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Grundbucheintragung fehlt

Alte Turnhalle dümpelt vor sich hin

Seit mehr als zwei Jahren versucht Investor Alfred Enk, die Umgestaltung der alten Turnhalle und des angrenzenden Flachbaus zu realisieren. Er habe die Immobilie längst bezahlt, stellt er klar. Darüber, weshalb die Eintragung im Grundbuch monatelang nicht erfolgt ist, mag er öffentlich nicht spekulieren.

Alfred Enk gibt nicht auf. Seinen Plan, die alte Turnhalle, ein denkmalgeschütztes Gebäude gegenüber vom Schloss, sowie das etwa 1000 Quadratmeter große Grundstück, auf dem sich auch ein flacher Backsteinbau befindet, zu einer Markthalle mit Gastronomie umzugestalten, will der Investor aus dem Stadtteil Oberzeuzheim nach wie vor umsetzen. Auch die Kreissparkasse, der Enk vor zwei Jahren versprochen hatte, an diesem Standort zu bauen, soll dort eine neue Filiale bekommen. Der alte Turnsaal könnte zu einer Eventhalle umgebaut werden.

„Haben alles getan“

An Ideen und Plänen mangelt es ihm und seinem Geschäftspartner und Miteigentümer des Areals, Thomas Wagner, nicht. „Wir haben alles getan“, sagt Enk. Der Kaufpreis von rund 50 000 Euro sei längst entrichtet worden. Nur sind „weder Thomas Wagner noch ich als Eigentümer im Grundbuch eingetragen“. Auch die Eigentumsverhältnisse von 20 Parkplätzen sind bislang nicht umgeschrieben. Jedenfalls wurde Alfred Enk bis jetzt nicht darüber informiert. Daher war es „überhaupt nicht möglich, einen Bauantrag zu stellen, da nur der Grundstückseigentümer einen Bauantrag stellen kann“. Deshalb dümpelt die Immobilie in bester Lage der Stadt vor sich hin.

„Alleinentscheidung“

Investor Enk ist darüber verärgert. Über die Gründe, weshalb das Verfahren so lange dauert, will er öffentlich nicht spekulieren. Dennoch hegt er den Verdacht, dass sein Konzept für die Turnhalle von vornherein torpediert worden sei. „Nach dem Ankauf und in Kenntnis des vorgesehenen Konzepts erfolgte in einem Eiltempo die Zustimmung der Stadt zum Bau einer Bäckerei/Café am Penny-Markt.“ Der steht nur wenige hundert Meter entfernt auf einem Grundstück der Penta-Projektentwicklung. Die gehört zum Albert-Weil-Konzern von Klaus Rohletter, der 2016 mit seinem Konzept für eine Neue Mitte im Parlament der Fürstenstadt scheiterte. Zehn Millionen Euro hatte Rohletter investieren wollen, um das gesamte Stadtzentrum einschließlich eines Teils der Straßenführung umzugestalten. Dass Investor Rohletter im darauffolgenden Jahr den Zuschlag für die Erweiterung am Penny-Markt erhielt, hält Investor Enk für eine „fürstliche Alleinentscheidung, denn weder der Magistrat, das Parlament noch ich als Investor wurden über dieses Vorhaben unterrichtet“. Damit sei klar gewesen, dass sein ursprüngliches Konzept, an der alten Turnhalle einen Bäcker mit Café einzurichten, schiefgehen würde. Nach der Entscheidung „Café am Penny-Markt“ kassierte Enk von anderen Bäckereien Absagen. Bürgermeister und Parteifreund Michael Ruoff (CDU) habe ihm daraufhin erklärt, dass er mit derartigen Reaktionen nicht gerechnet habe, sagt Enk. So wenig Weitblick würde ihn wundern, kommentiert er.

Trotz dieser Abfuhr begann Alfred Enk, neue Pläne zu entwickeln. Auch weil für ihn das Versprechen gelte, das er der Kreissparkasse gegeben hat, wie er sagt. „Die Zielsetzung ist weiterhin eine Lösung mit der Kreissparkasse, darüber Wohnungen, Gastronomie und eine Eventhalle in der Turnhalle.“ Nur könne das Bauvorhaben eben erst dann realisiert werden, „wenn die Stadt endlich die Grundbucheintragungen bewirkt“.

Auf die Anfrage dieser Zeitung bei Bürgermeister Michael Ruoff teilt dieser mit, dass die Grundbucheintragung „zwischenzeitlich erfolgt“ sei. Allerdings liege „die schriftliche Grundbuchnachricht noch nicht vor“. Und weiter: „Auch andere Grundbuchfälle der Stadt Hadamar hatten beim Grundbuchamt eine ähnlich lange Bearbeitungszeit.“ Investor Alfred Enk aus Hadamar-Oberzeuzheim weiß von der erfolgten Grundbucheintragung nichts.

VON ANKEN BOHNHORST

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