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Der Platz wäre ideal für eine Freizeitanlage, findet Susanne Langel (rechts), Fraktionsvorsitzende der FWG. Ihre Parteikollegin und Ortsvorsteherin von Oberzeuzheim, Karin Stähler, sagt, sie hätte gerne einen konkreten Plan - auch um die Befürchtungen der Bürger zu zerstreuen.

Gelände für Kinder und Jugendliche

Hadamar: FWG kämpft weiter für Freizeitanlage am Ortsrand

  • vonAnken Bohnhorst-Vollmer
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Beschwerden von Anwohnern zum geplanten Projekt - CDU fordert Bürgerbefragung

Oberzeuzheim -Der Standort am Ortsrand könnte nicht besser sein, sagt Susanne Langel, Fraktionsvorsitzende der FWG in der Stadtverordnetenversammlung von Hadamar. Buschwerk, ein paar Bäume, Felder und vereinzelte Wohnhäuser umgeben den ein paar Tausend Quadratmeter großen Sportplatz am Steinbacher Weg, auf dem nach den Vorstellungen der FWG ein Freizeitgelände für Kinder und Jugendliche entstehen soll.

Die Fläche ist geräumig und gut erreichbar, und sie gehört der Stadt. 160 000 Euro stehen im Haushalt für die Realisierung der Anlage, sofern alle Gremien dem Projekt zustimmen. Was augenblicklich noch fehlt, ist allerdings ein konkreter Plan für die Gestaltung des Geländes.

Und das ist ein Problem, sagt Ortsvorsteherin und ebenfalls FWG-Mitglied Karin Stähler. Denn mit einem Plan in der Hand könnte man argumentieren, könnte Zweifel ausräumen und Befürchtungen zerstreuen. Die rumoren im Dorf durchaus. Tatsächlich hätten sich einige Anwohner aus der Nähe des Sportplatzes schon vorsorglich beschwert, berichtet Stähler. Noch bevor endgültig entschieden wurde.

Angst vor einem zweiten Europa-Park

"Die Bürger fürchten, dass in Oberzeuzheim ein zweiter Europa-Park entsteht." Ganz konkret fürchteten einige Bürger des Hadamarer Stadtteils, dass es auf dem Freizeitgelände zu laut und zu turbulent zugehen, dass sich eine wilde Partyszene etablieren und dass sich eine Grauzone entwickeln könnte mit bedenklichen Konsequenzen. Das alles passe jedenfalls nicht zum Dorf. Das ist die eine Seite, sagt Stähler. Das ist die Sicht der Bedenkenträger. Nur müsse man andererseits aber auch bedenken, dass jederzeit ein Fußballverein auf den Sportplatz zurückkehren und den Spielbetrieb wieder aufnehmen könne. Und das würde bedeuten: Regelmäßige Spiele wochentags oder an den Wochenenden, teilweise mit Flutlicht und vermutlich immer mit einer dicht gewebten Geräuschkulisse aus Anfeuerungsrufen, Pfiffen und Beschimpfungen. "Das muss man halt auch sehen", sagt die Ortsvorsteherin. Schließlich ist es ein Sportplatz.

Daran erinnert auch Susanne Langel. Seit mehr als zehn Jahren setzt die FWG sich für ein Freizeitgelände für Kinder und Jugendliche ein, sagt sie. Dabei gehe es überhaupt nicht darum, Spielplätze in anderen Ortsteilen zu ersetzen. Im Gegenteil. Der heranwachsenden Generation solle ein erweitertes Freizeitangebot gemacht werden, und zwar ohne neue Flächen erschließen und bebauen zu müssen. Das biete der derzeit ungenutzte Sportplatz, weshalb diese Lösung eben so charmant sei, betont Kommunalpolitikerin Langel.

Beschlüsse nicht aufweichen

Außerdem schmücke sich die Stadt mit dem Attribut "familienfreundlich". Diese Beschreibung müsse dann aber auch mit Inhalt gefüllt werden, findet Langel. "Oder wollen wir die Kinder nur bis zum zehnten Lebensjahr, und wenn sie zu laut und anstrengend werden, wollen wir sie nicht? Wiederkommen dürfen sie dann erst, wenn sie erwachsen sind?" Das kann nicht sein, sagt die Sprecherin der FWG-Fraktion.

Was nach ihrer Überzeugung ebenso wenig sein kann, ist, dass im Parlament gefasste Beschlüsse nachträglich durch Bürgerbefragungen aufgeweicht würden, sagt sie. Genau so habe sie aber die Äußerung des Oberzeuzheimer CDU-Vorsitzenden Armin Güth verstanden, der bei einem Dorfspaziergang vor wenigen Wochen erklärte, weitere Planungen der Freizeitanlage setzten "ein positives Ergebnis einer Anliegerbefragung voraus".

Für sie klinge das, "als wolle die CDU Beschlüsse aus der Stadtverordnetenversammlung im Nachhinein den Bürgern zur Entscheidung vorlegen". Das sei ein Unding, zumal die CDU nach ihrer Erinnerung das Projekt Freizeitanlage grundsätzlich mitgetragen habe. Aus welchen Gründen jetzt herumgedruckst werde, erschließe sich ihr nicht. Ihre Fraktion wird weiterhin dafür kämpfen, dass Kinder und Jugendliche eine Freizeitanlage bekommen. Am liebsten am Ortsrand von Oberzeuzheim.

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