Interessengemeinschaft Westerwald-Querbahn“ (IWQ) derzeit für ihren Betrieb mit Handhebel-Draisinen sagen: „Es können Touristen nicht in Frieden hebeln, wenn es bestimmten Nachbarn nicht gefällt“. Ihren Anfang nahmen die bis heute andauernden Differenzen zwischen Anliegern und Eisenbahnfreunden mit dem Beginn der Aktivitäten der IWQ für die Aufnahme eines touristischen Freizeitbetriebes.

Im April 1995 war die Strecke zwischen Westerburg und Rennerod von der Deutschen Bahn überraschend gesperrt und 1998 stillgelegt worden. Seitdem konnte sich die Vegetation ungehindert ausbreiten. In und unmittelbar neben den Gleisen wuchsen Sträucher und armdicke Bäume, die zunächst beseitigt werden mussten, damit wieder Schienenfahrzeuge rollen konnten. Schon dies sorgte bei einigen Anliegern für Unmut, da sie der festen Überzeugung waren, dass über die Gleise nie wieder etwas rollen würde. Nach Angaben des Vereinsvorsitzenden Ulrich Schoth kamen einige Eigentümer auch den mehrfach, auch schriftlich geäußerten Bitten des Vereins nicht nach, die nach wie vor dem Eisenbahnverkehr gewidmeten, im Besitz der DB AG befindlichen und von der IWQ nur angepachteten Flächen frei zu halten.

Keine Winterpause

In den Wintermonaten waren die Vereinsmitglieder mit Arbeiten an der Strecke beschäftigt, um diese in einen betriebssicheren Zustand zu versetzen. Dabei kamen im März erstmals auch Zweiwegebagger zum Einsatz, mit denen umfangreichere Arbeiten, wie der Austausch maroder Holzschwellen, auffüllen von Schotter und das Ausheben von Gräben vorgenommen werden konnten. Damit war es dem Verein möglich, den Auflagen der Genehmigungsbehörden zeitnah zu entsprechen. Der IWQ kam zugute, dass die Arbeiten im Rahmen der praktischen Ausbildung von zukünftigen Bedienern dieser Baufahrzeuge – die sowohl auf Schienen als auch Straßen fahren können – vorgenommen wurden. Mit den Aufgaben konnten ganz unterschiedliche Arbeitstechniken geschult und sinnvolle und nachhaltige Arbeiten erledigt werden.

Streit um Vegetation

Um Schäden an Bahnstrecken zu begrenzen, muss Regenwasser versickern und abfließen können. Dazu ist eine regelmäßige Säuberung der Entwässerungsgräben ebenso notwendig, wie die Verhinderung des Pflanzenwuchses in der Schotterbettung. Zunächst hatten die Eisenbahnfreunde versucht, dem Unkraut mit mechanischen Mitteln Herr zu werden, doch führte der Einsatz von Fadenmähern oder Baggern nicht zum gewünschten Erfolg. Für eine nachhaltige Unkrautbekämpfung musste daher professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden. Mit den entsprechenden Genehmigungen und unter Aufsicht von zwei Pflanzenschutz-Kontrolleuren der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) aus Koblenz befuhr Anfang Mai ein Zweiwegefahrzeug der Firma Lauff den Streckenabschnitt von Fehl-Ritzhausen bis Rennerod, um ein Pflanzenschutzmittel zu versprühen. Dabei wurden, wie bereits im vergangenen Jahr, alle notwendigen Regeln (Dosierung, Abstände von fließenden und schutzwürdigen Gewässern, Gärten usw.) eingehalten. hpg  

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