Hugo Noel, Nicolas Angelini und Agathe Rodrigues passen die Trägerscheiben in den ?Eiffelturm? ein.
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Hugo Noel, Nicolas Angelini und Agathe Rodrigues passen die Trägerscheiben in den ?Eiffelturm? ein.

Symbol des Friedens

Freundschaft am gläsernen Eiffelturm

Zwanzig Jugendliche aus dem französischen Yzeure sind im Rahmen des Schüleraustauschs in der Glasfachschule Hadamar zu Gast. Gemeinsam mit den deutschen Kameraden fertigen sie im Laufe ihres dreiwöchigen Aufenthalts ein Symbol der Freundschaft.

Von KERSTIN KAMINSKY

Nach den Anschlägen von Paris ist der Eiffelturm europaweit zu einem Zeichen der Solidarität geworden. Auf dieser Idee basiert auch das aktuelle Projekt der deutsch-französischen Partnerschaft im Schüleraustausch. Zwei identische, 2,5 m hohe Eiffelltürme, jeweils bestehend aus 20 Segmenten, werden in verschiedenen Techniken gestaltet.

Zwar wird jeder der jungen Glaskünstler sein eigenes Element in zweifacher Ausführung gestalten – sogar signiert mit einem ins Glas eingearbeiteten Porträt – aber nicht autonom. Der gemeinsam erarbeitete Entwurf verbindet die einzelnen Segmente. Sie gehen farblich und durch die Applikationen ineinander über und ergeben eine in sich stimmige Collage mit einer Gesamtfläche von 6,5 Quadratmetern pro Turm.

Kreative Möglichkeiten

Die französische Partnerschule unterrichtet zwei Fachbereiche, nämlich Glasmacher und Flachglasdekorateur. Im Hadamar hingegen werden künstlerische Techniken der Glasmalerei, Gravur und Bleiverglasung sowie Apparatebau vermittelt. „Die jungen Franzosen sind begeistert über die kreativen Möglichkeiten“, sagt Francine Mvele, die als Dolmetscherin der Gruppe zur Verfügung steht. Zwar ist Französisch ihre Muttersprache, aber für die Fachausdrücke der Glaswerkstätten fehlt ihr das Vokabular. Die Gruppe aus Yzeure wird von zwei heimischen Lehrkräften begleitet und außerdem spricht Fachlehrer Florian Dierig Französisch. So ist die Ausbildungsqualität der Gäste sichergestellt

Die Schüler durchlaufen fünf bis sechs Werkstätten der Hadamarer Glasfachschule, in denen sie verschiedene Techniken und Möglichkeiten für die Gestaltung ihres Segmentes vom Turm erlernen. Zuerst wird eine Trägerscheibe für jedes der 20 Glasbilder zurechtgeschnitten und kantenveredelt. Auf diese Grundflächen werden später kleine, individuelle Kunstwerke aufgesetzt. Im Fachbereich Malerei entstehen für jeden Mitschüler postkartengroße, stark kontrastierte Porträts, im Fachbereich Gravur entstehen Stücke, die in Schablonentechnik und Sandstrahlverfahren ausgearbeitet wurden. Aus dem Fachbereich Apparatebau kommen dreidimensionale Teile zum Aufkleben, außerdem Mosaike aus dem Bereich Bleiverglasung.

Besondere Auszeichnung

Für die Teilnehmer ist es eine besondere Auszeichnung, an dem Schüleraustausch teilnehmen zu dürfen. Es entstehen ihnen keine Kosten; auf Basis des Gastprinzips übernimmt das Deutsch-Französische Sekretariat für den Austausch in der beruflichen Bildung (DFS) alle Aufwendungen für Verpflegung, Logis und das begleitende Kulturprogramm.

Als Bestätigung für dieses laufende Auslands-Praktikum erhalten die jungen Glaskünstler einen „Europapass“, der ihnen sicherlich die Chancen für einen erfolgreichen Start in das Berufsleben stärkt.

Bereits zum 17. Mal findet in Hadamar der Austausch mit der Schule in Yzeure statt. „Da entstehen Freundschaften“, weiß Schulleiter Theo Schmitt-Steitz. „Trotz aller sprachlichen Differenzen verstehen sich die Schüler und arbeiten mit viel Spaß und in bester Harmonie zusammen.“

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