Die Telekom will einen Großteil der Stadt Hadamar mit Glasfaseranschlüssen versorgen. Foto: Anken Bohnhorst
+
Die Telekom will einen Großteil der Stadt Hadamar mit Glasfaseranschlüssen versorgen.

Einfluss der Stadt Hadamar auf Glasfaser-Versorgung ist gering

Es bleibt unübersichtlich

  • vonAnken Bohnhorst-Vollmer
    schließen

Keine Synergieeffekte durch mehrere Anbieter

Die digitale Zukunft der Stadt Hadamar wird sich aus heutiger Sicht in mehreren Welten abspielen, deren Technologien kompatibel sein können, ohne dass die Nutzer dadurch von Synergieeffekten profitieren müssen. Das klingt nicht nur kompliziert, sondern ist es auch. "Die Sache ist sehr unübersichtlich geworden", leitete Bürgermeister Michael Ruoff (CDU) daher die Beantwortung einer Anfrage der FWG in der Stadtverordnetenversammlung am Freitagabend ein.

Die Freien Wähler wollten wissen, ob sich das Zusammenwirken der verschiedenen Anbieter zum Nutzen aller Stadtteile bündeln lasse, ob vergleichbare Vermarktungsangebote präsentiert werden können und ob die Stadt zwischen den anbietenden Unternehmen und den Endverbrauchern vermitteln werde. Zusammengefasst lautet Ruoffs Antwort: Die Stadt muss bei den Ausbauvorhaben lediglich die Aufbruch-Genehmigungen erteilen, also die Erlaubnis, dass die Straßen aufgerissen werden dürfen, um Kabel und Leerrohre im Erdreich zu versenken. Auf die Vermarktungsstrategien der Unternehmen habe man keinen Einfluss. Es handele sich um privatwirtschaftliche Engagements.

Aber, betont der Bürgermeister, "man muss auch mal das Positive sehen". Schließlich seien gleich zwei Anbieter-Kooperationen angetreten, um die Stadt mit einem Glasfasernetzwerk für die digitale Zukunft aufrüsten. Und ein Duo, Telekom/Syna, stelle zudem in Aussicht, den Erdkabelausbau voranzutreiben, um so beispielsweise auf den wachsenden Strombedarf für E-Mobilität zu reagieren.

Ruoff: Effizientes

Vorgehen prüfen

Nur beginnen aus Sicht einiger Stadtverordneter nicht nur aus den Reihen der FWG hier die Probleme. Denn der angekündigte Fortschritt wird möglicherweise nicht in alle Stadtteile ausstrahlen, da Telekom/Syna - abgesehen von der Kernstadt, Niederhadamar, Faulbach und der Obergasse in Niederzeuzheim - nur dort Glasfaser verlegen werden, wo die Wettbewerber von Vodafone/Nokia nicht aktiv sind. Das hatte eine Sprecherin der Syna-Muttergesellschaft Süwag im März gegenüber dieser Zeitung deutlich gemacht. Sollte Vodafone in den übrigen Stadtteilen "tätig werden, wird eine zusätzliche Kooperation durch Syna/Telekom unwirtschaftlich".

Das könnte aber bedeuten, dass der Erdkabelausbau nicht in allen Stadtteilen vorangeht, formulieren die Freien Wähler in ihrer Anfrage. Bürgermeister Ruoff erwiderte, gerade deshalb sei bereits ein Treffen zwischen Syna, Nokia und Vodafone arrangiert worden, "um ein möglichst effizientes Vorgehen zu prüfen". Allerdings sei "bereits zu erkennen, dass aufgrund der unterschiedlichen Zeitpunkte, Orte und Geschwindigkeiten der Baumaßnahmen Synergien nur bedingt möglich sind". Erschwerend komme bei einer möglichen Zusammenarbeit hinzu, dass die Verlegung von Erdkabeln zeitaufwendiger sei als die Implementierung von Glasfaser-Leerrohren. Sämtliche Freileitungen müssten geprüft und die Ergebnisse in die geplante Baumaßnahme einbezogen werden.

Bleiben die unterschiedlichen Vermarktungsstrategien von Telekom/Syna und Vodafone/Nokia, auf die die FWG in ihrer Anfrage hinweist. "Bei vielen Bürgern wächst die Verunsicherung, da bisher lediglich Vodafone offensiv mit dem Tür-zu-Tür-Verkauf begonnen hat." Dabei wird potenziellen Kunden zugesagt, dass das Unternehmen die Kosten für den Grundstücksanschluss übernimmt, wenn ein Vertrag bis zum 31. Mai dieses Jahres zustande kommt.

Verzicht auf

Anschlussgebühren

Welches Angebot Telekom/Syna dagegen vorlegen wird und wann, ist unklar. Die Telekom weise lediglich darauf hin, dass sie "üblicherweise ebenfalls auf die Berechnung der Hausanschlussgebühren in der Vorvermarktung verzichtet", zitierte Bürgermeister Ruoff die Aussage des Telekommunikationsunternehmens. Glasfaser-Tarife und Anschluss-Modalitäten seien auf der Homepage des Konzerns ersichtlich, Änderungen möglich.

Bürgermeister Ruoff: "Eine Zusicherung können wir als Stadt nicht geben, weil wir weder Bauherr noch Betreiber dieser Infrastruktur sind." Die Stadt informiere jedoch kontinuierlich in dieser Sache. anken bohnhorst

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare