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Hadamar: Baubeginn für neuen Bahnsteig noch ungewiss

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Ab Mai sollte links vom Triebwagen der neue Außenbahnsteig gebaut werden, dessen einziger Zugang am Stellwerk vorbei zur Neuen Chaussee führen wird. Für eine gute Verbindung zwischen Bahn und Bus ist dies eine denkbar schlechte Lösung.
Ab Mai sollte links vom Triebwagen der neue Außenbahnsteig gebaut werden, dessen einziger Zugang am Stellwerk vorbei zur Neuen Chaussee führen wird. Für eine gute Verbindung zwischen Bahn und Bus ist dies eine denkbar schlechte Lösung. © Günther

Schwierige Marktsituation - Keine Firma für den Kabeltiefbau gefunden

Hadamar -Anfang Mai sollten die Bauarbeiten für den Neubau eines Außenbahnsteigs in Hadamar beginnen, doch daraus wird erst einmal nichts. Die Deutsche Bahn konnte kein Bauunternehmen für den Kabeltiefbau finden.

Der neue Bahnsteig ist Voraussetzung für gleichzeitige Zugeinfahrten in den Bahnhof. Damit sollen die Aufenthaltszeiten bei den zukünftig stündlich in Hadamar geplanten Zugkreuzungen deutlich verkürzt werden. Während der Bahnsteig auf der Seite zum Elbbach in der Zeit von September 2019 bis Frühjahr 2020 auf 90 Meter Länge, 55 Zentimeter Höhe und mit einem barrierefreien Zugang neu gebaut wurde, sollte jetzt in gleicher Lage gegenüber der neue Außenbahnsteig errichtet werden. Dafür hatte DB Station&Service im Januar 2022 eine Ausschreibung für den Neubau des Außen- und anschließenden Rückbau des Mittel-Bahnsteigs veröffentlicht. Als Baubeginn wurde der 2. Mai und als Bauende der 3. Oktober 2022 angegeben.

Alternativen sind hinfällig geworden

Die DB-Pressestelle Frankfurt teilte auf Anfrage dieser Zeitung mit: "Die Maßnahme musste leider aufgrund der aktuellen Marktsituation abgesagt werden. So konnte keine Baufirma für den Kabeltiefbau gefunden werden". Aktuell müsse geprüft werden, für welchen Zeitraum DB Netz im laufenden Jahr notwendige Sperrpausen bereitstellen könne und ob dann dafür eine Baufirma zu bekommen sei. "Wann hier abschließend gebaut werden kann, ist derzeit noch nicht sicher zu sagen", heißt es in der Antwort der Bahnsprecherin.

Die Stadt Hadamar hatte im Vorfeld eine andere Lösung vorgeschlagen, die für die ÖPNV-Kunden deutliche Verbesserungen ergeben hätte und bereits an vielen anderen Stationen der DB umgesetzt wurde. Von einem neuen Mittelbahnsteig wäre eine Anbindung zur unmittelbar neben dem Haltepunkt liegenden Bushaltestelle möglich geworden und ein Umsteigepunkt zwischen Zügen und Bussen entstanden.

Das Problem: Der barrierefreie Umbau der Station Hadamar wird aus unterschiedlichen Fördertöpfen finanziert, die nicht unter einen Hut zu bringen sind. Daher hat die DB "betriebliche Gründe" angeführt, wie einen zu geringen Gleisabstand, um diese Variante auszuschließen. Zukünftig ist der neue Bahnsteig ausschließlich auf einem schmalen Gehweg zu erreichen, der hinter dem Stellwerk zur Neuen Chaussee führt. Mit dem Neubau eines Supermarktes in Gleisnähe sind auch alle übrigen, von der Stadt Hadamar vorgeschlagenen Alternativen hinfällig geworden.

Das Regierungspräsidium Gießen hatte Anfang März, nach Abschluss des Anhörungsverfahrens, die Unterlagen zum Planfeststellungsabschnitt Limburg-Weilburg mit einem befürwortenden Bericht an die Außenstelle Frankfurt des Eisenbahnbundesamtes (EBA) weitergeleitet. Dieses entscheidet über die Planfeststellung und das daraus resultierende Baurecht für die wenigen Maßnahmen im Bereich zwischen Diez Ost und Hadamar. Nur in diesem Abschnitt soll die Fahrgeschwindigkeit der Züge von 60 auf 80 Kilometer pro Stunde angehoben werden. Dazu müssen verschiedene Bahnübergänge erstmals mit einer technischen Sicherung ausgerüstet werden.

Umstellung der Signaltechnik

Das letzte noch offene Anhörungsverfahren für die insgesamt drei Landkreise in Rheinland-Pfalz steht kurz vor dem Abschluss. Der zuständige Landesbetrieb Mobilität in Koblenz will die Unterlagen für den Bereich des Westerwaldkreises in Kürze an das EBA abgeben.

Außerhalb dieser Verfahren haben jetzt die Arbeiten für die Umstellung der Signaltechnik im Bahnhof Staffel begonnen. Der Bahnhof und die beiden Bahnübergänge sollen ab dem kommenden Jahr vom elektronischen Stellwerk in Diez fernbedient werden.

Dazu sind ab Anfang Juni bis in den Spätherbst nächtliche Bauarbeiten auch auf beiden Westerwaldstrecken in Richtung Steinefrenz und Elz vorgesehen.

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