Die zwölfjährige Jule Blank gehört mit einem Beitrag zum Thema "Mut" zu den Preisträgerinnen des hessischen Schreibwettbewerbs. Ihre Schulklasse war bei der Online-Preisverleihung dabei.
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Die zwölfjährige Jule Blank gehört mit einem Beitrag zum Thema "Mut" zu den Preisträgerinnen des hessischen Schreibwettbewerbs. Ihre Schulklasse war bei der Online-Preisverleihung dabei.

Sechstklässlerin der Fürst-Johann-Ludwig-Schule

Eine der besten Briefeschreiberinnen

Jule Blank aus Hadamar gewinnt bei hessischem Schreibwettbewerb.

Hadamar -Mehr als 7000 Schülerinnen und Schüler aus ganz Hessen hatten sich am Schreibwettbewerb der Stiftung Handschrift beteiligt. Ihre Aufgabe war es, einen Brief zum Thema "Mut" zu verfassen. Unter den 100 Besten, deren Briefe demnächst in einem Buch veröffentlicht werden, ist Jule Blank aus Oberzeuzheim. Die Zwölfjährige besucht die Klasse 6bG der Hadamarer Fürst-Johann-Ludwig-Schule.

"Ich wollte etwas schreiben, das den Lesenden bewegt und nicht nur eine Situation schildern, in der ich mich etwas getraut habe", beschreibt Jule Blank ihren Grundgedanken. So beginnt sie ihren Brief mit der Erklärung, dass sie kein wirklich mutiges Mädchen sei, wenn es um Höhe, Dunkelheit oder Spinnen geht. Ihre Art von Mut liege vielmehr im sozialen Bereich. Dies bedeutet, dass Jule nicht einfach zulassen kann, wenn Andere gemobbt, geärgert oder ausgezählt werden. Tatsächlich habe es schon einige Situationen gegeben, in denen sie sich hinter Leute gestellt hat, die Opfer solcher Schikanen gewesen sind, sagt die Fürst-Johann-Ludwig-Schülerin .

Tun und denken, was

man für richtig hält

Zudem ist es Jule wichtig, kein Mitläufer zu sein, schreibt sie in ihrem Brief. Sie will nicht etwas toll finden, nur weil es die beliebtesten Klassenkameradinnen toll finden - ob es nun ein Hobby, ein Star oder sonst etwas ist. Jules Motto sei es vielmehr, zu tun und zu denken, was sie selbst für richtig hält. "Das ist es, was das Wort Mut für mich bedeutet", fasst sie zusammen.

Für das Schreiben ihrer Briefe hatten die Schüler und Schülerinnen eine Schulstunde lang Zeit. Zwar hatte sich Jule ein paar Stichworte auf einen Zettel geschrieben, bevor sie das extra für diesen Wettbewerb ausgegebenen Briefpapier zur Hand nahm. "Doch dann ist mein Füller fast von allein über das Papier geglitten", sagt die Schülerin schmunzelnd.

Wochen und Monate vergingen; den Tag der Handschrift hatte Jule schon fast vergessen. Dann kam eine E-mail ihrer Deutschlehrerin. Sie wollte sich mit dem Mädchen zu einem Telefonat verabreden, weil sie eine schöne Nachricht zu verkünden habe.

Natürlich war die Freude riesig, als Jule erfuhr, dass sie mit ihrem Brief zu den einhundert Preisträgern des Schreibwettbewerbes gehört. Dabei gab es keinen ersten, zweiten oder dritten Platz. Alle Sieger sind gleichrangig. Was zählte, war die Gestaltung des Briefes, die gute Lesbarkeit der Schrift, wie sehr das Geschriebene den Leser fesselt, wie Gefühle rüberkommen und ob die Gedankengänge des jungen Autors nachvollziehbar sind.

Was eigentlich im Museum Wiesbaden stattfinden sollte, nämlich die feierliche Prämierung der jungen Briefeschreiber durch den hessischen Kultusminister Alexander Lorz (CDU) im Beisein von Eltern und Lehrkräften, wurde in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie als virtuelle Preisverleihung gestaltet.

Mit der Klasse bei

der Preisverleihung

"Das hatte aber auch was Gutes", findet Susanne Schwarz, Jules Deutschlehrerin an der Fürst-Johann-Ludwig-Schule. "Denn so konnte die ganze Klasse bei der online-Preisverleihung, die aus Wiesbaden live-gestreamt wurde, zuschauen und sich gemeinsam mit Jule freuen."

Mit Ruhm und guten Worten allein ist es noch nicht getan. "Nach den Osterferien werde ich eine Urkunde, eine Medaille und einen Buch-Gutschein im Wert von 40 Euro bekommen" freut sich das Mädchen.

"Jule ist reich an Fantasie und das Schreiben hat ihr schon immer Spaß gemacht", sagt ihre Mama Nicole Blank. Dabei erinnert sie sich beispielsweise an kleine selbstgebastelte Büchlein mit Kurzgeschichten, die ihre Tochter angefertigt hat.

Vielleicht wird die talentierte Zwölfjährige ihre Lust am geschriebenen Wort später sogar mal zum Beruf machen. "Ich kann mir gut vorstellen, im Journalismus oder einem anderen Bereich, wo es um das Verfassen informierender Texte geht, zu arbeiten", blickt sie in die Zukunft. Mit ihrer Deutsch-Note "sehr gut" scheinen die Voraussetzung dafür jedenfalls gegeben zu sein.

kerstin kaminsky

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