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Immer mehr braune Stellen sind in den Wäldern der Region zu beobachten.

SDW

Für die Bäume war 2018 zu warm, zu trocken und zu stürmisch

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Auch der deutsche Wald leidet unter der Hitze in diesem Jahr. Dieses Fazit zog Werner Wernecke, Vorsitzender des Kreisverbandes Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), auf der Mitgliederversammlung. Sollte sich die Hitze im nächsten Jahr wiederholen, dann sind die Auswirkungen erst in den nächsten Jahren zu beziffern

Wenn es in Zukunft so heiß weitergeht wie derzeit, kann es zu Folgeschäden kommen, die auf das Jahr 2018 zurückzuführen sind, stellt Werner Wernecke von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) fest. Bevor er jedoch im Detail auf den Zustand des Waldes einging, hatte er nur „wenige Mitstreiter“ an diesem Nachmittag an seiner Seite. Denn nur drei der 76 Mitglieder machten sich die Mühe, sich über die Situation des Deutschen Waldes zu informieren. Dies ist um so mehr verwunderlich, als einige Gemeinden im Kreis als Mitglied im SDW Informationen über den derzeitigen Stand in Sachen Holzverkauf bekamen. „50 Prozent des Holzbedarfs werden aus dem Ausland abgedeckt“, sagte Werner Wernecke. Der restliche Holzverkauf im heimischen Raum wurde in der Vergangenheit über Hessen Forst abgewickelt. Dies hat nun das Kartellamt bemängelt und unterbunden. Dies bedeutet nun nach den Worten von Werner Wernecke, dass in Zukunft die Holzverkäufe nicht wie in der Vergangenheit mit einem Vertrag, sondern mit Einzelverträgen ausgehandelt werden müssen. „Dies bedeutet zusätzliches Personal, und das hat Auswirkungen auf den Holzpreis.“

Derzeit wird der Holzverkauf durch die Forstämter Weilburg und Weilmünster organisiert. Die Gemeinden Weinbach, Selters, Löhnberg, Merenberg und Dornburg werden den Holzverkauf in Zukunft in Eigenregie durchführen. Werner Wernecke sieht diese Entwicklung mit Sorge. Er befürchtet, dass alles in Zukunft „billig, billig, billig“ verkauft wird.

Auch ging der Vorsitzende auf die Schäden im Wald ein. So seien alleine dem Sturm „Frederike“ 31 000 Festmeter und dem Borkenkäferbefall 2500 Festmeter zum Opfer gefallen. Dazu kämen noch 10 000 Festmeter Käferholz, die noch nicht erfasst sind. Bei den befallenen Sorten liegt die Fichte ganz oben. Hier liegen die Schäden bei 2,7 Millionen Festmeter, aufgeteilt auf 1,8 Millionen im Staatswald und eine Million im Kommunalwald.

Auch Vergleiche mit zurückliegenden Hitzeperioden wurden gezogen. Zwar war 2003 noch wärmer. „Doch nicht sieben Monate Dürre hintereinander“, so Wernecke. „Bis heute fehlen 320 Liter pro Quadratmeter“, so einer der Gäste. Allein im Hessenforst seien dreistellige Millionenbeträge an Substanzschäden registriert. Hier sieht man den Staat gefordert, der die Landwirtschaft bei extremen Situationen immer finanziell unterstützt. Auch gäbe es gewaltige Anstrengungen beim Nachforsten. Wie wichtig der Wald für die Bevölkerung ist, machte Werner Wernecke mit den Worten deutlich „der Wald ist mehr als nur 1000 Klafter Holz“.

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