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Faulbach: Unruhige Zeiten für Verkehrsberuhigung

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Von: Anken Bohnhorst

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Familien fordern schon länger eine Verkehrsberuhigung für die Faulbacher Ortsdurchfahrt.
Familien fordern schon länger eine Verkehrsberuhigung für die Faulbacher Ortsdurchfahrt. © Anken Bohnhorst

Hadamarer Magistrat sieht keine Rechtsgrundlage. Aber: Polizei und Kreis betonen Zuständigkeit der Stadt

Hadamar -In der Ortsdurchfahrt von Faulbach wird es möglicherweise auch künftig kein Tempolimit, keine Blitzeranlage und keinen Zebrastreifen geben. Das geht aus einem aktuellen Informationspapier des Magistrats hervor, das dieser Zeitung vorliegt. Darin heißt es, die von der Stadt Hadamar "beauftragten Stellungnahmen vom Regionalen Verkehrsdienst der Polizei Limburg und auch vom Straßenbaulastträger, dem Kreis Limburg-Weilburg, waren negativ. Sowohl für die Geschwindigkeitsreduzierung auf unter 50 Kilometer pro Stunde als auch für eine Überquerungshilfe. Für eine stationäre Geschwindigkeitsmessanlage haben wir ebenfalls eine negative Stellungnahme der Hessischen Polizeischule vorliegen. Blieben nur noch die Verschwenkungen an den Ortseingängen. Diese sind aber als Verkehrsberuhigung nicht effektiv, weil die Einengung durch die Befahrbarkeit von Lkw mit Anhängern so dimensioniert sein muss, dass normale Fahrzeuge fast ungebremst durchfahren können".

Was lange währte, könnte damit endgültig scheitern. Es fehle "an einer Rechtsgrundlage die beabsichtigte Maßnahme umzusetzen", teilt Bürgermeister Michael Ruoff (CDU) mit. Und weiter: Der Magistrat habe den Sachverhalt zur Kenntnis genommen und werde die Angelegenheit in den Bauausschuss weiterleiten. Dessen nächste Sitzung findet am 27. September statt.

Unterschriften

und Ortstermin

Die Fakten, Wünsche und Einschätzungen zur Verkehrslage in Faulbach werden seit Jahren von Bürgern, Behörden und Experten zusammengetragen. Die Faulbacher wollen, dass in ihrem Ort weniger gerast wird und dass Fußgänger möglichst gefahrlos die Hauptstraße auf Höhe von Bushaltestelle und Spielplatz überqueren können. Das ist nach ihrer Wahrnehmung nicht möglich. Deshalb sammelten sie Unterschriften, luden zu Ortsterminen ein, um unter anderem zu zeigen, dass die Gehsteige gerade in der Ortsmitte zu schmal seien.

Außerdem baten sie den Verkehrsexperten Professor Christoph Hupfer von der TU Karlsruhe um eine Expertise. Der erkannte durchaus Handlungsbedarf, auch wenn die Situation nicht die Voraussetzungen erfüllt, um die geforderten Verkehrsberuhigungsmaßnahmen durchzusetzen: Wenn nämlich innerhalb einer Stunde im Spitzenwert 50 Fußgänger die Straße überqueren, eine Mindestzahl an Fahrzeugen auf der Hauptstraße unterwegs ist und ein erheblicher Anteil davon zu schnell fährt. Hupfer zufolge liegt hier eine Ausnahme vor, weil die Sicht auf die Straße eingeengt sei und gerade die Spielplatzbesucher besonders geschützt werden müssten.

Die Wählerinitiative "Wir für Hadamar (WfH)" griff den Vorstoß der Faulbacher auf und erreichte, dass 25 000 Euro in den Haushalt eingestellt wurden, um damit einen Zebrastreifen in der Ortsmitte zu realisieren. Diese Maßnahme verlangte nach Auskunft von Bürgermeister Ruoff allerdings erneut Stellungnahmen von Polizei und Kreis als Straßenbaulastträger.

Tatsächlich prüfte die Polizei den Antrag erneut, kam aber zu keinem neuen Ergebnis. In den vergangenen Jahren gab es hier sieben Verkehrsunfälle; an keinem waren Fußgänger oder Radfahrer beteiligt. Auch die Zahl der Straßenüberquerungen war deutlich geringer als von den Bürgern und dem Verkehrsexperten Hupfer angenommen, sagt Polizei-Sprecher Christian Wiepen und betont, grundsätzlich sei die Polizei "immer aufseiten der Bürger, wenn es um sichere Fahrbahnüberquerung geht". Hier liege aber objektiv keine Gefahr vor. Außerdem bestätigt er die Aussage des Sprechers des Kreise, "die Zuständigkeit liegt bei der Stadt Hadamar", Polizei und Kreis müssten "nur angehört´" werden.

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