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Seine aktive Zeit in der Hadamarer Kommunalpolitik ist zu Ende: Josef Bill hat die Stadtverordnetenversammlung verlassen.

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FWG-Politiker Josef Bill legt Mandat nieder

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Nach rund 25 Jahren zieht sich Josef Bill aus der Kommunalpolitik zurück. Sein Ausscheiden sei mit seiner Fraktion, der FWG, lange abgesprochen gewesen, sagt FWG-Sprecherin Mechthild Hering. Es sei Zeit, Verantwortung an Jüngere weiterzugeben, sagt auch Bill.

Bereits an der heutigen ersten Sitzung der Stadtverordneten nach der Sommerpause wird Josef Bill nicht mehr teilnehmen. Das teilte der Vorstand der FWG Hadamar mit. „Er scheidet zur Hälfte der Legislaturperiode als Stadtverordneter nach eigenem Wunsch und in Absprache mit dem Vorstand und der Fraktion aus“, erklärt FWG-Vorsitzende Mechthild Hering. Diese Entscheidung sei lange geplant gewesen und bereits direkt nach der Kommunalwahl im März 2016 innerhalb der FWG kommuniziert worden.

Tatsächlich habe er sich bereits vor der letzten Wahl mehr in den kommunalpolitischen Hintergrund verabschieden wollen, bestätigt Bill. Deshalb kandidierte er auf einen hinteren Listenplatz – und wurde dennoch nach vorne gewählt. Trotz dieses Ergebnisses nicht anzutreten, sei für ihn nicht in Frage gekommen, sagt Josef Bill. Für ihn gelte das „Gebot der Fairness“. Nur vereinbarte er bereits damals seinen vorzeitigen Ausstieg. Und der ist für den 65-jährigen Richter am Oberlandesgericht Frankfurt jetzt gekommen.

„Vorstand und Fraktion bedanken sich ausdrücklich für das große kommunalpolitische Engagement von Josef Bill“, sagt Mechthild Hering. „Direkt mit seinem Eintritt in die FWG Hadamar 1997 übernahm er den Fraktionsvorsitz, den er ohne Unterbrechung bis 2016 ausübte. Er war ständiges Mitglied im Haupt- und Finanzausschuss, der Kindergartenkommission und des Forensikbeirates der Vitos Klinik in Hadamar.“ Als Fraktionsvorsitzender habe er in dieser Zeit eine Marke gesetzt.

„Mit scharfem Verstand, klarem Blick für das Wesentliche und einer brillanten Rhetorik überzeugte er nicht nur in seiner eigenen Fraktion. Er prägte den politischen Diskurs im Parlament, gerne auch kontrovers und hartnäckig aber immer zum Wohle der Stadt und seiner Bürger“, erklärt Hering. Das sieht Josef Bill ebenso: „In der Sache habe ich stets hart gefochten – ohne dabei persönlich zu werden.“ Die Trennung zwischen sachlichem Inhalt und Person sei ihm sehr wichtig gewesen, betont der ehemalige Fraktionschef.

Sein besonderer Blick habe den Haushaltsangelegenheiten der Stadtverwaltung und der sparsamen Verwendung von Steuergeldern gegolten, sagt Mechthild Hering. Josef Bill sagt: „Wolkenkuckucksheime“ zu bauen „war nicht mein Ding“. Dennoch führten nicht alle politischen Ideen zum Ziel. Als „persönliche Niederlage“ verbucht Bill, dass für die Stadtjugendpflege zunächst keine volle Stelle eingeräumt worden sei. Aus „parteitaktischen Gründen“ sei der Vorstoß zunichte gemacht worden und werde erst jetzt revidiert. Das war bitter für ihn. „Da hatte ich mir mehr erwartet.“

Das frei werdende Mandat übernimmt Janine Langel aus Niederhadamar.

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