Bebauungsplan

Ein Fuß- und Radweg für die alte Lahnbrücke

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Eine neue Brücke über die Lahn für Radfahrer und Fußgänger soll es nicht geben. Dafür könnte ein solcher Weg an die alte Lahnbrücke angehängt werden. Der Bauausschuss beschäftigte sich aber auch mit dem Bebauungsplan für das Kleingartengebiet Lahnkampfbahn/Westerwaldstraße und der Stellplatzsatzung.

Die Sanierung der alten Lahnbrücke war am Donnerstagabend Thema im Ausschuss für Bau- und Grundstücksangelegenheiten, Altstadtsanierung und Dorferneuerung. Dabei fiel aber noch keine Entscheidung. Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD) empfahl, die Anregungen der noch folgenden Bürgerversammlung abzuwarten.

Aktuell ist in der Diskussion, die Brücke nicht einfach nur zu sanieren, sondern auf Seite des Beachclubs einen zusätzlichen Fuß- und Radweg anzuhängen. Die historische Seite zum Dom soll dagegen erhalten bleiben. Dort wollen Fachleute keine Radbrücke, weil sie die Sicht zum Dom verstellen würde.

Dr. Sebastian Schaub (Grüne) wunderte sich und erinnerte an einen Beschluss, eine eigenständige Radfahrerbrücke zu bauen. Hahn antwortete, dass der Campingplatz ohne Brücke ausgeschrieben worden sei. Die Stadt gehe zudem davon aus, dass eine deutlich hinter der alten Lahnbrücke platzierte weitere Brücke von Radfahrern nicht angenommen würde.

Ulla Nattermann (SPD) sagte, sie finde die neue Vorlage zur Umgestaltung der Brücke richtig gut. Auch bei der Union sei grundsätzlicher Tenor, die neuen Pläne trotz zusätzlicher Planungskosten von 100 000 Euro positiv zu bewerten, sagte Manuel Barfuss (CDU). Parteikollege Dr. Christopher Dietz wunderte sich aber, dass an die bestehende Brücke jetzt plötzlich eine Stahlkonstruktion angehängt werden solle. Denn die sei in dieser Gestalt überregional bekannt.

Dr. Klaus Valeske (FDP) dagegen sprach von einem „pfiffigen Entwurf“. Schaub könnte sich auch vorstellen, auf der alten Lahnbrücke einen zum Autoverkehr höhengleichen Fußgänger- und Radweg anzulegen, der auch die Autofahrer zum langsameren Fahren bringe. Hahn sagte, dass sich der Brückenturm nicht versetzen lasse.

Zudem sollte es im Bauausschuss um eine formelle Änderung gehen, damit der Bebauungsplan für das Kleingartengebiet Lahnkampfbahn/Westerwaldstraße wieder Gültigkeit bekommt. Doch die Diskussion machte deutlich, dass es um mehr geht. Wie bekannt wurde, haben Anwohner eine Bürgerinitiative gegründet und wollen, dass ihre Kleingärten zu Bauland erklärt werden. „Die Gartenbesitzer sind gegen den Bebauungsplan“, sagte Ortsvorsteherin Sigi Wolf (CDU). Der Ortsbeirat habe aber der Änderung trotzdem zugestimmt, weil er laut Wolf da noch nichts von der Kritik der Anwohner wusste.

Der Ausschuss empfahl dem Stadtparlament die formelle Änderung des Bebauungsplanes, aber auch, unabhängig davon noch einmal grundsätzlich über die Zukunft des Gebietes zu reden. Valeske fragte sich aber, warum eine Änderung beschlossen werden solle, die überhaupt nicht im Sinne der Betroffenen sei. Für sinnvoller hält der FDP-Stadtverordnete es, die Gartenbesitzer erst einmal anzuhören.

Ausschussvorsitzender Paul-Josef Hagen (SPD) bat seine Kollegen, beides voneinander zu trennen. Die Änderung habe mit der künftigen Nutzung des Areals erst einmal nichts zu tun. Später, wenn es um die Frage gehe, ob es zum Wohngebiet umgewandelt werde, ergebe es dann Sinn, die Bürger anzuhören. Hahn betonte, er wolle die fachliche Diskussion über die Zukunft des Kleingartengebietes Lahnkampfbahn/Westerwaldstraße gerne führen. Allerdings müsse man die Entwicklung des kompletten Stadtgebietes im Auge haben. Ihm ist klar, dass es den Grundstücksbesitzern recht ist, das Land zu wertvollerem Bauland zu machen. Der Verwaltungschef wies aber auf die Gefahr hin, dass dann alle Kleingartenbesitzer kommen und Gleichbehandlung fordern könnten.

Auch das Thema neue Stellplatzsatzung für Limburg braucht noch weitere Sitzungsrunden. Barfuss sprach von einem komplexen Thema. Denn die Verkehrssituationen in der Altstadt, der Innenstadt und in den Stadtteilen seien völlig verschieden. Darum forderte er, alles noch einmal ausführlich im Arbeitskreis Liegenschaften zu diskutieren. Hahn empfahl, das Ergebnis des städtebaulichen Wettbewerbs Blumenrod abzuwarten, das interessante neue Erkenntnisse bringen könne. Erster Stadtrat Michael Stanke (CDU) schlug vor, die Bereiche Alt- und Innenstadt schon einmal ohne Beschluss im Arbeitskreis zu diskutieren. Den Punkt Neubaugebiete könne man später noch einmal separat ansprechen.

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