Tag der offenen Gärten in und um Hadamar

Blicke in die Gärtner-Kunst

  • VonChristof Hüls
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Acht Familien öffnen zum „Tag der Offenen Gärten“ in Hadamar und Umgebung am 7. Juni ihre kleinen Naturreservoire.

Als böten ihre Blumen und Sträucher nicht schon genug Kunst und Augenweide, setzen Ute und Manfred Voll mit Holz und Schrott das I-Tüpfelchen eines kunstvoll gestalteten Gartenreiches. Wer auf ihren verwunschenen Pfaden (lust-)wandelt – über sich die Kronen der mächtigen Bäume – gewinnt immer wieder neue Perspektiven und Einblicke in der „gepflegten Wildnis“.

Seit 25 Jahren experimentieren Ute und Manfred Voll mit dem 1300 Quadratmeter großen Grundstück am Rande der Bebauung in Ellar. Von Besuchen in der Toskana inspiriert, stellten sie Terrakotta-Töpfe auf und scheiterten beim Versuch, südländische Sonne gewohnte Pflanzen an Waldbrunner Wetter zu gewöhnen. Die gut 20 oder 25 Meter hohen Bäume am Grundstücksrand kennzeichnen das Ende der Bebauung und wirken wie eine gewaltige, grüne Mauer. Doch zu ihren Füßen blüht die Natur und mit ihr die Kunst. Manfred Voll, eigentlich Manager bei der Telekom, ist der Gärtner im Haus und Ehefrau Ute die Künstlerin. Gemeinsam komponieren sie ihr kleines Reich. Wo nichts blüht, da postiert die Verwaltungsangestellte ihre bunten, teils verspiegelten Stelen. Ton- oder Steinköpfe wirken wie Wächter. Zu Sitzbänken umfunktionierte Betten auf kleinen Rasenflächen laden ein, die Füße hochzulegen. Irgendwo rund ums Haus gibt es so immer einen Platz an der Sonne oder ein schattiges Plätzchen. Trotzdem besteht ständig die Gefahr, dass das Ehepaar mit neuen verknurzelten Ästen oder Wurzeln vom Waldspaziergang zurückkehrt. Kunstvoll verarbeitet, vielleicht ergänzt durch Beton, wachsen sie zwischen Distelbeet und Kräuterspirale, Salomonsiegel, Funkien, Maiglöckchen und Rhododendren zu Traumfiguren heran. Teiche, Nistkästen und Obstbäume laden auch die geflügelten Nachbarn zum Konzert ein.

„Wir haben gerne Gäste“, erklären Ute Voll ihre Motivation, nun zum zweiten Male ihren Garten in der Öffentlichkeit vorzustellen. Gut 150 Gäste kamen im letzten Jahr trotz des Regenwetters.

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