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Der Bahnübergang vor Niederbrechen: Wer aus Richtung Limburg kommt, muss beim Linksabbiegen den entgegenkommenden Verkehr aus Dauborn beachten. Das gilt auch, wenn die Schranke geschlossen ist und Autofahrer weiter geradeaus Richtung Dauborn wollen.

Unfälle

Gefahrenstelle Bahnübergang in Niederbrechen - Keine zeitnahe Lösung in Sicht

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Der Bahnübergang bei Niederbrechen soll beseitigt und eine Überquerung geschaffen werden - eine Forderung, die aus Politik und Bürgerschaft immer wieder erhoben und diskutiert wird. Das Ganze zieht sich bereits über Jahre. Noch immer ist keine Lösung gefunden.

Die Schranke ist unten, der Verkehr staut sich aus Richtung Lindenholzhausen, weil viele links abbiegen und weiter nach Niederbrechen fahren wollen. Der Weg geradeaus aus der Schlange heraus Richtung Werschau/Dauborn ist nicht möglich, denn es könnte Gegenverkehr kommen. Dass Überholen verboten ist, zeigt die doppelt durchgezogene Linie auf der B 8. Nicht immer wird das beachtet, das beweist der jüngste schwere Unfall an dieser Stelle: Im Mai war ein 24-jähriger VW-Fahrer aus Richtung Lindenholzhausen kommend auf die Gegenfahrbahn gefahren, um mehrere am geschlossenen Bahnübergang wartende Fahrzeuge zu überholen. Eine entgegenkommende Fiat-Fahrerin (aus Richtung Werschau) konnte nicht ausweichen. Beim Zusammenprall wurde die 58-Jährige schwer verletzt.

Raue Sitten

Diese Polizeimeldung hat zu Reaktionen geführt. Leser wandten sich an diese Zeitung. Eine Werschauerin berichtete, die Sitten würden immer rauer. Ihr sei schon "der Vogel gezeigt worden", weil sie auf ihrer Fahrspur unterwegs war, als ihr ein Autofahrer unerlaubt entgegenkam. Ihre Frage: "Wann wird hier endlich etwas unternommen?"

Tatsächlich gibt es Überlegungen, den Bahnübergang zu beseitigen. "Nach unserem Sachstand steht eine Überquerung zur Debatte, die auf etwa sechs Metern Höhe die Bahnlinie überquert", erläutert der Brechener Bürgermeister Frank Groos (parteilos). Deshalb gibt es bereits Gespräche zwischen Hessen Mobil und der Gemeinde Brechen. Auch die Deutsche Bahn AG ist beteiligt. Das Ganze könne sich noch lange hinziehen. "Das heißt, der Bahnübergang wird uns zu meinem Missfallen noch einige Jahre beschäftigen", so der Bürgermeister.

Durchgezogene Linie

Was könnte kurzfristig geschehen, beziehungsweise wie weit sind die Planungen gediehen? Etwas hat sich schon getan, bereits vor dem Unfall: Die Straße ist mit der doppelt durchgezogenen Linie und Hinweisschildern versehen. "Dies ist ein klares Zeichen für ein absolutes Überholverbot. Mehr ist unsererseits baulich derzeit nicht zu verbessern. Um die geschilderten Überholmanöver einzudämmen, wirken wahrscheinlich nur Verkehrskontrollen seitens der Ordnungsbehörde und der Polizei.", äußert sich die Sprecherin von Hessen Mobil, Sonja Lecher. Die Überlegungen in Sachen Beseitigung des Bahnübergangs seien derzeit noch in der Vorplanung. Daher sei noch nicht abzuschätzen, wie lange die Planungen insgesamt noch dauerten.

Bei diesem Bereich handele es sich nicht um einen Unfallschwerpunkt oder eine sogenannte Unfallhäufungsstelle, informiert die Polizei. "Als Unfallhäufungsstelle bezeichnet man Örtlichkeiten, an denen es in einem Kalenderjahr an einer Kreuzung oder auf einer Strecke von 300 Metern zu mindestens fünf gleich gelagerten Unfällen oder innerhalb von drei Jahren zu drei Unfällen mit schwer verletzten Personen kam", erläutert Sprecherin Claudia Schäfer-Simrock.

Dennoch behalte die Polizei diesen Bereich weiterhin im Auge und kontrolliere in unregelmäßigen Abständen. "Von den Beamten dort festgestellte Verstöße gegen das bestehende Überholverbot werden mit einem Bußgeld in Höhe von 70 Euro und einem Punkt geahndet. Kommt es bei dem Überholmanöver zudem noch zur Gefährdung eines anderen Verkehrsteilnehmers, zum Beispiel eines entgegenkommenden Fahrzeuges, kostet dies den Fahrer 85 Euro und auch hier gibt es einen Punkt in Flensburg." Noch teurer werde es, wenn es im Zusammenhang mit dem Verstoß gegen das Überholverbot zu einem Unfall kommt. Dies bedeute für den Fahrer ein Bußgeld in Höhe von 105 Euro und einen Punkt. "Natürlich hat auch jeder Bürger die Möglichkeit, Verkehrsverstöße anzuzeigen", so Schäfer-Simrock.

"Intensiv diskutiert"

Auch die DB Netz AG beschäftige sich seit geraumer Zeit mit dem Problem und führe Gespräche mit den Beteiligten, beantwortet die Pressestelle eine entsprechende Anfrage: "Selbstverständlich unterstützt die DB AG als Kreuzungsbeteiligter im Rahmen des Eisenbahnkreuzungsgesetzes alle Planungen beziehungsweise Maßnahmen, die einer Erhöhung der Sicherheit an Bahnübergängen dienen. Auch im Falle des Bahnübergangs in Niederbrechen werden Lösungen innerhalb der Fachdienste intensiv diskutiert und geprüft."

Zu Details der internen Abstimmungen wolle sich die Bahn zum jetzigen Zeitpunkt nicht äußern, aber mit Aufnahme der gegebenenfalls erforderlichen Ausführungsplanungen möglichst zeitnah informieren.

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