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Wenn alles glatt läuft, sind die Malerarbeiten am Schloss Hadamar Ende dieser Woche abgeschlossen.

Renovierung

Das Hadamarer Schloss wird frisch herausgeputzt

  • Sabine Rauch
    vonSabine Rauch
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Handwerker sind am ehemaligen Wirtschaftsgebäude beschäftigt - Turm ist noch lange nicht fertig

Hadamar -Die große Pyramide steht, die Lichterketten hängen. Das Hadamarer Schloss ist schon weihnachtlich geschmückt. Das Gerüst und das grüne Netz gehören allerdings nicht dazu. Und wenn alles gut geht, sind Gerüst, Bauschutz-Netz und Maler auch Ende dieser Woche wieder weg. Denn dann sollen auch die Fenster und Türen des ehemaligen Marstalls wieder grün sein, genauer: in der speziellen Mischung aus Resedagrün und Filzgrün - und natürlich denkmalschutzgerecht.

Seit Anfang Sommer war die ehemalige Residenz der Fürsten zu Nassau-Hadamar immer mal wieder eingerüstet. Erst war die Fassade des Nordflügels gestrichen worden, dann war eigentlich der Turm dran. Aber das wurde aufgeschoben, weil ein Bienenvolk die Ruhe im Turm genutzt und sich unter dem Dach niedergelassen hatte. Jetzt müsse erst einmal der Bienenstock hinter der Schindelverschalung herausgeholt und umgesiedelt werden, teilte Alexander Hoffmann, der Sprecher des Bauherrn, des Landesbetriebs Bau und Immobilien Hessen (kurz: LBIH) mit. "Das geschieht in Abstimmung mit der Naturschutzbehörde Limburg und dem ortsansässigen Imker." Wenn die Honigbienen weg sind, können die Maler wieder kommen. Bis Ende Januar sollten alle Bauarbeiten abgeschlossen sein, sagt Alexander Hoffmann. Dann fehlt nur noch die Wetterfahne auf dem Turm. Damit auch sie wieder an ihrem Platz kann, muss aber ein Hubsteiger kommen.

Moosbelag entfernt

In der Zwischenzeit war das ehemalige Wirtschaftsgebäude des Schlosses dran, in dem heute das Stadtmuseum untergebracht ist. Für diesen Teil des Gebäude-Komplexes ist die Stadt Hadamar verantwortlich - und damit auch für die Sanierung und Instandhaltung. Vor etwa zehn Jahren seien dort Fenster und Türen zum letzten Mal gestrichen worden, teilte Peter Martin-Pietsch, der Sprecher der Stadt mit. Vor allem die Fenster in den Gauben hatten einen neuen Anstrich dringend nötig. Jetzt habe das städtische Bauamt entschieden, dass die 55 Fenster und Türen mal wieder dran sind und die Maler und Lackierer von David Reichwein hatten freie Kapazitäten. Rund 22 800 Euro muss die Stadt für dafür aufbringen.

Das Land als Besitzer des eigentlichen Schlosses bekommt eine noch höhere Rechnung: Insgesamt 85 000 Euro lässt sich der Bauherr die Sanierungsarbeiten kosten. Für das Geld war der Moosbelag an der Fassade entfernt und die Mauern mit Silikatfarbe in gebrochenem Weiß gestrichen worden. Außerdem mussten Dachrinnen erneuert und Fenster ausgebessert werden. Bei acht Fenstern und einer Tür waren die Wetterschenkel so marode, dass sie ausgetauscht werden mussten. Der letzte Anstrich sei etwa 15 Jahre her, sagt der LBIH-Sprecher.

Vor allem der Nordflügel müsse regelmäßig saniert werden, das sei die Wetterseite. "Die Pflege und Erhaltung historischer Bauwerke stellen eine Daueraufgabe dar", sagt Alexander Hoffmann. Das Land investiere fortwährend in die Unterhaltung des Hadamarer Schlosses, zuletzt seien Teile des Parkettbodens instand gesetzt und Schlaglöcher im Innenhof ausgebessert worden. Und nun waren eben Dachrinnen, Fenster, Türen und die Fassade zum Schloss-Innenhof fällig.

Das nächste große Projekt plant die Stadt - und zwar im Stadtmuseum. Das soll bis zum Stadtjubiläum im Jahr 2024 neu konzipiert werden. Geschlossen ist es schon jetzt: Weil das Museum mit den Werken von Ernst Moritz Engert (1892-1986), Karl Wilhelm Diefenbach (1851-1913) und Alois Koch (1910-2002) in den vergangenen Monaten nicht wirtschaftlich betrieben werden konnte, bleiben die Türen zu, "um erste vorbereitende Maßnahmen wie etwa eine Inventarisierung anstoßen zu können".

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