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Aus einem Holz geschnitzt: die Neugebauer-Brüder Markus, Matthias und Simon (von links) vom SV Rot-Weiß Hadamar.

Die Geschichte von den drei Brüdern

Ziemlich außergewöhnlich in der Fußball-Hessenliga: Beim SV Rot-Weiß Hadamar spielen drei Brüder in einem Team.

Es gibt Geschichten, die nur der Fußball schreibt. Eine solche – für die Familie Neugebauer sicherlich eine sehr schöne – ereignete sich am 10. August diesen Jahres. In der Fußball-Hessenliga hatte der SV Rot-Weiß Hadamar im Spiel gegen den FC Gießen gleich drei Brüder in der Startelf. Die Rede ist von Markus (24 Jahre), Matthias (23) und Simon Neugebauer (18). Während der Älteste über die Stationen RSV Weyer (2012 – 2014) und FC Dorndorf (2014 – 2016) nach Hadamar gekommen war und dort schon in seiner dritten Saison kickt, sind seine Brüder erst im Sommer in die Fürstenstadt gewechselt. Der „Mittlere“, Matthias, hatte nach seinem Gruppenliga-Debüt beim RSV Weyer (2013) satte fünf Jahre bei den Weilersbergern verbracht. Mittlerweile scheint sich der Mittelfeldspieler langsam, aber sicher, zu etablieren.

Wohl noch etwas mehr Zeit wird der Jüngste im Bunde, Simon, brauchen. Der 18-Jährige, der theoretisch sogar noch ein Jahr A-Junioren spielen dürfte, wurde ebenfalls am 10. August ins kalte Wasser geworfen und löste seine Sache zweifelsfrei gut. Von den A-Junioren des JFV Dietkirchen/Offheim war der talentierte Kicker im Sommer an die Faulbacher Straße gewechselt.

Alle drei sind sich in ihrer Einschätzung über diese tolle Sache einig. Markus meint: „Es ist schon was Besonderes, wenn man mit seinen beiden Brüdern gemeinsam auf dem Platz steht, und das zudem auf so einem hohen Niveau. Der Vorteil ist für uns natürlich, dass wir schon von klein auf wissen, wie sich der andere bewegt, und wie er den Ball bekommen möchte. Das haben wir ja auch in den Genen.“ Matthias Neugebauer schlägt in die gleiche Kerbe: „Es hat uns geholfen, dass wir früher schon sehr häufig zu dritt zusammengespielt haben. Dass wir jetzt gemeinsam in derselben Mannschaft kicken, ist aber noch mal was ganz anderes. Das Spiel gegen Gießen war natürlich sehr speziell, weil es das erste Mal war, dass wir gemeinsam unter Wettkampfbedingungen auf dem Platz standen.“ Ziemlich stolz zeigt sich Simon Neugebauer: „Es macht einfach Spaß, wenn wir zusammen auf dem Feld stehen. Ich habe natürlich die Hoffnung, dass das in Zukunft noch öfter vorkommt.“ Eines steht fest: Den Moment, als der Schiedsrichter das Spiel gegen den FC Gießen angepfiffen hat, wird den Brüdern Neugebauer niemand mehr nehmen.

Ob es so etwas tatsächlich schon einmal in einer solch hohen Amateurliga gegeben hat? Ein Eintrag aus dem Jahr 2014 bringt Aufschluss: Seinerzeit hatten die Brüder Ricardo, Alessandro und Fabian Seck für den 1. FC Schwalmstadt in der Hessenliga auf dem Feld gestanden. Und auf der Trainerbank gab es das auch schon: Die Brüder Lars, Ralf und Kai Horst standen als Trainertrio bei Viktoria Kelsterbach an der Linie.

Für Familie Neugebauer jedenfalls ist die Story jedenfalls einzigartig. Weitere Einsatzzeiten – am liebsten zu dritt – dürften in naher Zukunft folgen. Bleibt zu hoffen, dass der etablierte Hessenligist angesichts von nur einem Punkt aus den ersten vier Spielen auch sportlich die Kurve bekommt. Heute um 15 Uhr gibt es eine neue Chance gegen Spitzenreiter FC Bayern Alzenau.

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