Der erste Förderbescheid für die Museumsumgestaltung liegt vor, bezieht sich aber zunächst nur auf die Hausmeisterwohnung, vor der die Projekt-Beteiligten stehen (von links): Helmut Jung, Michael Ruoff, Jörg Sauer, Hans-Joachim Egenolf, Birgit Sucke und Lars Wittmaack.
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Der erste Förderbescheid für die Museumsumgestaltung liegt vor, bezieht sich aber zunächst nur auf die Hausmeisterwohnung, vor der die Projekt-Beteiligten stehen (von links): Helmut Jung, Michael Ruoff, Jörg Sauer, Hans-Joachim Egenolf, Birgit Sucke und Lars Wittmaack.

Zuschuss erhalten

Hadamar: Ein Kleinod im Seitental der Lahn

  • VonAnken Bohnhorst-Vollmer
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81 337 Euro: Erster Förderbescheid für die Neugestaltung des Museums

Hadamar -Auf 81 337 Euro beläuft sich der Zuschuss, den die Stadt aus dem europäischen Förderprogramm "Leader" erhalten hat, um die Hausmeisterwohnung im Stadtmuseum umzugestalten. Mit dieser Maßnahme kann der erste Teil des im Sommer verabschiedeten Museumskonzepts realisiert werden. Die Summe entspricht 75 Prozent der förderfähigen Kosten von 108 450 Euro; die Gesamtkosten für die Umgestaltung betragen knapp 130 000 Euro.

Damit gehe "ein großes Projekt in die Phase der Umsetzung", sagte Bürgermeister Michael Ruoff (CDU) bei der Entgegennahme des Förderbescheids und wies darauf hin, dass das insgesamt rund eine Million Euro teure Museumsprojekt zwar heftig und kontrovers diskutiert, im Parlament schließlich aber mit einer breiten Mehrheit von CDU, FWG und auch von Bündnis 90/Die Grünen beschlossen worden sei. Die Wählerinitiative "Wir für Hadamar (WfH)" und die SPD hatten sich auch wegen der anfallenden laufenden Kosten für die Folgejahre gegen das Vorhaben ausgesprochen. Die Stadt habe zunächst vorrangigere Aufgaben zu lösen, ist ihre Haltung.

Regionales Entwicklungskonzept

Der Erste Kreisbeigeordnete Jörg Sauer (SPD), der den Förderbescheid überreichte, sprach dagegen von dem geplanten Museum als einem "Kleinod", von denen im Landkreis nur wenige zu finden seien. "In unserem schönen Landkreis gibt es nur wenige Orte, die so zentral gelegen und repräsentativ sind wie das Schloss und der Schlossplatz in Hadamar. Eine Investition in dieses Projekt erscheint uns darum vielversprechend."

Die Umgestaltung der Hausmeisterwohnung sei eines von 35 Vorhaben im Kreis, das den Kriterien des Regionalen Entwicklungskonzepts entspricht. Dieses Konzept ist die Grundlage für die Arbeit der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) unter Leitung des ehemaligen Ersten Kreisbeigeordneten Helmut Jung (SPD). Die LAG prüft die Projekte und empfiehlt deren Förderung. "Nach eingehender Prüfung des Antrags sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass das Geld bei diesem Projekt in Hadamar gut angelegt ist", sagte Jung.

Frist für Realisierung des Projekts

Jetzt gehe es um die Umsetzung, mahnte Hans-Joachim Egenolf vom Amt für den ländlichen Raum. Denn bis 1. Juni 2023 muss die Stadt dieses Teilprojekt verwirklicht haben. Er wolle daher die Sinne der Verwaltung schärfen, sagte Egenolf, denn die Umsetzung der Projekte sei aufwendig. Selten laufe es stringent. Anträge müssten gestellt, Termine und Fristen eingehalten werden. Das müsse gestemmt werden, betonte auch Lars Wittmaack, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Limburg-Weilburg-Diez. Bürgermeister Ruoff ist zuversichtlich: "Wir sind für die Unterstützung, die uns im Zuge dieser Förderung zuteil wurde und wird, sehr bewusst und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit den Kollegen im Hadamarer Schloss".

Die ehemalige Hausmeisterwohnung im Marstallgebäude steht derzeit leer, soll aber dem geplanten Museum angegliedert "und im Rahmen der Neugestaltung neu genutzt werden", sagt Birgit Sucke vom Amt für den ländlichen Raum. Hier "sollen moderne Funktionsräume für Seminare und Projekte mit der entsprechenden Technik, einer Kaffee-Küche, Depoträume und ein Büro für die Museumsleitung entstehen". Die Umgestaltung der Hausmeisterwohnung als Teil des gesamten überarbeiteten Museumskonzepts diene "der Weiterentwicklung einer zeitgemäßen und zielgruppengerechten touristischen Infrastruktur und dem Ausbau des Tourismus in den Lahn-Seitentälern", sagt Birgit Sucke. Das Projekt trage "zur Stärkung der Identifikation mit der Region und zur Förderung von lokalem Kulturgut und Kulturgeschichte bei". Es sei ein gelungenes Beispiel für die regionale Entwicklung im ländlichen Raum.

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