Mit einem besonders unappetitlichen Fall musste sich das Landgericht Limburg auseinandersetzen.
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Mit einem besonders unappetitlichen Fall musste sich das Landgericht Limburg auseinandersetzen.

Versuchte Vergewaltigung

Hadamar: 27-Jähriger hat sich an 84-Jähriger vergriffen

  • vonAnken Bohnhorst-Vollmer
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Urteil des Landgerichts Limburg: Psychisch gestörter Mann muss in Haft.

Hadamar -Wegen sexueller Nötigung und vorsätzlicher Körperverletzung einer zur Tatzeit 84 Jahre alten Frau ist ein 27-jähriger Mann vor dem Landgericht Limburg zu einer Haftstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt worden. Urteil und Tat seien vor dem Hintergrund zu bewerten, dass der Täter "durch einen früheren Unfall erhebliche Hirnschädigungen erlitten hat, was zu einer verminderten Intelligenz und zu einer Persönlichkeitsstörung geführt hat", teilt Henrik Gemmer, Sprecher des Landgerichts, mit. Die Unterbringung in einer psychiatrischen Anstalt komme dennoch nicht in Betracht.

Ereignet hat sich die versuchte Vergewaltigung bereits im Oktober 2018. Nach den Erkenntnissen der Strafkammer saß die damals 84-jährige Frau auf dem Hof vor ihrem Haus im Hadamarer Stadtteil Oberzeuzheim. Dort traf sie auf den jungen Mann. Es entspann sich ein mehrstündiges Gespräch zwischen den beiden, "in dessen Verlauf der Angeklagte beschloss, mit der Geschädigten Geschlechtsverkehr zu haben", berichtet Gerichtssprecher Henrik Gemmer. Dabei sei der junge Mann zunächst davon ausgegangen, dass die alte Frau auch ein sexuelles Interesse an ihm habe. Er irrte sich.

Er will sie nicht

Als die beiden im Verlauf des Abends ins Haus gingen, weil der Mann vorgab, die Toilette benutzen zu müssen, eskalierte die Situation. Im Wohnungsflur packte er die Frau von hinten zunächst am Bauch und anschließend mit beiden Händen an der Brust. Danach versuchte er, der 84-Jährigen in die Hose und den Intimbereich zu fassen. Das misslang jedoch, da die Frau Erwachsenenwindeln trug.

Außerdem habe sie dem 27-Jährigen klar zu verstehen gegeben, dass er von ihr ablassen solle, fasst Gerichtssprecher Gemmer den Tathergang zusammen. Das habe der Täter somit gewusst, aber dennoch den Geschlechtsverkehr vollziehen wollen. Er schob an diesem Abend die Seniorin also ins Wohnzimmer, setzte sie erst auf die Couch und warf sie dann rücklings auf den Boden. Hier stellte er sich vor sie, entblößte sich vor ihr und verlangte, oral befriedigt zu werden. Als die Frau energisch protestierte, hielt er ihr erst den Mund zu. Darauf begann sie zu schreien. Erst zu diesem Zeitpunkt habe der Täter seinen Vergewaltigungsversuch abgebrochen, sagt Gemmer.

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