Ein Artenschutzhaus für Mehlschwalben, Sperlinge andere Vögel im Gewerbegebiet in Oberweyer: Darüber freuen sich Bürgermeister Michael Ruoff (CDU), Werner Weber (ehemaliger Ortsbeirat von Oberweyer), Anna Pietsch (Nabu), Uwe Steinebach (Syna) und Karl-Peter Brühl (Nabu).
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Ein Artenschutzhaus für Mehlschwalben, Sperlinge andere Vögel im Gewerbegebiet in Oberweyer: Darüber freuen sich Bürgermeister Michael Ruoff (CDU), Werner Weber (ehemaliger Ortsbeirat von Oberweyer), Anna Pietsch (Nabu), Uwe Steinebach (Syna) und Karl-Peter Brühl (Nabu).

10 000 Euro in Hadamar investiert

Artenschutzhaus im Oberweyerer Gewerbegebiet

  • VonAnken Bohnhorst-Vollmer
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Mehlschwalben, Mauersegler, Haus- und Feldsperlinge, Stare und Fledermäuse sollen einziehen.

Hadamar -Die Willkommenskultur in dem Haus im Gewerbegebiet "Auf den Sechsmorgen" zwischen den Nummern 15 und 17, nur ein paar hundert Meter von der Wohnbebauung entfernt, ist gut. Man begegnet einander und verträgt sich. Sobald ein Paar die Unterkunft verlassen hat, folgen neue Bewohner im Hochparterre des Artenschutzhauses. Denn das ist es, was die Stadt und der Naturschutzbund Nabu mit finanzieller Unterstützung des Regierungspräsidiums Gießen sowie des Energieversorgers Syna hier errichtet haben.

Zwar seien die Kosten von 10 000 Euro im Haushalt 2020/21 eingeplant gewesen; über die Zuwendungen von 5100 Euro des Regierungspräsidiums und 500 Euro der Syna GmbH sei man dennoch dankbar, sagt Bürgermeister Michael Ruoff (CDU). Er danke "allen beteiligten Seiten für ihre vielfältige Unterstützung dieser bedeutungsvollen Initiative". Die Idee für das Projekt hatte der Ortsbeirat Oberweyer vor einigen Jahren entwickelt, weshalb der ehemalige Ortsbeirat Werner Weber zur Einweihung des Artenschutzhauses erschienen ist. Das Bauwerk sei wichtig und richtig und könnte in seiner Realisierung beispielgebend sein für andere ökologische Einrichtungen wie etwa die eines Waldlehrpfades, sagt er.

Mehlschwalben, Mauersegler, Haus- und Feldsperlinge, Stare und Fledermäuse sollen in das Artenschutzhaus einziehen und die Brutkammern nutzen, sagt Anna Pietsch vom Nabu. Auch ein Turmfalke, der sich jedoch nicht ins Haus zurückzieht, sondern auf dessen Dach thront, ist dort gerngesehen. Der Standort im "ökologisch strukturlosen" Gewerbegebiet sei ideal: Auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich ein Mehlschwalbenhaus. Darüber hinaus aber gibt es keine Baumhöhlen oder Unterkünfte, die mit der Gastfreundschaft des acht Meter hohen Artenschutzhauses konkurrieren können.

"Aufgrund des hohen Versieglungsgrads und der wenigen Gehölze bietet das Gewerbegebiet derzeit nur wenig Lebensraum für Wildtiere", sagt Anna Pietsch. "Durch das Artenschutzhaus erfährt das Gebiet nun eine ökologische Aufwertung für gefährdete Gebäudebrüter und Fledermäuse." Eine akustische Aufwertung könnte das Terrain am Löschteich durch regelmäßig erklingende Lockrufe für Mehlschwalben und Mauersegler erhalten. Ein solarbetriebenes Abspielgerät soll demnächst installiert werden und zweimal täglich zwitschern.

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