Alina Wick hat bei der Landesrunde von "Chemie - die stimmt" den zweiten Platz erreicht. FOTO: kerstin kaminsky
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Alina Wick hat bei der Landesrunde von "Chemie - die stimmt" den zweiten Platz erreicht.

Schülerwettbewerb

Hadamar: An der Fürst-Johann-Ludwig-Schule stimmt die Chemie

Alina Wick nimmt erfolgreich an Naturwissenschaftswettbewerb teil

Hadamar -Der Akku des Handys, das kalklösende Reinigungsmittel oder Kunstdünger als Nährstoff für Pflanzen, all das zeigt, wie wichtig Chemie in unserem Alltag ist. Und doch sind Reaktionsgleichungen oder das Periodensystem der Elemente für viele ein Buch mit sieben Siegeln. Nicht so für Alina Wick aus Niederhadamar. Sie besucht die zehnte Klasse des Gymnasialzweigs an der Fürst-Johann-Ludwig-Schule. Die 16-Jährige hat bei der Landesrunde des Wettbewerbs "Chemie - die stimmt" den zweiten Platz erreicht und sich damit für die länderübergreifende Regionalrunde qualifiziert.

"Als mich meine Chemielehrerin Silvia Benner im November fragte, ob ich an dem Wettbewerb teilnehmen möchte, brauchte ich nicht lange zu überlegen", sagt die Schülerin. Erstens habe sie ohnehin Spaß an Naturwissenschaften und zweitens sei es ja gerade die langweilige Lockdown-Phase gewesen. In der ersten Runde des Wettbewerbs ging es vorwiegend um Aufgaben, die durch Recherche zu lösen waren. So sollte Alina beispielsweise herausfinden, in welchen Staaten die höchsten Mengen von Cobalt gefördert werden, oder welche Namen von Elementen des Periodensystems von griechischen Gottheiten abgeleitet sind. Bei einer weiteren Aufgabe musste die Schülerin erklären, wie sich die Säuren in Industrieabwässern biochemisch abbauen lassen. Auch nach dem Aufbau eines Lithium-Cobaltdioxid-Akkumulators oder den Verwendungsmöglichkeiten von Silber wurde sie gefragt.

Die meiste Recherchearbeit erledigte Alina Wick in den Weihnachtsferien. "Ich hab' mir Zeit gelassen und nicht alles auf einmal gemacht - so hat das richtig Spaß gemacht", sagt sie. Natürlich war die Freude groß, als sie die Nachricht erhielt, sich für die zweite Runde qualifiziert zu haben. Die hätte eigentlich als größere Zusammenkunft in Frankfurt stattfinden sollen. Doch auch hier setzte die Pandemie Grenzen. Also schrieb die Schülerin die dreistündigen Wettbewerbs-Klausur unter Aufsicht in ihrer Schule. Zur Vorbereitung durfte sie sich Prüfungsaufgaben der Vorjahre ansehen. "Als ich mich damit befasste, war das erstmal ein großer Schreck", erinnert sich Alina Wick. Denn hier wurden einiges an Stoff abgefragt, der in ihrem Unterricht noch gar nicht behandelt wurde.

Prüfungsvorbereitung im Selbststudium

Also war Selbststudium angesagt, und auch Lehrerin Silvia Benner stand der Schülerin stets beratend zur Seite und versicherte ihr zudem, dass es für Teilnehmer von G9-Schulen völlig in Ordnung sei, die eine oder andere Aufgabe zu überspringen.

Und so kam es dann auch. Wo es um komplexe Redoxgleichungen ging, musst das Mädchen passen, und bei manch anderer Frage antwortete sie eher durch Raten als durch Wissen. "Dass ich trotzdem den zweiten Platz erreicht habe, damit habe ich absolut nicht gerechnet", sagt sie. Auch ihre Mutter freut sich sehr. Sie arbeitet selbst im chemisch-technischen Bereich und findet es großartig, wenn in der Schule durch Experimente und das selbstständige Erarbeiten der alltäglichen Naturgesetze die Lust an der Naturwissenschaft gefördert wird.

Bereits in der vergangenen Woche ging Alina Wick in die nächste Wettbewerbs-Runde. Neben einer vierstündigen Klausur gab es Seminare und Vorträge teilnehmen. Als vorbereitende Aufgabe hatte die Niederhadamarerin zusammen mit zwei Teilnehmern aus anderen Bundesländern per online-Kontakt ein 90-Sekunden-Video zum Thema Sicherheit in der Chemie produziert. Große Hoffnung, erneut unter den Besten zu sein und dann auch zur bundesweiten Finalrunde nach Leipzig eingeladen zu werden, hat sie nicht. "Aber toll wäre es schon", sagt sie. "Und schließlich gehört ja auch immer eine Portion Glück dazu".

kerstin kaminsky

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