Die Großen gehen

  • vonAnken Bohnhorst-Vollmer
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„Habi Potter – 13 Jahre voll der Mord“ lautete das Motto der 119 Abiturienten des Mons-Tabor-Gymnasiums, die am vergangenen Freitag im Rahmen einer abwechslungsreichen Feierstunde entlassen wurden.

„Keine Angst: Ich werde Euch jetzt nicht mit irgendwelchen Wassertropfen-Ozean-Bildern langweilen“, rief Schülersprecherin Jasmin Eichmann den Abiturienten zu. Sie, die erst im kommenden Jahr ihr Abitur am Mons-Tabor-Gymnasium ablegen wird, wolle im Namen aller Schüler den Abgängern des Jahrgangs 2014 zu ihrer Leistung gratulieren, ihnen eine gute Zukunft und an diesem besonderen Tag erst einmal eine rauschende Abifeier wünschen. Schließlich seien sie nicht nur zum Lernen mindestens 13 Jahre lang zur Schule gegangen. Vielmehr hätten sie „auch viel für die Mitschüler getan“, und das müsse ebenfalls anerkannt werden.

14 Einser-Abiturienten

Über mangelnde Wertschätzung der 119 Schulabgänger und ihrer Leistungen dürfte sich bei dieser Entlassungsfeier niemand beklagt haben. Mehrmals wies Schulleiter Armin Pleiss auf die herausragenden Ergebnisse der Abiturienten hin. 14 Schüler hätten einen Einser-Abschluss erzielt, drei lägen sogar unter der Note 1,4 (Johannes Weidenfeller: 1,1; Vanessa Fein: 1,2; Lisa Mungenast 1,3). Es sei ihm „eine Freude gewesen, in Eurem Jahrgang unterrichten zu dürfen“, sagte Pleiss und berichtete von einem harmonischen Miteinander beim Arbeiten sowie beim Feiern, bei dem erfreulicherweise „nie die Grenzen überschritten“ wurden. Selbst beim traditionellen „Abi-Sturm“, einer Veranstaltung, bei der die Abiturienten kurzzeitig die Schulleitung übernehmen können, sei „nichts passiert“, was durchaus zweideutig gemeint sei. Diese Aktion könne in der Tat „optimiert werden“.

Eine besondere Würdigung erfuhren die Schulabgänger auch durch Pfarrer Johannes Seemann, der seine guten Wünsche in einem Lied vortrug. In gewohnt schnörkelloser Kürze äußerte sich der ehemalige MTG-Lehrer und Vorsitzende des Fördervereins, Paul Widner. „Tritt fest auf, mach’s Maul auf, hör bald auf“, zitierte er Martin Luther und stellte fest, er freue sich auf zahlreiche neue Hilfskräfte für die Diakonie. Elternvertreterin Kathrin Maue-Kläser sagte, „Interessantes lässt sich nicht nach Schema F lernen“, weshalb sich die jungen Erwachsenen auf „Schema N wie Neugier“ verlegen sollten.

Einen sehr persönlichen Abschiedsgruß erhielten die Abiturienten vom Lehrerchor. Zwei Lieder hatte dieses von Elmar Wehmeyer geleitete Ensemble vorbereitet: Zur Melodie des Udo-Jürgens-Schlagers „Aber bitte mit Sahne“ schmetterten die Pädagogen „aber mit das Abi“, und noch einfühlsamer war die Version von Nenas „Irgendwie, irgendwo, irgendwann“, in das der Chor Zeilen eingeflochten hatte wie „die Zeit ist reif für ein bisschen Offenheit“. Für die musikalisch hochwertige Umrahmung des Programms, durch das die Abiturienten Jil Nattermann und Marcel Beier souverän führten, sorgten darüber hinaus die Big Band und ein Saxofon-Trio.

Den beeindruckendsten Beitrag lieferte allerdings Abiturient Jonas Stähler. Er erzählte, wie es sich vor knapp neun Jahren angefühlt habe, als Kleiner an eine so große Schule zu kommen. Und wie es jetzt sei, als Großer ein letztes Mal aus diesem Schulgebäude hinauszugehen. „Ich bin stolz, ein Teil dieser Stufe gewesen zu sein“, rief er seinen Klassenkameraden zu und wurde frenetisch bejubelt.

(abv)

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