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Mit einem modernen Fahrregler bedient Sascha Thomas (links) seine Spur1-Eisenbahnen auf der großen Anlage in Rennerod.

Herbstausstellung

Ein guter Zug für Bahnfreunde

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Die Simplex-Interessengemeinschaft aus Rennerod hat sich mit ihrer Herbstausstellung immer mehr zu einem Ziel für Freunde der „Spur 1“ entwickelt. Aus vielen Teilen Deutschlands kommen die Sammler dieser Modelleisenbahn-Spur, um entweder ihre eigene Lok auf der großen Anlage fahren zu lassen, oder ganz einfach nur zu staunen.

Der Modelleisenbahner ist vom Aussterben bedroht. Dieses Fazit zieht Klaus Göbel vom Renneroder Simplex-Team. „Eltern mit ihren Kindern sind kaum noch auf unseren Modelleisenbahn-Schauen zu sehen, und die Älteren sterben uns weg“, beklagt er. Auch bei der Herbstausstellung, die in jedem Jahr der großen Spur 1 vorbehalten ist, war der Andrang schon mal größer.

Die Spur 1 ist eine Modellbahn für Liebhaber. Sie liegt in der Spurweite mit 45 Millimetern genau zwischen der beliebten Spur H0 mit ihren 11,5 Millimetern Spurweite und der großen Gartenbahn LGB mit 64 Millimetern Spurweite. Da die Spur 1 sehr groß ist, haben die Sammler kaum Gelegenheit, ihre Loks mit diesen Waggons in den heimischen vier Wänden fahren zu lassen. Das Simplex-Team aus Rennerod bietet da Abhilfe: Bei ihrer Herbstausstellung können die Spur-1-Fans auf der 22 Meter langen und sechs Meter breiten Anlage ihre eigenen Züge fahren lassen.

Das Lego-Prinzip

Damit der Aufbau dieser Anlage schnell und zügig passiert, widmet sich der Elbtaler Elmar Begovici in seiner Freizeit dem Bau von Modulen. Diese Module helfen den Modelleisenbahnbesitzern, sich bei Ausstellungen an die dortigen Anlagen anzudocken. Auf den Modulen zu sehen sind die Gleisstränge, die nach den entsprechenden Vorgaben an das nächste Modul angepasst werden. „Ähnlich dem Lego-Prinzip“, wie er erklärt.

Begovici kam über seinen Vater zum Hobby Modelleisenbahn und wie üblich über die Spur H0. Als er jedoch immer häufiger die Spur 1 sah, war ihm klar „lieber 10 H0-Loks weniger und dafür eine Spur-1-Lok mehr“. Nun baut er diese Module nach einem Baukastensystem, die es den Sammlern ermöglicht auch ihre eigenen Gleise und Landschaften mitzubringen.

Voraussetzung sind dafür die gleichen Maße untereinander. Diese Maße hat er nun mit der Interessengemeinschaft „Mittelrhein Spur 1“ aus Koblenz abgestimmt, die seit vielen Jahren in Rennerod teilnehmen und mit Modulen und 15 Loks nebst den entsprechenden Waggons dabei sind.

Für die nächsten Ausstellungen ist eine Erweiterung mit einer Nebenstrecke geplant, die auch mit Modulen befreundeter Vereine bestückt wird. Unter ihnen ist auch Sascha Thomas, der mit einem „Daisy II“ in der Hand eine der Dampfloks bediente. Bei der „Daisy II“ handelt es sich um einen Fahrregler der digitalen Generation.

Vorbei die Zeit als mit einem Transformator die Geschwindigkeit des Zuges geregelt wurde. Mit dem neuen Fahrregler können alle Funktionen einer Lok gesteuert werden. „Dazu zählt auch der Dampf“ erzählt Sascha Thomas, der einen weiteren Vorteil in der modernen Art der Steuerung sieht: „Man kann mit der Lok mitlaufen, man ist nicht mehr gebunden.“

Virus von der Mutter

In der digitalen Zukunft sehen die Modelleisenbahner auch eine Chance die Jugend für ihr Hobby zu begeistern. Denn auch beim Hobby Modelleisenbahn hat die Digitalisierung Einzug erhalten. So besteht für Technikfans, die Möglichkeit ganze Fahrpläne zu entwerfen und entsprechende automatisierte Programme für die Anlage zu schreiben.

Unter den vielen Besuchern, die ganz aufmerksam die vielen Loks auf der großen Spur-1-Anlage bei ihren Fahrten beobachten, ist auch Marie Gresser aus Frickhofen. Das Mädchen ist kaum von der Anlage weg zu bekommen und beobachtet fasziniert die vielen Loks. Sie hat den „Virus Modelleisenbahn“ von ihrer Mutter Tanja Gresser mitbekommen, die ihrerseits begeisterte H0-Sammlerin ist.

Tanja Gresser favorisiert die Marke Fleischmann und sucht in Rennerod nach Zubehör. Erfolgreich war dabei schon Philipp Gläser, der Stolz eine Fleischmann-Lok zur eigenen Anlage mitnimmt.

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