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Die Zahl der Feldhasen hat bei der diesjährigen Hasenzählung in den Testrevieren der Hegegemeinschaft Taunus leicht zugenommen, was sicher auf die heißen Temperaturen und die Trockenheit in diesem Jahr zurückzuführen ist.

Wildtiere

Es gibt wieder mehr Feldhasen

Auch in diesem Jahr waren die Jäger in einigen Revieren des Südkreises wieder auf der Pirsch – jedoch nicht mit der Flinte, sondern mit Suchscheinwerfern, um auf freien Flächen in den Abendstunden die Feldhasen zu zählen. Die Anzahl hat leicht zugenommen.

Schon lange wird der Feldhase in den Jagdrevieren des Südkreises nicht mehr bejagt. Die Besatzermittlung ist relativ aufwendig; der Landesjagdverband Hessen hat seit einigen Jahren die Hegegemeinschaften mit der nächtlichen Zählung beauftragt, auf bestimmten Probeflächen, die repräsentativ für das ganze Jagdrevier sind, um eine mögliche Bejagung zu erörtern. Gute Voraussetzungen für günstige Hasenbiotope in einem Revier sind geringe Niederschläge (unter 500 Millimeter im Jahr) und eine mittlere Jahrestemperatur von über 10 Grad Celsius, berichten die heimischen Jäger. Der Hase ist zwar als Kulturfolger anzusehen, doch waren die intensiven Flurbereinigungsmaßnahmen mit einhergehender Veränderung der Landschaftsstruktur und der Anbauflächen ungünstig für die Besatzentwicklung.

Weniger Krankheiten

Ein kleiner Lichtblick bei der Hasenzählung in diesem Jahr war sicher für die Jäger und für alle Freunde der Natur die Zunahme des Feldhasenbesatzes gegenüber dem vergangenen Jahr; so wurden in den Testrevieren der Hegegemeinschaft Taunus, in Erbach, Bad Camberg II und Haintchen, bei der Herbstzählung insgesamt 101 Feldhasen ermittelt, im Herbst 2017 waren es nur 80 Hasen. Diese Zunahme von 21 ist sicher auf die lang anhaltenden heißen Temperaturen und die Trockenheit in diesem Jahr zurückzuführen, die vor allem die Ausbreitung von Krankheiten und Parasiten innerhalb der Hasenpopulation zurückgedrängt hat. Doch wird die Bejagung des Feldhasen in der Hegegemeinschaft Taunus weiterhin nicht durchgeführt werden.

Die Fortpflanzungsperiode des Feldhasen beginnt schon früh. Sie zieht sich über den größten Teil des Jahres hin, mit Ausnahme der Zeit zwischen Oktober und Mitte Dezember. Nach 43 Tagen Tragzeit setzt die Häsin zwei bis drei (maximal sechs) Junge, die typische Nestflüchter sind. Es kommt im Jahr bis zu vier Würfen, so dass auf jede Häsin im Jahr durchschnittlich knapp zehn Junge kommen. Das Höchstalter von Meister Lampe in freier Wildbahn beträgt etwa acht Jahre bei einem Gewicht von drei bis fünf Kilogramm. Sein Alter erkennt der Jäger an dem „Stroh’schen Zeichen“, ein kleines Knötchen an der Außenseite des Vorderlaufknochens, das bis zum Alter von acht Monaten durch die Decke gut zu ertasten ist und später verschwindet.

Natürliche Feinde

Die Zahl der Feinde des Feldhasen ist groß; vor allem sind hier Fuchs, Marder, Habicht und wildernde Hunde zu nennen – sie alle sind jedoch selten in der Lage, einen gesunden erwachsenen Hasen zu erbeuten und es fallen ihnen besonders kranke Stücke und unerfahrene Junghasen zum Opfer. Entscheidend sind vor allem Verluste durch Infektionskrankheiten und Parasiten, die besonders bei nasser und feuchter Wetterlage gerade im Spätsommer für einen großen Teil der Junghasenverluste verantwortlich sind.

von Rüdiger Fluck

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