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Hadamar: Feuchte Wände: Außenmauer der Jesuitenaula hat ein Loch

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Von: Anken Bohnhorst

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Auch am Sockel des Hauses hat Feuchtigkeit ihre Spuren hinterlassen. Die Hausverwaltung spricht von einem "kleineren Übel".
Auch am Sockel des Hauses hat Feuchtigkeit ihre Spuren hinterlassen. Die Hausverwaltung spricht von einem "kleineren Übel". © Anken Bohnhorst

Regen dringt ins Untergeschoss - Denkmalschutz macht die Sanierung kompliziert

Hadamar -Außen hui, innen feucht. So lässt sich der Zustand des imposanten Gebäudes an der Ecke Johann-Ludwig-Straße und Franziskanerplatz zusammenfassen. Das Haus gegenüber der Pfarrkirche und dem heutigen katholischen Bezirksamt ist die ehemaligen Jesuitenaula, Mitte des 18. Jahrhunderts erbaut. Es ist ein historisches Bauwerk mit dem Nachteil, dass in der östlichen Außenwand etwa auf Fußhöhe ein handtellergroßes Loch klafft. Durch das dringt bei Regen Wasser ins Untergeschoss.

Einfach zugespachelt werden kann die Öffnung in der Bruchsteinmauer nicht, denn das Haus steht unter Denkmalschutz. Nässe im Keller, die sich ins Mauerwerk und allmählich nach oben frisst, will aber auch niemand. Zusätzlich kompliziert wird die Angelegenheit, weil das Gebäude derzeit fünf Eigentümern gehört: Der Stadt Hadamar, die ihre Räume im Erdgeschoss der katholischen Bücherei zur Verfügung stellt, und vier privaten Parteien, die im ersten und zweiten Obergeschoss Wohnungen besitzen. Jutta und Joachim Brötz gehört eine Wohnung im ersten Stock. Seit 2017 leben sie hier.

Tauchpumpe eingesetzt

Von dem Loch im historischen Mauerwerk wusste das Ehepaar beim Einzug nichts. Erst als er einige Zeit nach dem Einzug und nach einem heftigen Regen in den Keller ging, sei ihm das Wasser entgegen geschwappt, berichtet Joachim Brötz. Er informierte die zuständige Hausverwaltung Bärbel Schauland aus Limburg. Die empfahl, den Wasserlauf zu "beobachten", erinnert sich Brötz an die mündliche Auskunft.

Nur gab es bei dieser Beobachtung nicht viele Erkenntnisse zu gewinnen. Das Wasser musste aus dem Keller geschöpft werden, und das taten er und seine Frau. Abfließen konnte das Wasser nicht, weil in dem historischen Keller, der eigentlich mit einem Lehmboden ausgekleidet sein müsste, eine Bodenplatte aus Beton liegt. Wer die verbaut hat und wann, ist nicht bekannt.

Nach dem zweiten Regenereignis im Untergeschoss setzte Brötz gemeinsam mit einem Nachbarn eine kleine Tauchpumpe ein. Auf eigene Kosten. Die Pumpe musste gereinigt, das gesamte Kellergewölbe weiterhin trocken gelegt werden. Dass das den Eigentümern nicht zuzumuten ist, sei verständlich, sagt Eugen Corporaal, Prokurist der Hausverwaltung Schauland und für das Objekt in Hadamar zuständig. Es werde derzeit an einer "patenten Lösung" gearbeitet, und zwar gemeinsam mit dem Denkmalschutz, weil das Haus als Einzelkulturdenkmal geschützt ist.

Der Denkmalschutz macht das Projekt allerdings "extra spannend", sagt Corporaal. Tatsächlich sei bereits eine Mitarbeiterin der Behörde vor Ort gewesen. Auch sie habe über die Bodenplatte gestaunt. "Den Boden mit Beton vollzugießen, ist natürlich nicht im Sinne des Denkmalschutzes", sagt der Mann von der Hausverwaltung. Vielmehr entwickeln Denkmalschutz und Hausverwaltung jetzt Lösungen gegen das Wasser. Möglich sei etwa, das Loch zu schließen oder im Keller eine automatische Pumpe zu installieren, sagt er.

In jedem Fall müssen den Eigentümern "mindestens drei aussagekräftige Angebote" vorgelegt werden, über die diese dann entscheiden - und die Kosten entsprechend ihrer Miteigentümeranteils übernehmen müssen.

Jutta und Joachim Brötz finden das ärgerlich. Denn neben dem feuchten Keller ist inzwischen auch der Sockel am Eingangsbereich feucht, der Putz abgeplatzt, nach Ansicht der Wohnungseigentümer auch eine Folge des nassen Kellers.

Hausverwalter Corporaal sieht hier keinen Zusammenhang. Der Schaden im Eingangsbereich sei "ein kleineres Übel", sagt er. Hier sei jahrelang keine Regenrinne installiert gewesen, weshalb "das Wasser runtergeplätschert" ist. Man habe bereits Abhilfe geschaffen. Dennoch muss der Sockel vor der Haustüre wieder hergerichtet werden, findet Joachim Brötz. Und zwar grundhaft und nicht mit einem Anstrich, der wegen des angegriffenen Untergrunds vermutlich nicht lange halten würde. Er hatte sich bereits im vergangenen Jahr über die Kosten für diese Sanierung erkundigt. Rund 2700 Euro sollten die Arbeiten kosten. Das war der Preis im Dezember. Allerdings habe sich die Hausgemeinschaft nicht auf die Maßnahme einigen können. "Die Stadt wollte nicht", sagt Brötz.

Rainer Schmidt, der für diese Liegenschaft zuständige Mitarbeiter im Rathaus, verweist an die Hausverwaltung. Die hat immerhin für Anfang September zu einer Ortsbesichtigung eingeladen, um "ein weiteres Vorgehen abzuklären". Die Preise für Handwerksleistung rauschen derweil durch die Decke. Brötz zufolge liegt der Preis für die Sockelsanierung am Hauseingang jetzt bei 4500 Euro. Nach Einschätzung von Hausverwalter Corporaal ist das nur das "kleinere Übel". Aufwand und Kosten für das größere Übel liegen noch nicht vor.

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