Gestern Morgen war der Tatort weiträumig abgesperrt, der Erkennungsdienst noch bei der Arbeit. In einem Mehrfamilienhausan der Hundsanger Straße ist ein Mann umgebracht worden.
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Am Freitagmorgen war der Tatort weiträumig abgesperrt, der Erkennungsdienst noch bei der Arbeit. In einem Mehrfamilienhaus in Hadamar (Kreis Limburg-Weilburg) ist ein Mann umgebracht worden.

Täter sitzt in U-Haft

34-Jähriger in seiner Wohnung getötet: Um den Tatabend ranken sich viele Gerüchte

  • Sabine Rauch
    VonSabine Rauch
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Viele Gerüchte ranken sich um ein Tötungsdelikt in einem Mehrfamilienhaus in Hadamar bei Limburg.

Hadamar – Von einer Kettensäge war am Freitag (03.09.2021) die Rede, von einem Messer, auf alle Fälle von jeder Menge Blut. Und davon, dass das Opfer, Dennis, eigentlich ein sehr lebensfroher Mensch gewesen sei, trotz seiner Handicaps, der alten und der, die er bei einer Schlägerei davongetragen hatte. Jetzt ist Dennis tot. Der 34-Jährige ist am Donnerstagabend (02.09.2021) in seiner Wohnung getötet worden. Über die Tatwaffe will die Polizei noch nichts sagen. "Eine Kettensäge war es aber nicht."

So viel ist offiziell bekannt: Ein Nachbar aus dem Mehrfamilienhaus an der Hundsanger Straße hatte um 22.25 Uhr die Polizei gerufen und gemeldet, dass er aus der Wohnung im ersten Stock Hilfeschreie und Kampfgeräusche höre. Als die Polizei zehn Minuten später kam, lag der 34-Jährige leblos und "mit sichtbaren Verletzungen" in seiner Wohnung, der Notarzt stellte seinen Tod fest. Der mutmaßliche Täter sitzt inzwischen Haft. Den 35-Jährigen konnte die Polizei nicht weit vom Tatort, auf der Nepomukbrücke, festnehmen. Er habe nur kurz Widerstand geleistet, teilte die Polizei mit. Der Mann befindet sich in Untersuchungshaft, es werde wegen des dringenden Tatverdachts des Totschlags ermittelt, sagte Manuel Jung, der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Viel mehr wollte er am Freitag nicht sagen.

Tödlicher Streit im Kreis Limburg-Weilburg: Opfer war schon einmal Opfer

Aber die Hadamarer reden. Dass der Nachbar schon viel früher bei der Polizei angerufen habe, als ihm aufgefallen war, dass ein Mann ums Haus schlich, dass sie eine Kettensäge gehört hätten und dass eine Säge auf der Nepomukbrücke gefunden worden sei. Dass der Täter bestimmt einer der Männer war, die Dennis am 29. November 2014 krankenhausreif geprügelt hatten.

Dieser Abend hatte sein Leben verändert. Er war damals bei einer Schlägerei vor und in der Gaststätte "Zur Mutti" lebensgefährlich verletzt worden, hatte lange im Koma gelegen. Und als er daraus erwachte, sei er nicht mehr derselbe gewesen, hatte Dennis im Februar 2016 vor Gericht gesagt. Drei Männer mussten sich damals wegen versuchten Totschlags verantworten. Sie hatten sich von Dennis provozieren lassen. Er war betrunken gewesen, hatte Streit mit ihnen angefangen. Die Täter, zwei Brüder und ein Freund, schlugen und traten zu - in der Kneipe und vor der Kneipe. Einer der Mann holte extra seine Quarzsandhandschuhe aus dem Auto, um den Schlägen mehr Nachdruck zu verleihen, vor allem die Kopfverletzungen waren fatal. Die Männer waren wegen schwerer Körperverletzung zu Bewährungsstrafen verurteilt worden.

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Hadamar: Den Toten in guter Erinnerung behalten

Dennis sei darüber nicht besonders glücklich gewesen, berichteten seine Freunde am Freitag. Aber er habe seine Lebensfreude schnell wiedererlangt, erst recht, als er nicht mehr auf den Rollstuhl angewiesen, sondern mit dem Rollator unterwegs sein konnte. "Er war immer so freundlich, hat immer gestrahlt", sagte eine Bekannte gestern. Dass Hadamar "ein schlimmes Pflaster" sei, habe sie ja gewusst. "Aber dass die Menschen gar keine Grenzen mehr kennen, das ist schlimm." Dass Dennis die Grenzen selbst mal überschritten habe, sei nicht zu entschuldigen, auch nicht, dass er wegen Körperverletzung vorbestraft war. "Aber töten...?" Auf alle Fälle werde man Dennis in guter Erinnerung behalten. Wenn die Polizei den Tatort freigibt, wollen seine Freunde mit Kerzen seiner gedenken. (Sabine Rauch)

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