Interessengemeinschaft löst sich auf

Großprojekt im Mai beendet: B49 bald überall vierspurig

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Derzeit ist der letzte Abschnitt für den vierspurigen Ausbau der B 49 im Landkreis in der Gemarkung Heckholzhausen im Bau – im Mai nächsten Jahres soll das Großprojekt endlich beendet sein.

Wenn ein Verein in der Jahreshauptversammlung seine Auflösung beschließt, ist das in der Regel eine traurig Angelegenheit. Ganz anders am Donnerstagabend bei der „Interessengemeinschaft (IG) pro B 49 vierspurig“. Sie ist auch dank der engagierten Arbeit der Mitstreiter nun überflüssig. Im Mai 2019 wird der Verkehr von Limburg bis Löhnberg durchgängig vierspurig rollen – möglicherweise 20 Jahre früher als ohne den Einsatz.

Dies erläuterte der frühere Weilburger Bürgermeister Hans-Peter Schick (parteilos) gestern im Weilburger Löwencafé. Der damalige Beselicher Bürgermeister Martin Rudersdorf (parteilos) und er hätten gemeinsam die Idee gehabt, das Baurecht für den Ausbau selbst zu schaffen und nicht auf das Land Hessen zu warten. Das habe die beteiligten Kommunen zwar Geld gekostet, doch den Ausbau des Bereichs zwischen Obertiefenbach und Löhnberg extrem beschleunigt. „Das war eine tolle Gemeinschaftsleistung von Weilburg, Löhnberg, Merenberg und Beselich“, sagte Schick.

So konnte der Ausbau der B 49 zwischen Merenberg Ost und Weilburg West bereits 2006 beendet werden, der Abschnitt zwischen der Abfahrt Obertiefenbach und der Beselicher Deponie 2008 sowie zuletzt 2012 der Bereich zwischen Merenberg West und Weilburg West.

Der Vorsitzende der Interessengemeinschaft und frühere Weilburger Stadtverordnetenvorsteher Norbert Dieth (SPD) hat „noch den großen Wunsch, einmal die komplett vierspurig ausgebaute B 49 von Limburg nach Wetzlar entlang zu fahren“. Aber ob er mit über 90 Jahren dann noch dazu in der Lage sei, das bezweifle er. Denn Dieth geht davon aus, dass die letzte Ausbaustrecke zwischen Weilburg und Wetzlar nicht vor 2030 beendet sein wird. Sorgenkind ist der Abschnitt zwischen Löhnberg und Biskirchen, der erst in der Vorbereitung der Planfeststellung ist. In diesem Stadium sind die Bereiche Biskirchen-Tiefenbach sowie Leun-Solms. Im Bau sind aktuell Tiefenbach-Leun sowie Solms-Kloster Altenberg. Alles andere ist fertig.

„Eigentlich war es ja geplant, mit dem vierspurigen Ausbau in Wetzlar zu beginnen und dann Schritt für Schritt Richtung Limburg zu gehen“, erzählte Schick. Doch im Nachbarkreis hat es laut Dieth mehr Probleme gegeben, weil mehrere Orte nahe an der Straße liegen und Bürger sowie teilweise auch die Politik massiven Widerstand leisteten.

Aber für manche Anwohner gibt es auch Vorteile, berichtete Schick. Die Verlegung der Brücke weg vom Ortskern sei zum Beispiel für Heckholzhausen ein Segen. Doch auch hier hätte die Befürworter des B 49-Ausbaus lange kämpfen müssen, weil es gerade aus der Landwirtschaft Proteste gegeben habe. Dass der Ausbau der Region insgesamt viel bringt, ist nach Meinung von Schick unstrittig. Als Beispiele nannte er auch die positive Entwicklung der Gewerbegebiete in Beselich und Merenberg.

Der Ausbau sei zwingend notwendig gewesen, weil der Verkehr nach der Grenzöffnung zur DDR auf der West-Ost-Achse extrem zugenommen habe. Der langjährige Weilburger Bürgermeister kann sich noch gut daran erinnern, als die ersten Trabis auf der B 49 auftauchen. „

Nach seinen Angaben sind auf der B 49 heute pro Tag durchschnittlich 31 000 Fahrzeuge unterwegs. Die Kennzeichen zeigten, dass die heimische Bundesstraße mittlerweile eine Verbindung von Frankreich und Luxemburg bis Richtung Polen darstelle.

Der vierspurige Ausbau sei die richtige Entscheidung, die Anforderungen für den Bau einer Autobahn wären noch deutlich höher gewesen. Dafür wäre, so Schick, beispielsweise noch eine durchgängige Standspur gebraucht worden; landwirtschaftliche Fahrzeuge hätten nicht länger die Straße befahren dürfen.

Als die Interessengemeinschaft 1989 gegründet wurde, hätte keiner der Beteiligten gedacht, dass das Projekt im Kreis Limburg-Weilburg schon 2019 fertig ist. Dieth sagte, es habe viel geholfen, dass alle regionalen Bundes- und Landtagsabgeordneten damals wie heute das Vorhaben unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit voll unterstützt hätten.

(rok)

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