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Die ersten drei Jahrgangsstufen bleiben in Wilsenroth.

Grundschule Wilsenroth

Gemeinsamer Unterricht in der Grundschule nur für die Kleinsten

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Die Grundschule im Dornburger Ortsteil wird auch im nächsten Schuljahr eine erste Klasse haben. Allerdings werden die Kinder gemeinsam mit den Zweitklässlern in einer Kombiklasse unterrichtet. Die Jungen und Mädchen der vierten Klasse müssen jeden Tag nach Langendernbach.

Die Abc-Schützen aus Wilsenroth werden auch im bevorstehenden Schuljahr in ihrem Heimatdorf eingeschult. Das ist der endgültige Plan – jedenfalls vorläufig. Denn theoretisch könne sich während der Sommerferien noch einmal alles verändern für die Grundschule des 1300 Einwohner zählenden Dorfes, sagt Dirk Fredl, Sprecher des Staatlichen Schulamtes. Zum Beispiel dann, wenn kurzfristig Familien mit schulpflichtigen Kindern zuziehen oder diesem Ortsteil der Dornburg-Gemeinde den Rücken kehren sollten. Dann müssen die Einteilung der Schüler und das Unterrichtsmodell überdacht werden, weil Wilsenroth schon jetzt keine eigenständige Grundschule mehr betreibt, sondern als Außenstelle von Langendernbach besteht.

Bleiben die Schülerzahlen indes gleich, dann wird es auch im nächsten Schuljahr an beiden Standorten eine erste Klasse geben, wobei die Kinder aus Wilsenroth in einer sogenannten Kombiklasse unterrichtet werden, also gemeinsam mit den Jungen und Mädchen aus der zweiten Jahrgangsstufe. Das habe die Schulleitung und das Kollegium entschieden und den Eltern vor Ferienbeginn mitgeteilt, sagt Fredl. Zwei eigenständige erste Klassen an zwei Standorten einer Schule einzurichten scheiterte an den Anmeldungen. Die Mindestgröße für Grundschulklassen beträgt 13 Kinder, und die habe man in der Außenstelle nicht erreichen können.

Umstellen müssen sich nach jetzigem Stand die künftigen Viertklässler aus Wilsenroth. Sie werden ab August gemeinsam mit den Kindern aus Langendernbach unterrichtet, und zwar in Langendernbach. Auch in dieser Jahrgangsstufe sei in Wilsenroth die notwendige Klassenstärke nicht erreicht worden, teilt der Sprecher des Staatlichen Schulamtes mit. Eine Kombiklasse wie für die Kleinen wird es nicht geben, habe die Schulleitung entschieden. Fredl geht davon aus, dass der Transport der Schüler in das knapp vier Kilometer entfernte Langendernbach zwischen Schulleitung und Kreis geregelt wurde. Allerdings: „Dass die Wilsenröther Schülerinnen und Schüler aus den vierten Klassen ab dem kommenden Schuljahr in Langendernbach unterrichtet werden, ist der Kreisverwaltung Limburg-Weilburg bislang nicht bekannt. Sollte die dortige Schulleitung aber eine solche Entscheidung fällen, dann wird der Landkreis Limburg-Weilburg als Schulträger natürlich den Transport der Kinder übernehmen“, sagt dessen Sprecher Jan Kieserg.

CDU-Kommunalpolitiker Klemens Schlimm ist besser informiert. Ihm zufolge soll in dem dann frei werdenden Klassenzimmer in Wilsenroth die Ganztagsbetreuung untergebracht werden. Dass die Verlagerung der Viertklässler keine Interimslösung ist, wird beim Blick auf den „Schulwegweiser“ deutlich. „Das Gebäude in Wilsenroth wird zukünftig voraussichtlich überwiegend für die Betreuung beziehungsweise Betreuungsangebote im Sinne des Ganztagsprogramms genutzt“, heißt es auf dessen Homepage. CDU-Mann Klemens Schlimm stellt das nicht zufrieden. Aus seiner Sicht ist bislang nicht klargestellt, „wieso bei deutlicher Verbesserung der Personal- und Wochenstunden-Ressourcen, wie sie die Schulleiterin dargelegt hat, generell eine Zusammenlegung von Schuljahren notwendig erscheint“. Nach seiner Einschätzung kommt auch für die vierte Klasse eine Kombiklasse in Betracht. Denn, so argumentiert der Wilsenröther, wenn man die Infrastruktur der kleinen Dörfer weiter reduziere und deren Institutionen beseitige, füge man diesen Gemeindeteilen nachhaltigen Schaden zu.

Martina Deißenroth, Leiterin der Grundschule Langendernbach mit Filiale in Wilsenroth, will sich zu dem Sachverhalt nicht äußern. Die betroffenen Familien seien informiert, „alles ist transparent gemacht worden“. In der Zeitung lesen möchte sie über die Pläne der Grundschule trotzdem nichts. „Ich unterstütze keine Gerüchte“, teilt sie mit. Zumal unter Umständen „in der letzten Ferienwoche komplett umgeplant“ werden muss.

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