Theaterspielschar des TSV Kirberg

Großartig: Die Schöne und das Tier

Bei der neuen Produktion der Theaterspielschar des TSV Kirberg begeisterten besonders die mit viel Liebe zum Detail für jeden einzelnen Darsteller angefertigten Kostüme, aber auch die tolle Technik mit Feuer- und Raucheffekten, eindrucksvoller Lichtregie und tollen Playbacksongs. Das alles wurde übertroffen von den mitreißenden darstellerischen Leistungen der fast 60 Kinder und Jugendlichen.

Von Anneke Jung

Die jüngsten sind gerade mal fünf und die ältesten 16, 17 Jahre alt: Bewundernswert, wie das Leitungsteam bestehend aus Patrizia Leber, Ronja Grund, Robin Ludwig, Markus Dawidowski, Tanja Schwab, Verena Bachmann und Vanessa Schulz diese sicherlich quirlige Meute in geordnete Bahnen lenkt, rechtzeitig alle in Kostüm und Maske bekommt und vor allem zu so überzeugendem Spiel motiviert. Viele fleißige Hände sind außerdem mit Bühnenbau und Requisiten, Frisieren und Schminken, Kartenverkauf und vielem mehr beschäftigt.

Aber nun zur Geschichte des Musicals: Der schottische Edelmann Connor MacAlister lebt mitsamt seiner Mutter und seinem Gesinde unter einem Fluch auf Eilean Donan Castle. Er wurde in ein furchterregendes wildes Tier verwandelt, die Seinen müssen ihr Dasein als Haushaltsgegenstände wie Tische, Herd, Kommode, Staubwedel oder Bettzeug fristen. Nur wenn ein menschliches Wesen sieben Jahre freiwillig bei ihm lebt, wird der Fluch gebrochen. Jede Nacht erscheint dem Tier der grausame Black und rechnet ihm vor, wie wenig Zeit ihm noch bleibt. Die schöne Wirtstochter Estelle gerät durch widrige Umstände ins Schloss, bleibt zunächst nicht ganz freiwillig, erkennt dann aber das gute Herz des vermeintlichen Tieres und verliebt sich in den verzauberten jungen Mann. Es kommt, wie es kommen muss, und nach einigen Zwischenfällen im letzten Moment vor Ablauf der Zeit sind alle erlöst und das junge Paar fällt sich glücklich in die Arme. Tim Eriksson spielte das unglückliche, missgestaltete Tier großartig mit der richtigen Mischung aus Brutalität und Traurigkeit, toll war auch Robin Ludwig, der mit ätzender Stimme den gruseligen Black gab. Den richtigen Ton traf auch Kathrin Paulus als schöne Estelle, die sich zunächst fürchtet, aber doch als mutig erweist und schließlich ihren Willen auch gegen ihre Familie durchsetzt. Überzeugend als ihre Eltern, die Wirtsleute James und Eleonore MacFinley, sah man Marco Menzer und Kathtarina Walther. Maxi Paulus hatte gleich zwei Rollen im Schloss. Zunächst spielt er sehr distinguiert den in eine Uhr verwandelten Butler Old Clarksson und nach der Verwandlung den jungen Adligen Connor MacAlister.

Gar nicht so einfach hatten es die als Gegenstände verkleideten Bediensteten Taya Dawidowski als Tisch/Hausdame Miss Mable, Jenna Jahl als ihre Tochter, Marina Bail als Herd/Köchin Matilda, Anouk Dawidowski als Staubwedel/Dienstmädchen Tilly oder Eileen Völker als Kommode. Aber sie spielten nicht nur eindrucksvoll, sondern tanzten und sangen zu den vorher von ihnen selbst eingespielten Songs. Das gilt übrigens auch für die vielen Darsteller des ersten Bildes, das im Dorf der jungen Estelle spielt. Hier gefiel besonders Jonas Usinger als sehr von sich überzeugter Schuster Harris Clark oder auch Samantha Haseneder als seine zickige Schwester Brianna.

Wunderbar lebendige und stimmungsvolle Szenen spielten sich auf dem Dorfplatz ab, wo sich allerlei Händler und Handwerker mit ihren Waren tummelten. Ganz entzückend waren auch die kleinen Tanzmädchen im Vor- und Grundschulalter, die mit kleinen Lämpchen am Kostüm als Irrlichter übers Moor huschten. Monika Löw hatte den Tanz mit ihnen einstudiert. Die Schulkinder und die Bewohner des Hauses Iris, die zur ersten Vorstellung in die TSV-Halle gekommen waren, waren schnell im Bann der spannenden Geschehnisse auf der Bühne und applaudierten am Schluss begeistert.

Weitere Vorstellungen gibt es am Samstag, 31. Januar, und Sonntag, 1. Februar, jeweils um 15 Uhr in der TSV-Turnhalle in Kirberg. Der Eintritt beträgt sechs Euro für Erwachsene und fünf Euro für Kinder.

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