Marie-Therese und Manfred Weimar aus Oberzeuzheim haben ein Meißener Service gekauft. Bekommen haben sie Trümmer.
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Marie-Therese und Manfred Weimar aus Oberzeuzheim haben ein Meißener Service gekauft. Bekommen haben sie Trümmer.

Das regt auf

DHL-Ärger: Teure Bestellung kommt völlig zertrümmert an

  • vonAnken Bohnhorst-Vollmer
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Ein Kauf von Meißner Porzellan und der Versand per DHL bringt einem Ehepaar aus Hadamar eine Menge Ärger ein. Der Versanddienstleister weist alle Schuld von sich.

  • Eine Bestellung, die per DHL versandt wurde, bringt einem Ehepaar aus Hadamar Ärger ein.
  • Ein teures Porzellan-Service kommt völlig zertrümmert an.
  • DHL weist alle Schuld von sich.

Hadamar – Im Herbst vergangenen Jahres wollten sich Manfred und Marie-Therese Weimer ein besonderes Geschenk machen. Sie kauften von einem Bekannten aus Norddeutschland ein Mokka-Service der Porzellan-Manufaktur Meißen. 450 Euro bezahlte Manfred Weimer für das Geschirr. Sechs Tassen mit Untertassen, eine Kaffeekanne, ein Sahnekännchen und eine Zuckerdose mit Deckel.

DHL-Ärger in Hadamar: Besteller schließt extra eine Paket-Versicherung ab

Der Verkäufer verpackte das Service sorgfältig und brachte es zur Post. Um Transportrisiken zu minimieren, benutzte er ein offizielles Postpaket, ein sogenanntes Packset, das die Deutsche Post in ihren Shops anbietet. Zusätzlich schloss er wegen der Kostbarkeit der Meißener Ware eine Versicherung über einen Wert von 2500 Euro ab.

Ein paar Tage später kam das Paket bei Manfred und Marie-Therese in Oberzeuzheim an - und war deutlich sichtbar ramponiert. Das habe auch der Paketzusteller bei der Übergabe bemerkt, berichtet Weimer. So etwas könne "schon mal passieren", etwa wenn versehentlich auf ein Paket getreten werde, oder wenn ein schweres Versandstück auf einen Karton krachen würde, habe der Zusteller gemeint. Wie der konkrete Schaden entstand, ist ungeklärt. Tatsache ist, Weimer fotografierte die beschädigte Box, öffnete sie und war entsetzt. Drei der Untertassen mit Meißener Wildblumenmuster waren zertrümmert. An eine Reparatur sei nicht zu denken gewesen, sagt Weimer. Er nahm das lädierte Paket, reklamierte es bei der Post und verlangte die Erstattung des kaputten Geschirrs. Auf 210 Euro belaufe sich der materielle Schaden, argumentierte er.

Paket-Ärger in Hadamar: „Und dann hat sich DHL nicht mehr gerührt“

Der Paketzustelldienst DHL schrieb Weimer, er müsse sich mit seinem Anliegen an die DHL-Schadensstelle in Hamburg wenden, die wiederum die Versandquittung mit Sendungsnummer und den Nachweis für die Transportversicherung haben wollte. Manfred Weimer sprach mit seinem Bekannten, dem Verkäufer. Der schickte die Belege von Norddeutschland nach Hadamar, und von dort wurden sie nach Hamburg gesendet. „Und dann hat sich DHL nicht mehr gerührt“, sagt Weimer. Nach einigen Wochen erfolglosen Wartens wandte sich der Mann aus Oberzeuzheim an den Verbraucherschutz in Limburg. Die boten ihm eine Rechtsberatung an. Kostenpunkt zehn Euro. Weimer willigte ein. Der Anwalt empfahl, dem Paketdienst eine Frist zu setzen. Die Frist verstrich, ergebnislos.

Erneut wandte sich Manfred Weimer an den Limburger Anwalt und bat diesen, ihn zu vertreten. Der Anwalt schrieb an den DHL-Kundenservice, schilderte erneut den Sachverhalt und forderte die DHL* "letztmals außergerichtlich" auf, "den meinem Mandanten entstandenen Schaden von 210 Euro innerhalb von zehn Tagen zu zahlen". Andernfalls werde er Manfred Weimer empfehlen, "die Schadenersatzansprüche einer gerichtlichen Klärung zuzuführen".

Zertrümmerte Bestellung in Hadamar: DHL schiebt Schuld auf Absender

85 Euro zahlte Weimer für das anwaltliche Schreiben. Der Adressat, der DHL Kundenservice, schwieg. Kein Wunder, denn der Brief, dessen Kopie Manfred Weimer in Händen hält, liege dem DHL Kundenservice gar nicht vor, sagt Heinz-Jürgen Thomeczek, Sprecher der Deutschen Post DHL Group. Lediglich anhand der Sendungs- und Ticketnummer lasse sich der Vorgang um die geforderte Entschädigung rekonstruieren. Seine Nachforschungen zeigen, der Inhalt des Pakets sei "nicht ausreichend" verpackt gewesen. Nach Aussage des DHL-Sprechers hätte der Absender Styropor oder Kunststoffchips verwenden müssen und nicht Papier und Noppenfolien. Der Schaden sei allein auf die mangelhafte Verpackung zurückzuführen. Deshalb habe man die Forderung des Kunden abgelehnt, sagt Thomeczek. Deshalb greifte auch die Transportversicherung nicht.

Für Manfred und Marie-Therese Weimer stellt sich die Frage, weshalb die Post Packsets verkauft, die den eigenen Qualitätsansprüchen nicht genügen. Und weshalb das Unternehmen Versicherungsleistungen anbietet, die im Schadensfall nicht erbracht werden. Für das Ehepaar aus Oberzeuzheim bleiben ein Karton voller Scherben, ein paar hundert Euro Verlust und eine Menge Ärger. (Anken Bohnhorst-Vollmer)

Wegen der Haushaltssperre verzögern sich die Sanierungsarbeiten am Brunnen in Hadamar. Ein Ehepaar muss die eigenen Läden in Hadamar herunterfahren und übernimmt einen Getränkemarkt.

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